DEL 2 – Saison 2025/26 – 47. Spieltag am 20.02.2026
Schiedsrichter: Aleksander Polaczek, Jan Deckert (Peter Wagner, Denis Menz)


Mit ordentlich Abwärtstrend im Gepäck reisten die Eispiraten heute zum Angstgegner aus Bietigheim. Gerade einmal acht Punkte aus den letzten zehn Spielen stehen zu Buche, nicht ein einziges Mal gelangen dabei mehr als zwei Tore. Und weil mittlerweile auch das Prunkstück der ersten Saisonhälfte, die Defensive, sehr löchrig geworden ist, geht es für die Rot-Weißen nur noch darum, irgendwie über dem ominösen Strich unter Platz 10 der Tabelle zu bleiben. Dafür sind aber irgendwann Punkte nötig, denn die Konkurrenz schläft nicht. Na ja, irgendwie schon, aber darauf darf man sich nicht verlassen…

Katastrophaler Start

Die Eispiraten begannen das Spiel so, wie sie die letzten Spiele beendet haben: schlichtweg katastrophal. Nach kurzem Abtasten zu Beginn reichte ein einziger Fehler scheinbar, um bei den Rot-Weißen das Kopfkino anzuwerfen. Den machten im Verbund Kevin Reich und Ole Olleff, der eine schien die Scheibe nach einem harmlosen Schuss festhalten zu wollen, ließ sie dann aber doch wieder los, dem anderen ging das alles zu schnell, und so stand Expirat Kanya plötzlich allein mit dem Puck vor einem völlig leeren Tor und schob zum 1:0 ein. Einfacher kriegt man in dieser Liga keinen Treffer zusammen. Ab da war es mit der eh schon rudimentären Herrlichkeit der Gäste für die ersten 20 Minuten völlig vorbei. Alibipässe wurden permanent zu Fehlpässen, wenn mal einer ankam, dann bestimmt nicht genau auf die Kelle des Mitspielers. Angriffe endeten zu mehr als 50% damit, daß irgendwer den Puck nach vorn in die Bande spielte, wo Bietigheim schon drauf wartete. Meist kam es aber gar nicht so weit, weil die Hausherren etwas beherrschen, womit die Eispiraten schon die ganze Spielzeit ihre Probleme haben: energischen Forecheck. Selbst das erste zugesprochene Powerplay für die Westsachsen brachte rein gar nichts. Nach kurzer Zeit ging auch ein Eispirat auf die Strafbank, und als der fünfte Bietigheimer aufs Eis zurückkam, schienen das nicht alle Crimmitschauer mitbekommen zu haben, so daß im Endeffekt ein 5 vs 3 vor Reich stattfand, und wie so etwas bei der Hammer-Offense der Hausherren ausgeht, konnten sich die Eispiraten dann aus der Nähe anschauen: Fonstad auf Racuk, 2:0. Ein ganz klein wenig fingen sich die Gäste dann zwar, das bessere Team blieben aber die Steelers. Trotzdem wäre fast das 2:1 gelungen: Corey Mackin, der noch lange nicht wieder der Alte ist nach seiner Verletzung, scheiterte aber am sensationell reagierenden Schmidt. Auf der Gegenseite traf Goldhelm Dugan noch einmal die Latte, so daß die Rot-Weißen mit dem 2:0 eigentlich noch ganz gut bedient waren.

Gutes Powerplay alleine reicht nicht 

Erst einmal ging das dann alles auch zu Beginn des Mittelabschnitts so weiter: Bietigheim mit jeder Szene gefährlich nah dran, ein Tor zu machen, Crimmitschau mit jeder Szene gefährlich nah dran, einen Konter zu fangen. Nach vorn gelang (noch) nichts jedenfalls. Und hinten schlug Kamerad Slapstick erneut zu. Ein harmloses Schüßchen von Dronia bahnte sich seinen Weg über mehrere Stationen bis genau auf die Kelle von Racuk, und der hatte keine Mühe, gegen eine komplett orientierungslose Eispiratenabwehr das 3:0 zu machen. In der Zeit, bis die rot-weißen Defender mitbekommen hatten, wo der Puck war, hätte der drei Tore geschossen. Und das sind Aufmerksamkeitsfehler, die eine halbe Saison da hinten drin so gut wie gar nicht vorgekommen sind. Wo ist diese defensive Stabilität geblieben? Wo der unbedingte Wille, seinem Goalie die Schüsse vom Hals zu halten? Wären nicht mit Schüle und Sturm gleich zwei Bietigheimer Verteidiger nacheinander auf die Strafbank gegangen, wäre die Partie sicher schon im zweiten Drittel entschieden worden. So aber holten die Hausherren die Rot-Weißen zurück ins Spiel, denn es dauerte ganze 48 Sekunden, und dann stand es plötzlich 3:2. Erst ballerte McCormick mit ordentlich Frust die Scheibe von der blauen Linie ins Netz, dann machte es ihm Streu vom rechten Bullypunkt nach. Nachdem die Westsachsen mit dem Momentum im Rücken noch ein paar gute Chancen aufs Eis brachten, war es aber dann mal wieder eine defensive Schlafwageneinlage, die diese Phase beendete: Fischer konnte sich nicht darüber beklagen, dass sich ein Eispiratenspieler in seine Komfortzone verirrte und sagte mit dem 4:2 artig danke. Danach war es zumindest ein ausgeglichenes Spiel, passiert ist aber nichts mehr bis Minute 40. 

Bietigheim zu clever, um das noch zu verlieren

Den Schlussabschnitt begannen die Eispiraten in Überzahl, und da durfte man aufgrund der zwei vorhergegangenen Treffer durchaus hoffen. Aber leider nur kurz, dann nutzten die Steelers einen weiteren der unzähligen schlechten Aufbaupässe, fuhren einen Unterzahlkonter, und Racuk, der eh on fire ist, zirkelte die Scheibe genau in den Winkel. Man muss den Eispiraten durchaus zugute halten, daß sie sich auch von diesem erneuten Rückschlag nicht komplett entmutigen ließen, sie versuchten es wirklich, und es gelang auch tatsächlich noch einiges nach vorne. Streu mit seinem zweiten Treffer aus der Distanz und Neuzugang Kuhnekath, der im Powerplay sehenswert abfälschte, stellten auf 5:4, und wieder war das Match ganz eng. Aber auf der Gegenseite stehen halt mit Racuk, Dugan, Fonstad, Kemp Stürmer, denen so was wenig Angst macht. Die treffen dann einfach selber. Kemp in Überzahl per Rebound unters Dach machte eigentlich schon den Deckel drauf. Und Fischer nutzte die verzweifelte Herausnahme Kevin Reichs zum abschließenden Empty-Netter. 

Den Eispiraten steht das Wasser bis zum Hals, da müssen wir uns nichts vormachen. Die Partien gehen im halben Dutzend verloren, die Defensive ist schwammig, die Offensive nur bedingt kreativ und/oder zielsicher. Einzig die Tatsache, daß alle Mitkombattanten um Platz 10 ebenso schwächeln, hält uns noch am Atmen. So, wie es aussieht, gehen die Rot-Weißen in den letzten drei Partien auf Do-or-die-Spiele zu, denn dann gehts gegen Weiden und Kaufbeuren sowie nach Freiburg. Kann ja auch eine Chance sein, man hat es dann zumindest selbst in der Hand. Zunächst gilt es jedoch, volle Konzentration auf die Matches gegen Landshut und in Ravensburg zu legen. Auch dort sind Punkte zu vergeben, und man sollte sich nicht darauf verlassen, daß Bad Nauheim, Freiburg und Weiden schon weiterhin genau so schwach punkten wie man selbst.

 


1:0 (03:49) Tamas Kanya (Sören Sturm, Pavel Dronia)
2:0 (09:33) Marek Racuk (Cole Fonstad, Jack Dugan) PP1 5-4
3:0 (21:48) Marek Racuk (Pavel Dronia, Brett Kemp)
3:1 (27:31) Adam McCormick (Corey Mackin, Tim McGauley) PP2 5-3
3:2 (28:09) Sebastian Streu (Denis Shevyrin) PP1 5-4
4:2 (30:41) Mike Fischer (Brett Kemp, Marek Racuk)
5:2 (40:32) Marek Racuk (Tim Schüle, Brett Kemp) SH1 4-5
5:3 (44:35) Johannes Schmid (Corey Mackin, Adam McCormick)
5:4 (52:46) Philipp Kuhnekath (Sebastian Streu, Ladislav Zikmund) PP1 5-4
6:4 (55:10) Brett Kemp (Jack Dugan, Arne Uplegger) PP1 5-4
7:4 (58:33) Mike Fischer (Tim Schüle) ENG PP1 5-5


Bietigheim Steelers – 12 Minuten
07:19 – 2 Min. – Mick Hochreither (Halten)
13:14 – 2 Min. – Marek Racuk (Halten)
26:17 – 2 Min. – Tim Schüle (Stockschlag)
27:21 – 2 Min. – Sören Sturm (Spielverzögerung)
39:47 – 2 Min. – Pavel Dronia (Stockschlag)
43:45 – 0 Min. (Penalty) – Tim Schüle (Stockschlag)
50:53 – 2 Min. – Jack Dugan (Stockschlag)

Eispiraten Crimmitschau –  6 Minuten
08:54- 2 Min. – Kevin Reich (Beinstellen)
54:42 – 2 Min. – Ole Olleff (Stockschlag)
56:39 – 2 Min. – Felix Thomas (Haken)


Bietigheim Steelers
Tor: Olafr Schmidt (Florian Mnich) – Abwehr: Benedikt Jiranek, Pawel Dronia, Sören Sturm, Tim Schüle, Mick Hochreither, Arne Uplegger – Angriff:  Jack Dugan, Brett Kemp, Tamás Kánya, Filip Reisnecker, Marek Racuk, Cole Fonstad, Alexander Preibisch, Ratislav Judin, Bastian Eckl, Mike Fischer

Eispiraten Crimmitschau
Tor: Kevin Reich (Christian Schneider) – Abwehr: Felix Thomas, Adam McCormick, Ole Olleff, Gregory Kreutzer, Alexander Vladelchtchikov, Mario Scalzo – Angriff: Nikolas Biggins, Till Michel, Alexander Schmidt, Ladislav Zikmund, Tim McGauley, Johannes Schmid, Philipp Kuhnekath, Denis Shevyrin, Corey Mackin, Louis Brune, Dylan Wruck, Sebastian Streu


3.809


Überzahl: 050.00% (6 Überzahlsituationen / 3 Tore)
Unterzahl: 00.00% (3 Unterzahlsituationen / 3 Gegentore)


35:39 (11:9, 14:15, 10:15)