Gegner enger heranrücken lassen oder einen komfortablen Abstand nach hinten schaffen, das schwere Spiel im Allgäu stand an. In den letzten Jahren waren die Eispiraten gern gesehener Gast an der Wertach, doch in dieser Saison spricht die bisherige Punkteausbeute klar für die Westsachsen…

Eispiraten spielen Katz und Maus mit den Jokern

Und die Vorschusslorbeeren sollten die Eispiraten gleich unter Beweis stellen, mit viel Druck und energischem Spiel zwangen die Gäste die Hausherren in deren Defensivzone, um früh zuzuschlagen, die derzeitige Paradereihe um Vincent Saponari sollte die Führung erzielen, der im schnellen Konterspiel auf Thomas Reichel passte und dieser beförderte den Puck unter das Dach hinter Fießinger. Das starke Spiel der Eispiraten setzte sich fort und wurde nur kurz, dafür aber mit dem Gegentreffer im Powerplay für Kaufbeuren, unterbrochen, Spurgeon fälschte vor Christian Schneider ab und erzielte den Ausgleich. Das wars aber auch schon mit aller Herrlichkeit im Kaufbeurer Stadion, die erste Reihe der Eispiraten rotierte im Drittel der Joker, eine starke Übergabe an der eigenen blauen Linie an Henri Kanninen, der leitete weiter zu Max Balinson und dieser tankte sich in den Slot, wo Dominic Walsh den Spielzug mit dem 1:2 vergoldete. Die Allgäuer wirkten angeschlagen, die Eispiraten hielten das Heft des Handelns in der Hand und wirbelten immer wieder in der Zone der Gastgeber. Und prompt wurde das Spiel mit dem dritten Treffer belohnt, Henri Kanninen traf nach Schuss von Max Balinson. Kaufbeurens Trainer Jun hatte genug gesehen und nahm eine Auszeit und tatsächlich löste es das Schlafwagenhockey der Joker etwas. Doch die klareren Spielzüge, die zielstrebigeren Abschlüsse zum Tor der Eispiraten blieben, wennglich einzig Daniel Fießinger seine Farben im Spiel hielt, eine höhere Führung hätte es durchaus zur Pause sein können, vielleicht sogar müssen. Die Joker zeigten deren Fans einen kraft- und mutlosen Auftritt und waren mit dem Pausenstand von 1:3 gut bedient.

Kaufbeuren verkürzt durch Goldhelm

Die Allgäuer kamen verbessert aus der Kabine, die Zahl der Puckeroberungen nahm deutlich zu, ohne dass sie jedoch zwingend zu Torchancen zu führten. Dafür standen die Eispiraten viel zu stabil. Das kontrollierte Spiel der Sachsen macht es Kaufbeuren schwer, nennenswerte Abschlüsse zu erspielen. Nach etwa 30 Spielminuten fanden die Joker immer besser ins Spiel und erzielten prompt den Anschlusstreffer. Die Eispiraten waren hier deutlich zu passiv, so dass Goldhelm Blomqvist die Hausherren auch auf dem Scoreboard zurück ins Spiel brachte. Mehr passierte jedoch nicht mehr, die erarbeiteten Torchancen wurden auf beiden Seiten gut durch die Verteidiger geklärt.

Zwei Doppelschläge auf beiden Seiten machen es spannend

Früh im letzten Drittel erhielt Kaufbeuren eine weitere der wenigen Strafen des Spiels, und hier legten die Eispiraten nach, Dominic Walsh legte von hinter dem Tor auf Henri Kanninen und der vollendete mit einem satten Schuss zum 2:4 mit Ablauf der Strafe gegen Nifosi. Ein ganz wichtiges Tor, welches den Eispiraten Sicherheit gab. Und auch etwas Frechheit, denn nur Sekunden später nahm Hayden Verbeek den Puck in der Vorwärtsbewegung der Kaufbeurer von einem gegnerischen Schläger ab, lief allein auf Fießinger zu und vollendete gezielt unter die Latte zum 2:5. Die Eispiraten spielten weiter mit dem deutlich klareren Zug zum Tor, während Kaufbeuren sich unglaublich schwer gegen die gut stehende Abwehr tat. Immer wieder unterbanden die Eispiraten clever die Angriffe. Doch es sollte noch spannend werden, wie aus dem Nichts kam Kaufbeuren zum Bullygewinn, kurz vorm Tor fälschte Saari zum 3:5 ab. Und es kam noch dicker, nur 17 Sekunden später wurde es im Eisstadion richtig laut, abermals Saari mit Schuss aus dem Slot traf genau in den Knick. Jussi Tuores nahm sofort eine Auszeit und ließ seine Jungs deutlich anmerken, was er von der laxen Spielweise hielt. Doch Kaufbeuren hatte Blut geleckt und setzte sich im Angriffsdrittel fest, Crimmitschau tat sich schwer mit der Befreiung, doch mit jeder Minute wurden die Westsachsen wieder sicherer und stemmten sich vehement gegen die Angriffsbemühungen der Allgäuer. Und so rann die Zeit von der Uhr, Crimmitschau brachte das knappe, aber hochverdiente Ergebnis über die Ziellinie und sicherte sich 3 ganz wichtige Punkte.