Die Eispiraten in der Einzelkritik: Die Stürmer und Trainer

Die Torhüter und Abwehrspieler haben ihre Noten bereits bekommen und üben sicherlich schon fleißig, dass die Beurteilung beim nächsten Mal noch besser wird… 😀 Heute geht es mit den Stürmern und – das halten wir mal für angebracht – mit den Trainern weiter.

Angriff

Wo sich

Dominic Walsh

in dieser Saison im Team noch einreihen wird, bleibt abzuwarten, denn wegen seiner anhaltenden Leistenbeschwerden konnte der 28jährige nicht einmal ein Drittel der bisherigen Spiele absolvieren. Das letzte Mal stand er beim Auswärtssieg in Frankfurt auf dem Spielberichtsbogen – also am 6. Oktober und damit vor ziemlich langer Zeit. Bis dahin hatte Walsh in fünf Einsätzen ein Tor selbst erzielt und eines vorbereitet. Kehrt er beschwerdefrei und dauerhaft ins Team zurück, dürfte ein Platz in Reihe 3 für ihn reserviert sein, wo er seine Erfahrung und Einsatzbereitschaft sicherlich erfolgsversprechend einbringen kann.

etconline-Note: 3,0

Nur wenige hatten

Maurice Keil

auf der Rechnung, der zum Saisonbeginn kurzfristig aus Bad Nauheim nach Crimmitschau gelotst wurde. In Hessen wurde der letztjährige Oberligaspieler der Icefighters Leipzig als noch nicht DEL2-tauglich befunden, so dass er für diese Saison an die Pleiße verliehen wird. Man merkt dem gebürtigen Weimarer aber an, dass er sehr wohl den Sprung in die 2. Liga schaffen will und auch kann. Trotz seiner eher schmächtigen Statur scheut er die Zweikämpfe nicht und hat auch im läuferischen und technischen Bereich einiges auf dem Kasten. Was fehlt, ist die Erfahrung und Abgeklärtheit. Das merkte man, als die Personalnot so groß wurde, dass Coach Collins ihn in die erste Reihe neben Knackstedt und Czarnik schickte. Das war Keil dann doch eine Nummer zu groß, sodass es für den 21jährigen nun vorwiegend darum gehen wird, um seinen Platz in der 3. Reihe zu kämpfen. Die Bilanz von 2 Vorlagen in 14 Spielen müsste dafür aber noch ausgebaut werden.

etconline-Note: 3,0

Die Prophezeihung nach Ende der Vorbereitung trifft – leider – bei

Erik Gollenbeck

so ziemlich den Nagel auf den Kopf. Damals war die Befürchtung, dass bei Gollenbeck das Steigerungspotenzial allmählich in eine flache Gerade anstelle einer steilen Kurve überginge und die Gefahr bestünde, dass sein Karriereweg in der 3. oder 4. Reihe enden würde. Nach den bisher gezeigten Leistungen in 16 Spielen, die nur 1 Tor und 1 Vorlage hervorbrachten, hat sich dies wohl bewahrheitet. Trotz seines jungen Alters gehört das Crimmitschauer Eigengewächs zu den langsameren im Team und auch Technik und Passspiel sind ein limitierender Faktor in Eriks Leistungsvermögen. Zugutehalten muss man ihm aber die bedingungslose Einsatzbereitschaft.

etconline-Note: 3,4

Ins gleiche Horn wie bei Gollenbeck hat etconline nach der Vorbereitung auch bei

Vincent Schlenker

Aber: Schlenker macht sich und gehört definitiv zu den positiven Überraschungen im bisherigen Saisonverlauf. Der 24jährige hatte aber zunächst eine Durststrecke zu überstehen, denn nach 11 Spielen hatte er gerade mal 1 Tor erzielt und 1 Vorlagen gegeben. Die Punktebilanz war dabei ein Abbild der Offensivaktionen Schlenkers, die in der Reihe neben Pohl und Saarinen doch arg überschaubar waren. Das Angriffspiel ging meist an Schlenker vorbei. Der Knoten sollte aber platzen – und wie! In den letzten 5 Spielen scorte „Schlenks“ 3 Tore und 4 Vorlagen, sodass er nun 10 Scorerpunkte auf dem Konto hat und die jeweils 14 Punkte aus den beiden letzten Saisons bald übertreffen wird.

etconline-Note: 2,0

Unglücksrabe, Pechvogel, … es gibt noch viele Synonyme, die auf

Bernhard Keil

zutreffen. Denn immer wenn´s läuft, ereilt den 25jährigen Amberger ein Rückschlag. Die Saison begann stark mit dem Doppelpack in Heilbronn und vier Scorerpunkten nach 3 Spielen. Danach folgte viel Leerlauf und in der Reihe mit Knackstedt und Czarnik blieb Keil vermehrt nur eine Randnotiz und hatte recht wenig mit dem Offensivwirbel der beiden Eispiraten-Topscorer am Hut. Dies legte sich in einer Serie von 7 Spielen ohne Scorerpunkt nieder. Keil kämpfte aber weiter und ließ sich nicht unterkriegen. Der Slot ist sein zuhause und ihn dort zu stoppen, ist für die Gegner schon eine Mammutaufgabe. Den Lohn der Arbeit erntete Bernhard nach der Durststrecke mit 4 Toren in 3 Spielen, darunter der sicherlich spielentscheidende Doppelpack gegen Bayreuth. Es sollten aber die bis dato letzten 3 Spiele im Eispiraten-Trikot sein, denn seit dem Derby gegen die Tigers zwickt die Leiste, die weitere Einsätze verhinderte. Wir hoffen, dass Keil auch nach diesem Rückschlag gestärkt zurückkommen wird! Als Arbeitstier und „Einstecker im Slot“ ist Keil für das Team nämlich eine ganz wichtige Stütze.

etconline-Note: 2,0

Meine Herren! Die Darbietungen von

Jordan Knackstedt

lassen nur eines zu: Ein dickes Lob an den Spieler und einen Glückwunsch an die GmbH, diesen Key Player an Land gezogen zu haben. Wohlgemerkt mit deutschem Pass! 9 Tore und 15 Vorlagen berechtigen den Deutsch-Kanadier zum Tragen des Goldenen Helmes und es scheint nicht so, dass er diesen so schnell wieder abgeben wird, denn auf besonders viele Fehlspiele wird der 29jährige wohl nicht kommen. Schließlich präsentiert er sich mehr als robust und topfit. Zwar sehen die Aktionen des 1,88 m großen und 92 kg schweren Knackstedts manchmal etwas behäbig und lässig aus, aber was er macht, hat Hand und Fuß. Besonders profitiert dabei sein Sturmpartner Robbie Czarnik, wobei dies eindeutig auf Gegenseitigkeit beruht.

etconline-Note: 1,0

Ein Tor zum Auftakt gegen Bad Tölz und 4 Vorlagen zwei Tage später in Heilbronn. Der Saisonbeginn hätte für

Ossi Saarinen

kaum besser ausfallen können und so ließ der Finne sehr schnell und sehr deutlich aufblitzen, was er zu leisten vermag. Angesichts dessen war in der Folgezeit aber der ein oder andere Auftritt doch etwas enttäuschend, zumal sich der frischgebackene Vater zwischenzeitlich an vier aufeinanderfolgenden Wochenenden nur jeweils einmal in die Scorertabelle eintrug. In der zweiten Agriffsreihe war ein wenig Sand im Getriebe, das aber scheinbar von einem der Herbstorkane freigeblasen wurde. In den letzten 5 Spielen sammelte Ossi 7 Scorerpunkte und traf nach einer temporären Sieben-Spiele-Flaute auch wieder ins Schwarze. Der wieselflinke und technisch bärenstarke Finne steht somit bei 4 Toren und 13 Vorlagen in 16 Einsätzen und macht damit deutlich, dass die Verlängerung des einst befristeten Vertrags eine goldrichtige Entscheidung der sportlichen Leitung war!

etconline-Note: 1,4

Alter schützt vor Leistung nicht! Denn

Ivan Ciernik

ist inzwischen in den kleinen Kreis der 40er eingetreten. Der viertälteste Spieler der DEL 2 übernimmt in dieser Saison eine andere Rolle als im Vorjahr, wo er mit seinen Scorerqualitäten noch maßgeblich zum Klassenerhalt der Eispiraten mithalf. Heuer miemt der Deutsch-Slowake den Ruhepol, Prellbock und Pucksicherer in der dritten Reihe. Freilich, auf dem Scoreboard taucht Ciernik deshalb kaum noch auf, 2 Tore und 2 Vorlagen in 16 Partien bedeutet das in Zahlen. Doch sein Wert für die Mannschaft liegt nun woanders und ist dennoch sehr hoch. Ivan macht seine Nebenleute nämlich nach wie vor um einige Prozent besser und strahlt in der Arbeiterreihe eine beachtliche Ruhe aus. Und in der eigenen Defensivzone sieht man ihn wesentlich häufiger als noch vor einem Jahr. Lediglich über die -8 in der Plus/Minus-Wertung wollen wir den Mantel des Schweigens legen.

etconline-Note: 2,8

Zwischen Genie und Wahnsinn? Auf

Patrick Pohl

trifft irgendwie beides zu. Ärgert man sich noch, dass der Berliner mal wieder mit dem Kopf durch die Wand – sprich durch drei Gegenspieler auf einmal – wollte und scheiterte, so gelingt ihm genau das nur einen Wechsel später und endet in einem wahrhaften Traumtor. Nach starkem Saisonbeginn holperte es im Spiel des 27jährigen ein wenig – siehe auch die Bewertungen zu Schlenker und Saarinen – doch „klärende Worte“ von Collins haben nicht nur Pohl, sondern gleich die ganze Reihe wieder auf Kurs gebracht. Seitdem flutscht es beim Harley-Fan wie aus einem Guss. 7 Spiele in Folge scorte Pohl zuletzt und erhöhte sein Punktekonto um 12 Punkte auf nunmehr 21 (8+13) in 16 Spielen. Ohne Zweifel: Pohl gehört zu den technisch besten deutschen Angreifern der Liga.

etconline-Note: 1,6

Nicht nur wegen der Körpergröße, sondern auch wegen seines Spielvermögens könnte man

Christoph Kabitzky

als den Patrick Pohl in klein verkaufen. Spielwitz und Laufstärke gehören definitiv zu den positiven Attributen Kabitzkys, auch Freude am energischen Zweikampf kann man ihm nicht absprechen. So wurde schon manche Stimme laut, die Kabitzky anstelle Schlenker in der zweiten Reihe sehen wollte. Erhört wurden sie aber nicht, was aber eher am erstarkten Schlenker lag. Kabitzky lässt aber dennoch nicht locker – und das ist gut so. Sein erstes Saisontor in Frankfurt bedeutete den Overtime-Sieg, sein zweiter Treffer ebnete den Weg zum Sieg in Bad Tölz. Gerne würden wir noch mehr solcher Tore mit Christoph bejubeln, dafür muss er aber noch an seiner Effizienz feilen.

etconline-Note: 2,2

Mit einem Doppelpack gegen Bad Tölz sagte US-Boy

Robby Czarnik

„Hello Germany“ und die Eispiraten-Fans antworteten euphorisch „Welcome! Nice to meet you!“. Mister Handgelenkschuss hatte sodann auch gleich 7 Scorerpunkte nach den ersten beiden Spielwochenenden auf dem Konto und wir konnten uns sicher sein, wieder einen echt starken Kontingentspieler in den Reihen der Eispiraten zu haben. Zwar gönnte sich der pfeilschnelle Czarnik dann mal eine konspirative Scoringpause von 3 Spielen, aber dies sollte nicht zum Dauerzustand werden. In den letzten 9 Partien blieb der Cousin des NHL-Spielers Austin Czarnik nur ein einiziges Mal ohne Punkt. So füllen 8 Tore und 12 Vorlagen das Konto Czarniks, das mit +9 zudem den besten Plus/Minus-Wert der Eispiraten-Truppe aufweist. Beeindruckend und zweifelsfrei einer der Erfolgsgaranten in der bisherigen Saison ist das perfektionierte Zusammenspiel Czarniks mit seinem Sturmpartner Jordan Knackstedt.

etconline-Note: 1,6

Willy Rudert und Benjamin Kosianski

blieben bislang ohne Einsatz im geweihten Trikot, was sich bei Kosianski – so der Plan – aber ab Dezember ändern soll. Dann nämlich kommt der 17jährige aus den Staaten zurück und wird dem Team hoffentlich weiteren Antrieb geben. Wobei er sicherlich erst einmal einiges an Training und Spielpraxis aufzuholen hat nach dreimonatiger Pause. Beim 16jährigen Willy Rudert wird es wohl ähnlich sein wie bei Abwehrspieler Viktor Braun: In dieser Saison sieht man ihn wahrscheinlich noch nicht im Spielbetrieb der Eispiraten. In der DNL 2 ebnet sich Willy aber mit 7+13 in 20 Spielen den Weg in Richtung Sahnpark.

etconline-Note: ohne Wertung

Trainer

Warum nur über die Spieler urteilen, wenn einer der wichtigsten Bausteine des 5. Tabellenplatzes hinter der Bande steht?! Es handelt sich um das Trainergespann

Kim Collins und Jacek Plachta

welches dem Sahnpark wahrlich neues Leben eingehaucht hat. Gerade bei Collins merkt man, dass er schon ein alter Hase im Trainergeschäft ist und nichts von kurzfristigen Erfolgen hält, sondern vielmehr den großen Erfolg am Ende im Fokus hat. Jedenfalls wird Collins nicht müde, auch auf der jetzigen Erfolgswelle noch Fehler anzumahnen, das Team anzuheizen und zu fordern. Stillstand und sich auf Erfolgen auszuruhen sind definitiv keine Zutaten in KC´s Erfolgsrezept. Jacek Plachta scheint da zusätzlich noch die richtige Würze reingebracht zu haben, denn der ehemalige polnische Nationalcoach kümmert sich vornehmlich um die Defensive im Team, was sich inzwischen deutlich bemerkbar macht. Nur 10 Gegentore aus den letzten 5 Spielen zeugen von sehr viel mehr Stabilität als zu Saisonbeginn.

etconline-Note: 1,0

By | 2017-11-12T17:56:28+00:00 November 12th, 2017|Eispiraten-News|0 Kommentare