INFOS ZUM SPIEL
DEL 2 – Saison 2025/26 – 46. Spieltag am 15.02.2026
Schiedsrichter: Bastian Steingross, Sirko Hunnius (Yannick Lindner, Markus Paulick)
Wenn zur Faschingszeit die Düsseldorfer EG in Crimmitschau zu Gast ist und mit über 600 gutgelaunten DEG-Fans aus dem Rheinland anreist, dann wird es laut und bunt. Die von der Zugfahrt angeheiterten Gäste zogen in einem bunten Karnevals-Fanmarsch vom Bahnhof zum Stadion und verteilten Kamelle an die am Straßenrand stehenden Menschen. Schon vor dem ersten Bully war die Stimmung rund um das Stadion außergewöhnlich. Die Eispiraten das erste Mal seit langem mit kompletten 4 Sturmreihen, während die Gäste auf ihren Topscorer Hirano verzichten mussten.
Erstes Drittel auf Augenhöhe
Auf dem Eis traten die Eispiraten nach der bitteren Niederlage in Regensburg mit großem Engagement auf. Crimmitschau spielte mutig nach vorn, setzte erste gefährliche Akzente und zwang auch DEG-Schlussmann Bednard zu mehreren Paraden. Aber trotz guter Bemühungen und einiger verheißungsvoller Abschlüsse – darunter gefährliche Versuche von Till Michel und Louis Brune – blieb es nach zwanzig Minuten torlos. Die Partien war intensiv und ausgeglichen, doch kein Team konnte den Bann brechen.
Eispiraten verpassen nach Führungstreffer nachzulegen
Die Eispiraten hatten sich vorgenommen, im zweiten Drittel den starken Spielfluss fortzusetzen, und das gelang zunächst auf traumhafte Weise: Nur 37 Sekunden nach Wiederbeginn netzte Dylan Wruck nach einem sehenswerten Power-Play-Spiel der Hausherren zum 1:0-Führungstreffer ein. Dieser Blitzstart ließ die Sahnpark-Ränge jubeln und den lauten Düsseldorfer Anhang erst einmal verstummen, Crimmitschau schien auf Kurs zu sein und versuchte, gegen die wackelnde DEG nachzulegen. Dabei blieben mehrere hochkarätige Chancen ungenutzt, was den Düsseldorfern verhalf, allmählich zurück ins Spiel zu finden.In der 34. Minute war es Kevin Orendorz, der mit einem präzisen Schuss in den Winkel zum zu diesem zeitpunkt überraschenden 1:1-Ausgleich traf und damit das Momentum urplötzlich auf die Seite der Gäste kippte. Wie schon am Spieltag zuvor in Regensburg wirkten die Eispiraten auf einmal verunsichert, während die Gäste immer weiter besser ins Spiel fanden. Mit dem 1:1 ging es in den Schlussabschnitt.
Turbulente Schlussminuten sichern Gästen 3 Punkte
Im Schlussabschnitt blieb die Partie zunächst offen, bis eine Überzahlsituation zugunsten der Gäste die Wende brachte: Kein geringerer als Ex-Eispirat Max Balinson nutzte diese Chance in der 52. Minute konsequent zum 1:2, in schon früher im Sahnpark praktizierter Art und Weise fuhr er auf seine Lieblingsposition und hämmerte den Puck ins Kreuzeck. Im Stadion dachte wohl jeder Eispiratenfan: „Wer hätte das wohl gedacht, dass er aus dieser Position trifft?“. Damit geriet das Spiel zunehmend aus Sicht der Piraten aus dem Rhythmus. Düsseldorf zog sich nun zurück und ließ die einmal mehr kopflos anrennenden Eispiraten kommen.
In den zwei Schlussminuten überschlugen sich die Ereignisse: Kevin Reich verließ das Tor zu Gunsten eines weiteren Feldspielers, die Puckeroberung nutzte Erik Brown und beförderte die Scheibe ins leere Tor zum 1:3. Kurz danach erhielt Niederberger eine vierminütige Strafzeit wegen hohen Stocks, was die Eispiraten wieder hoffen ließ, doch noch aufs Scoreboard zu kommen, doch Ture Linden zerstörte diese Hoffnung mit einem Schuss ins erneut verwaiste Crimmitschauer Gehäuse zum 1:4. Nur 24 Sekunden später gelang Denis Shevyrin mit einer sehenswerten Einzelaktion und sicherlich ordentlich Wut im Bauch der 2:4-Anschlusstreffer, der nun doch nochmal Hoffnung im Eispiratenlager aufkeimen ließ. Jussi Tuores riskierte alles und nahm Torhüter Kevin Reich erneut vom Eis, vielleicht ein paar Augenblicke zu früh, denn die DEG gewann das Bully vor Bednard – ohnehin war die Bullyquote der Düsseldorfer an diesem Abend herausragend – und Erik Bradford schickte den Puck einfach nur aus dem Drittel, dieser trudelte über das Eis und schlug nochmal ein zum 2:5. Schluss war damit noch immer nicht, denn Sebastian Streu netzte fünf Sekunden vor Schluss in doppelter Überzahl zum 3:5-Endstand ein.
Einmal mehr standen die Eispiraten am Ende ohne Punkte da, einmal mehr wurde gegen einen direkten Konkurrenten ein wichtiges Spiel hergeschenkt. Es ist nur den anderen Teams der DEL 2 zu verdanken, dass die Eispiraten immer noch zwei magere Punkte über dem Strich stehen, denn die Lausitzer Füchse bremsten die Wölfe aus Freiburg auf deren Punktefeldzug erst einmal aus. Das kommende Wochenende wird richtungsweisend sein, bleiben die Eispiraten erneut ohne Punkte gegen Landshut und Bietigheim, werden sich die Westsachsen wahrscheinlich das erste Mal in der Saison unter dem wichtigen Strich der Tabelle befinden.
TORE
1:0 (20:37) Dylan Wruck (Adam McCormick, Tim McGauley)
1:1 (33:56) Kevin Orendorz (Ture Linden, Leon Niederberger)
1:2 (51:39) Max Balinson (Erik Bradford, Maximilian Faber) PP1 5-4
1:3 (58:07) Erik Brown (Erik Bradford) ENG
1:4 (58:34) Ture Linden (Tariq Hammond, Erik Bradford) SH1 4-6 ENG
2:4 (58:58) Denis Shevyrin (Kevin Reich, Justin Büsing) PP1 5-4
2:5 (59:13) Erik Bradford SH2 3-6 ENG
3:5 (59:55) Sebastian Streu (Gregory Kreutzer, Denis Shevyrin) PP2 5-3
STRAFMINUTEN
Eispiraten Crimmitschau – 8 Minuten
12:15 – 2 Min. – Johannes Schmid (Haken)
35:59 – 2 Min. – Felix Thomas (Halten)
50:44 – 2 Min. – Ladislav Zikmund (Stockschlag)
53:28 – 2 Min. – Ladislav Zikmund (Bandencheck)
Düsseldorfer EG – 14 Minuten
19:20 – 2 Min. – Simon Thiel (Halten)
21:16 – 2 Min. – Kevin Orendorz (Haken)
36:03 – 2 Min. – Kevin Orendorz (Haken)
42:03 – 2 Min. – Leon Niederberger (Beinstellen)
58:20 – 2+2 Min. – Leon Niederberger (Hoher Stock)
59:06 – 2 Min. – Ture Linden (zu viele Spieler auf dem Eis)
AUFSTELLUNG
Eispiraten Crimmitschau
Tor: Kevin Reich (Lex Kasakow) – Abwehr: Felix Thomas, Adam McCormick, Ole Olleff, Gregory Kreutzer, Alexander Vladelchtchikov, Mario Scalzo – Angriff: Nikolas Biggins, Till Michel, Alexander Schmidt, Ladislav Zikmund, Tim McGauley, Johannes Schmid, Denis Shevyrin, Justin Büsing, Corey Mackin, Louis Brune, Dylan Wruck, Sebastian Streu
Düsseldorfer EG
Tor: Ryan Bednard (Niklas Lunemann)– Abwehr: Kevin Maginot, Kristian Blumenschein, Moritz Kukuk, Tariq Hammond, Max Balinson, Maximilian Faber – Angriff: Lucas Lessio, Luca Tosto, Erik Brown, Leon Niederberger, Michael Clarke, Erik Bradford, Joel Hofmann, Daniel Assavolyuk, Ture Linden, Kevin Orendorz, Simon Thiel
ZUSCHAUER
3.708
SPECIAL TEAMS CRIMMITSCHAU
Überzahl: 42.85% (7 Überzahlsituationen / 3 Tore)
Unterzahl: 75% (4 Unterzahlsituationen / 1 Gegentor)
TORSCHÜSSE
37:39 (12:8, 10:9, 15:22)