Wenn es zwei Teams im Mittelfeld der DEL-2-Tabelle gibt, die spielerisch dem neuen Jahr noch nicht viel positives abgewinnen konnten, dann sind das die Eispiraten Crimmitschau und der EV Landshut. Beide Teams stecken derzeit in einer Formkrise, beide Teams haben aus den letzten 5 Spielen nur 2 und 3 Punkte geholt und beide Teams haben sich am Freitag in torreichen Spielen austoben dürfen, die – natürlich auch – für beide Teams verloren gingen. Damit finden sich in Landshut nun zwei Teams zur gemeinsamen Krisenbewältigung ein…



Landshut stand zu Beginn der Saison bei einigen Experten durchaus als einer der Ligafavoriten fest, insgesamt ist man in Niederbayern auch erst einmal auf einem guten Weg. Zur Wahrheit gehört aber dazu, dass Landshut zu Hause alles andere als eine Macht ist, zu viele Spiele hat das Team von Uwe Krupp  in den Augen der Fans im heimischen Stadion am Gutenbergweg verschenkt und ist in der Heimtabelle ebenfalls nur auf einem Mittelfeldplatz zu finden.Besonders weh taten sicherlich die Heimniederlagen in den Derbies gegen Weiden, Rosenheim und Regensburg.

Im Hinblick auf die Auswärtstabelle dürfte Crimmitschau als gern gesehener Gast erscheinen, denn auswärts hat sich das Team von Jussi Tuores mit vier Dreiern und einem Verlängerungssieg in 35 Spielen bisher noch nicht oft mit Ruhm bekleckert. Allerdings ein Sieg davon war in Landshut nach furiosen Comeback im letzten Drittel, das muss natürlich erwähnt werden.

Gleichwertiges Goaliegespann

Philipp Dietl (35 Sp, 3.01 GT/Sp, 90.6%, 0 SO)  hat in den vergangenen Wochen das größere Vertrauen gegenüber Jonas Langmann (23 Sp, 2.88 GT/Sp, 90.88%, 0 SO) bekommen, beide Goalies bilden eins der stabilsten Goaliegespanne der Liga.

Gefährliche Offensivverteidiger

Im der ersten Saisonhälfte war die Landshuter Defensive durchaus reich an Beton, in den letzten Spielen bröckelte dieser etwas, so dass die Niederbayern bereits 109 Gegentore bekommen haben und damit eher im unteren Bereich festsitzen. Vor allem gilt es auf den 35jährigen Routinier Wade Bergman (D-CAN, 34 Sp, 2+27) und den gleichaltrigen Stanislav Dietz (34 Sp, 3+16) aufzupassen, die sich immer wieder ins Offensivspiel einschalten und beide einen präzisen Aufbaupass spielen können. Allerdings haben beide durch das oft gezeigte Offensivspiel eine negative Gegentor-Bilanz. Die wiederum ist bei Elias Lindner (24 Sp, 2+5) und Alexander Dersch (23 Sp, 2+3) deutlich besser, hier sind alle im Plus-Bereich. Der Deutsch-Kanadier Dylan Plouffe (30 Sp, 3+7), Martin Has (34 Sp, 1+8) und  komplettieren die Abwehrreihen, die es auseinander zu nehmen gilt. Verletzungsbedingt ausfallen werden Finn Serikow und Andreas Schwarz.

Noch gefährlichere Offensive

Nachdem die Eispiraten am vergangenen Freitag mit Bietigheims Jack Dugan als drittbesten Scorer der Liga Bekanntschaft machen durften, gilt es am Sonntag den zweitbesten mit dem Schweden Tor Immo (35 Sp, 19+26) in den Griff zu bekommen, der dem Ligatopscorer Max Newton aus Krefeld hart auf den Fersen ist. Klar – Corey Mackin ist auch nur zwei Punkte hinter Immo, das zeigt auch in der Topscorer-Tabelle, wie eng und spannend die Liga ist. Immo´s Teamkollege und Landsmann Tobias Lindberg  (35 Sp, 20+14) dürfte den Eispiratenfans vollumfänglich bekannt sein, der wiederum stellt den viertbesten Torjäger der Liga dar.  Zusammen mit Trevor Gooch (USA, 33 Sp, 14+19) und Jesse Koskenkorva (FIN, 32 Sp, 9+7) komplettieren ein starkes Kontigentspielergespann, welches in Landshut in dieser Saison voll eingeschlagen hat.

„Quo vadis?“ ist die große Frage

Wohin geht die Reise nun für beide Teams. Landshut hat den Auftakt in sein Heimspieltriple innerhalb von 5 Tagen gegen Düsseldorf mit 4:7 verloren und steht damit schon so richtig unter Druck, gegen die Tabellennachbarn Crimmitschau und Bietigheim zu punkten. Crimmitschau hat nach wie vor mit großen Verletzungssorgen zu kämpfen, die Ausfälle sind merklich kaum zu kompensieren, vor allem seit dem Ausscheiden von Mirko Sacher. Dennoch haben die Westsachsen schon mehrfach ihre Kämpferqualitäten gezeigt, eine Überraschung und Punkte an der Isar wären die einzige Chance, das erste punktlose Wochenende in dieser Saison zu vermeiden.