DEL2 – Saison 2026/27 – 11. Spieltag am 23.10.2026
Schiedsrichter: Aleksander Polaczek, Andreas Gawlik (Roman Jung, Matthäus Riemel)


Nach der Sperre von Jarno Kärki herrscht bei den Eisiraten so langsam akuter Centermangel. Denn wie unter der Woche bekannt wurde, muss Jussi Tuores auch recht lange auf Mentalitätsmonster Denis Shevyrin verzichten. Dazu kommen die Ausfälle von Dominic Walsh, Leon Schulz und Dylan Wruck. Somit fehlte im Bus nach Memmingen schon eine Menge Erfahrung. Letztlich reichte es für drei Reihen…

Guter Start der Eispiraten, dann kam Memmingen

Die Gäste erwischten trotz der langen Anreise den besseren Start: einigen kleineren Chancen folgte ein ganz feines Zusammenspiel von Noah Garthe und Collin Adams. Letzterer veredelte die clevere Rückhandablage des Youngsters mit einem Strich in den oberen rechten Winkel des Tores. Crimmktschau spielte weiter gut mit, und den Gastgebern war zu Beginn durchaus die Last von fünf Niederlagen am Stück anzusehen. Gegen Mitte des ersten Drittels arbeitete sich dann Memmingen, begünstigt durch einige Ungenauigkeiten im Spiel der Gäste, allerdings immer besser ins Match. Gelang bei einem ersten Powerplay noch nichts Konkretes, so konnten die Hausherren, nachdem Watson in Minute 18 einen schlecht getimten Aufbaupass der Rot-Weißen abfing und Brassard auf die Reise schickte, den verdienten Ausgleich erzielen. Wenig später fiel dann sogar das 2:1. Gennaro hatte nach einem Rebound massig Zeit, sich zu überlegen, was er mit der Scheibe anfangen wollte, entschied sich für einen Rückhandschuss und traf. Aufgrund der Spielanteile sicher nicht unverdient, der Pausenstand.

Torloses Mitteldrittel

In Durchgang 2 besannen sich die Eispiraten dann wieder darauf, dass mit ihrem kurzen Lineup der Weg zum Erfolg nur über eine stabile Defensive führen konnte. Es gelang, den Druck der Gastgeber auf erträglichem Level zu halten, hinten stand ja mit Kevin Reich immerhin einer der besten Goalies der Liga, und das zeigte dieser auch, wenn es drauf ankam. Nach vorne ging bei den Gästen aber nicht all zu viel, und was doch durchkam, wurde Beute von Memmingens Aufstiegsheld Roth. So konnte man durchaus vom Drittel der Torhüter sprechen, auch wenn die offizielle Schußstatistik von 19:13 für diesen Abschnitt ein wenig willkürlich wirkt. Reich und Roth wirds egal sein, ist ja gut für die Fangquote…

Eine Strafzeit zu viel

Das Schlussdrittel begann, und nach gerade einmal vier Minuten stand es plötzlich 2:2. Sebastian Streu fuhr, von links kommend, einmal um Roths Tor herum und legte dann genial quer durch den Torraum für Louis Brune auf, der wenig Mühe hatte, den Ausgleich zu erzielen. Sicherlich etwas schmeichelhaft, betrachtet man die Spielanteile bis dahin, aber prinzipiell natürlich genau die Marschroute der Gäste, die mit einer Reihe weniger auf dem Eis das Match eng gehalten hatten und ihre wenigen Gelegenheiten verwerteten. Memmingen rannte danach an, man merkte den Hausherren schon an, dass sie ihre Niederlagenserie dringend beenden wollten. Aber Kevin Reich blieb nach wie vor Herr der Situation und entschärfte einige Chancen. Eine Strafe gegen Collin Adams brachte ein Powerplay für die Gastgeber, aber auch das verteidigten die Crimmitschauer souverän weg. Leider gelang das dann in Minute 57 nicht noch einmal. Nachdem Stanislav Dietz aufs Sünderbänkchen musste, zogen die Indians ein druckvolles Überzahlspiel auf, und nachdem es die Scheibe zweimal bei Klärungsversuchen nicht über die blaue Linie schaffte, bekam der frei vor Reich stehende Lillich sie auf den Schläger gespielt und lenkte sie zum spielentscheidenden 3:2 ins Netz. Die Eispiraten versuchten zwar noch einmal alles, hatten aber zusätzlich zu schwindenden Kräften das Problem, dass zwei ihrer zuverlässigsten Bullyspieler nicht mit an Bord waren, und konnten so auch nach der Herausnahme von Reich kaum Druck auf das Memminger Tor ausüben.

Letztlich war das 3:2 nach 60 Minuten ein verdientes Ergebnis. Die jungen Spieler in Rot-Weiß, die nach den zahlreichen Ausfällen eine Menge Eiszeit erhielten, machten ihre Sache ordentlich, ein Spiel tragen können sie natürlich nicht. Auch Jussi Tuores sah das so, der auf der PK nach dem Spiel den Gastgebern zum Sieg gratulierte, seinen Mannen aber keinen Vorwurf machen wollte. Hoffen wir, dass vielleicht schon am Sonntag gegen Regensburg der eine oder andere wieder mitwirken kann, leichter wird es sicherlich gegen den derzeitigen Tabellenzweiten nicht.


0:1 (02:55) Collin Adams (Noah Garthe)
1:1 (17:05) Felix Brassard (Jamal Watson)
2:1 (18:50) Matteo Gennaro (Felix Brassard, Leon van der Linde)
2:2 (44:11) Louis Brune (Sebastian Streu)
3:2 (56:13) Markus Lillich (Matteo Gennaro) PP1 5-4


ECDC Memmingen Indians – 2 Minuten
24:38 – 2 Min. – Markus Lillich (Beinstellen)

Eispiraten Crimmitschau – 6 Minuten
06:38 – 2 Min. – Leon Neiger (Beinstellen)
45:38 – 2 Min. – Collin Adams (Hoher Stock)
54:38 – 2 Min. – Stanislav Dietz (Beinstellen)


ECDC Memmingen Indians
Tor: Justus Roth (Michael Bitzer) – Abwehr: Leon Fern, Dominik Meisinger, Jamal Watson, Leon van der Linde, Linus Svedlund, Maximilian Kolb – Angriff: Simon Thiel, Felix Brassard, Nick Maul, Marvin Schmid, Nikita Krymskyi, Markus Lillich, Denis Fominych, Matteo Gennaro, Edgars Homjakovs, Kevin Wall, Tobias Meier, Joshua Rust

Eispiraten Crimmitschau
Tor: Kevin Reich (Pascal Seidel) – Abwehr: Felix Thomas, Adam McCormick, Emil Quaas, Mirko Sacher, Finn Fuchs, Stanislav Dietz – Angriff: Nikolas Biggins, Lars Hamori, Logan Will, Collin Adams, Tim Lutz, Johannes Schmid, Noah Garthe, Louis Brune, Leon Neiger, Sebastian Streu


1.881


Überzahl: 00.00% (1 Überzahlsituation / 0 Tore)
Unterzahl: 66.67% (3 Unterzahlsituationen / 1 Gegentor)


48 : 26 (15:8, 19:13, 14:5)