Ende gut, alles gut? Wie es bei den Eispiraten weitergehen soll

Der Großteil der 250 Besucher am Abend war sich einig: Eine der schlimmsten Saisons der Eispiraten ist endlich vorbei, die schweren Steine auf den rot-weissen Herzen sind glücklicherweise in Spiel 6 der knüppelharten Serie gegen Rosenheim heruntergefallen. Die Erleichterung wich der Anspannung der letzten Wochen bei allen Beteiligten, lockere Gespräche und entspannte Gesichter bedeuteten: Crimmitschau bleibt der DEL 2 erhalten und es kann nur besser werden!

Als erstes sprach Geschäftsführer Jörg Buschmann, der noch am Dienstag seinen positiven Emotionen freien Lauf ließ und damit offensichtlich einem jeden im Stadion zeigte, dass die Eispiraten eine Herzensangelegenheit sind. Die Wahl des Ortes für die Abschlussveranstaltung wurde bewusst gewählt, weil hier – im Stadion – alles begann. Er blickte zurück und sprach von der Euphorie zu Beginn der Saison mit dem Ziel 6. Platz, aber auch von der harten Landung auf dem Boden der Tatsachen angesichts der schwersten und schlechtesten Saison der Eispiraten mit 0,8 Punkten pro Spiel. Auch hier erkannte er bereits erste Fehler und sprach das Beispiel Ty Wishart als Bank in der Abwehr aus der Vorsaison an. Der Zuschauerrückgang machte mit über 10.000 Zuschauern weniger in dieser Saison zu schaffen. Trotz dessen gab es auch positive Entwicklungen, vor allem im Sponsoringbereich mit einem Gesamtetat von 2,2 Millionen Euro.

Der Fokus auf die neue Saison gerichtet heißt nun in erster Linie die alte Saison und die dort gemachten Fehler zu analysieren und vor allem das Lizenzierungsverfahren für die DEL 2 mit großer Anstrengung zu verfolgen und vor allem soll die Mannschaft bis zum 15.08. stehen, auch wenn dies sehr schwer werden wird. Weiterhin wird es auch strukturelle Veränderungen im sportlichen sowie im Gesellschafterbereich geben und die Zusammenarbeit mit dem Stammverein soll noch weiter intensiviert werden. Für den Sommer ist auf Grund des 10jährigen Bestehens der Eispiraten ein 3-tägiges Fest geplant mit Fanfest und Konzert von Matthias Reim im Eisstadion. Jörg Buschmann bedankte sich bei den Fans und lobte deren Aktionismus und die Unterstützung, und dankte weiter den Sponsoren, Ärzteteam, Security, „FanICE“, der Mannschaft und letztlich seinem eigenen Team hinter den Kulissen und übergab das Wort an den Oberbürgermeister Holm Günther.

Dieser sprach von einer schwierigen Saison und dankte allen, die den Glaube nicht verloren hatten. Er lobte die Arbeit des Stammvereins und sprach angesichts der Auslastung des Stadions  davon, dass seit 2 Jahren um eine zweite Eisfläche gekämpft wird im Bewusstsein, dass dies sehr schwierig wird und dies nur funktionieren kann, wenn alle an einem Strang ziehen. In den nächsten 2 bis 5 Jahren sollen Investoren gesucht werden, die das Vertrauen in den Standort haben und dabei war es ganz wichtig für Crimmitschau, die Liga zu halten, denn nur dann kann ein solches Projekt angegangen werden. Der Oberbürgermeister sprach von einem geschlossenen Stadion und nahm sogar das Wort Multifunktionsarena in den Mund. Jedoch sollte sich ein jeder bewusst sein, dass in einem Wahljahr gern Träume ausgesprochen werden, deren Realisierung schwer, aber dennoch nicht unmöglich ist. Der Wille ist jedoch da, das war den Worten den Oberbürgermeisters eindeutig zu entnehmen.

Einem kurzen Videobeitrag folgte noch eine kurze Zusammenfassung aus Sicht der Fans aus den beiden Kurven. Hier wurde als Highlight der Autokorso nach Bayreuth angesprochen. Dennoch war es stimmungstechnisch auch ein schwieriges Jahr. Aber gegen Rosenheim kam die Stimmung und die Leidenschaft wieder. Der Zusammenhalt der Fans, GmbH und Verein muss weiter so bleiben. In einer von Stefan Aurich dem Publikum vorgetragenen email von Norman Pilling an die Eispiraten wurde die Sichtweise der Fans nochmals klasse dargelegt – diese email werden wir in Kürze noch gesondert veröffentlichen!

Schließlich rechnete Eva Fitzner noch die Tripp-Charity ab, die insgesamt eingenommen 16.000 Euro kommen dem schwer kranken ehemaligen Spieler der Eispiraten, Scott Matzka und den erkrankten Kindern Erik aus Weisswasser und in erster Linie Max aus Crimmitschau zu Gute. Im vierten Jahr der Becherwurfaktion kamen über 10.000 Euro zusammen, die laut Jörg Buschmann direkt an den Nachwuchs des ETC gehen.

Am Ende der Veranstaltung kam John Tripp zu Wort, der gefragt zu dem Unterschied zwischen Spieler Tripp und Trainer Tripp nur sagte, dass er nun mehr graue Haare hat. Dennoch war die Saison auch für ihn ein Lernprozess mit harter Arbeit und dennoch Spass. Auf die eher mäßigen Spiele angesprochen gab er an, dass er sein Trikot trotzdem nicht in der Kabine gesucht hat und auf die Mannschaft vertraut hat.

Letztlich wurde die gesamte Mannschaft noch einmal nach vorn gerufen, bevor die Veranstaltung offiziell zu Ende ging.

Wir von etconline möchten an dieser Stelle auch noch einmal für das Interesse an unserer fanpage danken und wünschen den verlassenden Spielern der Eispiraten alles Gute für die sportliche Zukunft, den verbleibenden Spielern sowie den Verantwortlichen der Eispiraten-GmbH, den ehrenamtlichen Helfern, den Fans und allen, die wir hier jetzt vergessen haben einen schönen Sommer, in dem wir auf jeden Fall weiter emotional, kritisch, unabhängig und selbstverständlich subjektiv auf dem Laufenden halten werden.

Alexander Grimm und Tommy Valdivia Castro waren natürlich auch vor Ort und haben die besten Momente festgehalten:

 

By | 2017-06-22T13:29:00+00:00 April 14th, 2017|Eispiraten-News|0 Kommentare