Nach der unnötigen Niederlage in Weiden und der dünnhäutigen DEL-2-Ligenentscheidung gegen Eispiraten-Coach Jussi Tuores unter der Woche wollten die Westsachsen eine sportliche Antwort geben. Größer konnte die Aufgabe kaum sein, trat man doch beim amtierenden Spitzenreiter an, der seine Eisfläche auf NHL-Maße verkleinert hat. Tuores gab Backupkeeper Pascal Seidel die erste Bewährungschance, ansonsten blieb der Eispiratenkader konstant zum Ligaauftakt und zog dem Titelkandidaten Kassel mit 5:3 (1:1, 2:0, 2:2) den Zahn.

Die erste Chance im Spiel hatte Tim Lutz, Kassel tat sich schwer. Doch in eigener Unterzahl schickte Weidner  den formstarken Mieszkowski auf die Reise, der Riese im Team der Hessen traf durchs five-hole von Seidel zur Führung. Die Westsachsen blieben aber weiter am Drücker und im zweiten powerplay traf Logan Will zum verdienten Ausgleich per rebound. Das erste Drittel verzeichnete schlussendlich ein klares Chancenplus für Rot-Weiß.

Im Mittelabschnitt sahen die zahlreichen Eispiratenanhänger einen über 8 minütigen Dauerdruck ihrer Mannschaft, unterbrochen durch eine unnötige Strafe (6 Mann). Kassel fiel wenig ein und so drehten nach überstandener Unterzahl die Gäste mit zwei Topchancen das Spiel und belohnten sich für ihr starkes Auftreten. Erst traf shootingstar Noah Garthe per onetimer nach Vorlage von Lutz zur Führung, die Turbobrune mit einem starken Solosprint noch ausbauen konnte, als er Maurer den Puck durch die Schoner schob.

Direkt vom bulli weg traf O`Donnell zum schnellen, überraschenden Anschluss für seine Farben. Im folgenden Powerplay lud Adam McCormick von der Blauen durch und Jarno Kärki fälschte im hohen slot entscheidend ab zur erneuten Doppelführung und entriss den Hessen das kurzzeitige Momentum wieder. Doch Kassel traf postwendend in ihrem powerplay zum erneuten Anschluss durch Wilkie und läutete die heiße Schlussphase ein. Der Eispirat für späte Tore sah nun seine Zeit gekommen, gekonnt hielt er seinen Schläger in einen blueliner und stellte den alten Abstand wieder her.  Souverän im Stile eines Spitzenteams brachten die Westsachsen die restliche Minuten über die Zeit und feierten einen absolut verdienten Auswärtssieg beim alten Tabellenführer.

Negativ am Rande muss erwähnt werden, daß es unschöne Szenen im Gästeblock gab – wir verurteilen dies aufs Schärfste und distanzieren uns deutlich von diesen Krawallrabauken. Bitte bleibt zukünftig vom Eishockeysport weit entfernt!