DEL2 – Saison 2026/27 – 9. Spieltag am 16.10.2026
Schiedsrichter: Tony Engelmann, Jeroen Klijberg (Simon Hintermeier, Soeren Kriebel)


Spiele gegen Bad Nauheim standen in der Vergangenheit oftmals nicht für Eishockey der gehobenen Klasse, eher für Kampf und oftmals auch Krampf. Warum dich die Eispiraten immer wieder gegen die Hessen so schwer tun, kann man einfach nicht beschreiben. Und auch am 9. Spieltag sollte es keine Abweichungen von der Norm geben…

Blitzstart, schnelle Antwort der Gäste und Bauerntrick von Will

Die Eispiraten legten los, wie es sich die Fans im Sahnpark nur wünschen konnten, nach nicht einmal zwei Minuten zappelte die Scheibe bereits im Netz hinter Gästekeeper Jerry Kuhn. Nach Vorarbeit von Louis Brune brachte Jarno Kärki die Hausherren mit 1:0 in Führung und sorgte für einen frühen Jubel auf den Rängen. Doch Bad Nauheim ließ sich davon nicht aus der Ruhe bringen, die Hessen, welche sicherlich derzeit in der Tabelle schlechter platziert als kadermäßig besetzt sind, suchten ihre Chance und kamen in der siebten Minute zum durchaus verdienten Ausgleich: Matt Marcinew fälschte einen Schuss von Kevin Maginot zum 1:1 ab. Die Antwort der Eispiraten ließ zum Glück nicht lange auf sich warten. In der 11. Minute war es Logan Will, der die Westsachsen erneut jubeln ließ. Nach ganz feinem Zuspiel von Adam McCormick umkurvte er das Gästetor und brachte er die Scheibe per Bauerntrick zum 2:1 im Tor unter. Bad Nauheim kam danach zu gefährlichen Möglichkeiten und traf vor Drittelende gleich zweimal das Gestänge. Mit etwas Glück nahmen die Eispiraten die knappe Führung mit in die Kabine.

Defensive, Kampf und ein sicherer Rückhalt

Im Mittelabschnitt änderte sich das Bild deutlich, die Gäste aus der hessischen Kurstadt kamen zunehmend besser ins Spiel und setzten die Eispiraten massiv unter Druck, verbuchten deutlich mehr Abschlüsse und verbrachten immer wieder längere Phasen im Crimmitschauer Drittel. Den Hausherren fiel es dagegen schwer, für Entlastung zu sorgen und selbst längere Angriffe aufzubauen. Die Eispiraten mussten sich also auf ihre Defensivarbeit verlassen und durften sich glücklich schätzen, dass die Gäste aus ihrer Überlegenheit kein Kapital schlugen und sie selbst mit Kevin Reich einen überragenden Rückhalt hatten. Überschattet wurde das zweite Drittel von einer Szene, die den Eispiraten-Fans besonders sauer aufstoßen dürfte: Nach einem Bandencheck von Marco Pfleger konnte Denis Shevyrin nicht weiterspielen und musste zur weiteren Untersuchung ins Krankenhaus nach Altenburg gebracht werden. Pfleger hingegen durfte weiter spielen, die Schiedsrichter sahen darin kein Foul. Eine nachträgliche Videoüberprüfung wäre hier sicherlich nicht die falsche Entscheidung gewesen. Ohne Denis Shevyrin musste das Team gegen den Bad Nauheimer Offensivdrang noch mehr zusammenrücken, doch trotz eines Schussverhältnisses 17:6 zugunsten der Hessen blieb es beim 2:1 für Crimmitschau.

Defensivschlacht und Zittern bis zur Schlusssirene

Auch im Schlussabschnitt blieben die Gäste gefährlich und wollten sich für ihren Aufwand endlich belohnen. Die Eispiraten fanden nur selten die Gelegenheit, selbst für längere Zeit den Druck vom eigenen Tor zu nehmen. Stattdessen waren Einsatz, Konzentration und eine geschlossene Mannschaftsleistung vor allem in der Defensive gefragt. Immer wieder mussten die Westsachsen Angriffe der Kurstädter abwehren und die Scheibe aus der Gefahrenzone bringen, allerdings richtige gefährliche Schüsse auf Kevin Reich wurden nicht mehr zugelassen, und wenn, dann zeigte der Eispiraten-Goalie starke Paraden und hielt seine Mannschaft im Spiel, während vor ihm um jeden Zentimeter Eis gekämpft wurde. Damit blieb die Partie bis in die Schlussminuten offen, die mangelnde Konsequenz und mit zunehmder Spielzeit aufkommende Hektik im Abschluss der Hessen spielte den Eispiraten in die Karten. Gästecoach Kevin Gaudet nahm kurz vor Ende auch noch seinen Goalie zugunsten eines zusätzlichen Feldspielers vom Eis und setzte alles auf eine Karte. Doch die Crimmitschauer Defensive hielt stand und die Schlusssirene ließ Erleichterung auf dem Eis und auf den Rängen entsprechend groß werden. Solche Spiele gewinnt man nur, wenn man in der Tabelle oben steht.


1:0 (01:46) Jarno Kärki (Louis Brune)
1:1 (06:50) Matt Marcinew (Kevin Maginot, Dominik Tiffels)
2:1 (10:47) Logan Will (Adam McCormick)


Eispiraten Crimmitschau – 2 Minuten
27:48 – 2 Min. – Louis Brune (Stockschlag)

EC Bad Nauheim – 6 Minuten
14:42 – 2 Min. – Stephen Harper (Zu viele Spieler auf dem Eis)
44:27 – 2 Min. – Pierre Preto (Halten)
52:44 – 2 Min. – Marc El-Sayed (Beinstellen)


Eispiraten Crimmitschau
Tor: Kevin Reich (Pascal Seidel) – Abwehr: Adam McCormick, Mirko Sacher, Emil Quaas, Stanislav Dietz, Finn Fuchs, Leon Schulz – Angriff: Jarno Kärki, Logan Will, Louis Brune, Denis Shevyrin, Noah Garthe, Collin Adams, Sebastian Streu, Johannes Schmid, Leon Neiger, Nikolas Biggins, Felix Thomas, Lars Hamori

EC Bad Nauheim
Tor: Gerald Kuhn (Luca Ganz) – Abwehr: Marius Erk, Joel Keussen, Kevin Maginot, Dominik Tiffels, Paul Lemke, Garret Pruden – Angriff: Pierre Preto, Charlie Sarault, Matt Marcinew, Stephen Harper, Allan McPherson, Marco Pfleger, Cedric Schiemenz, Julian Kornelli, Leon Bußmann, Marc El-Sayed, Raphael Jakovlev

2.382


Überzahl: 00.00% (3 Überzahlsituationen / 0 Tore)
Unterzahl: 100.00% (1 Unterzahlsituation / 0 Gegentore)


20 : 27 (8:8, 6:17, 6:2)