DEL2 – Saison 2026/27 – 13. Spieltag am 30.10.2026
Schiedsrichter: Lukas Voit, Marius Wölzmüller (Soeren Kriebel, Simon Hintermeier)


Trainerwechsel in der DEL 2 bei den gegnerischen Teams gab es schon immer mal, doch gefühlt spielten sich diese in den vergangen Jahren meist vor dem Gastspiel der Eispiraten ab. Und so war es auch diesmal in Rosenheim, unter der Woche wurde die dortige Zusammenarbeit mit Jari Pasanen nach 4 durchaus erfolgreichen Jahren beendet, nachdem die Oberbayern mit einem durchaus starken Kader eher ausbaufähig in die Saison gestartet sind. Für die Eispiraten wartete einmal mehr eine undankbare Aufgabe gegen ein sicher durch den Trainerwechsel nicht unmotiviertes Team der Starbulls…

Sonntagsschuss aus 45 Metern Entfernung

Mit Jarno Kärki nach Ablauf seiner Sperre und Leon Schulz nach Verletzung standen Jussi Tuores zwei Spieler mehr als in der Vorwoche wieder zur Verfügung. Das Spiel begann mit einem kuriosen Nackenschlag für die Westsachsen, denn nach gerade einmal 105 Sekunden lief Rosenheims Verteidiger Adam hinter dem eigenen Tor aus der eigenen Zone los und zog in Höhe des eigenen Bullykreises ab, rund 45 Meter lagen zwischen ihm und dem Crimmitschauer Tor. Eigentlich ein Schuss, der für einen Torhüter aus dieser Entfernung keine unlösbare Aufgabe darstellen sollte, doch der Schuss war optimal getroffen, die Scheibe hatte eine hohe Geschwindigkeit und rutschte Kevin Reich durch ins Netz zum 1:0 für Rosenheim – ein Treffer, den man als Goalie wahrscheinlich nur einmal im Leben bekommt, als Verteidiger sowieso und der beide Fanlager zunächst einmal für ungläubiges Staunen sorgte.

Die Eispiraten ließen sich davon zunächst aber nicht völlig aus der Ruhe bringen. Sie versuchten, den frühen Schock abzuschütteln und selbst offensive Akzente zu setzen, Stanislav Dietz hatte in der elften Minute eine gute Möglichkeit, sein Schuss zischte jedoch knapp am linken Pfosten vorbei. Auch Leon Neiger kam nach einem Zwei-auf-eins-Konter zum Abschluss, scheiterte aber am stark reagierenden Rosenheimer Schlussmann Christopher Kolarz gleich zweimal mit Schuss und Nachschuss. Doch während die Eispiraten ihre Chancen nicht nutzen konnten, zeigten sich die Hausherren effizienter. Rosenheim setzte die Gäste mit aggressivem Forechecking unter Druck und zwang sie immer wieder ins eigene Drittel. In der 17. Minute fiel schließlich das 2:0: Kevin Marx Norén zog ab, Kevin Reich konnte den Schuss zunächst abwehren, doch Lewis Zerter-Gossage reagierte am schnellsten im Slot und verwertete den Abpraller zum 2:0. Damit ging es für die Eispiraten trotz etwas mehr Spielanteilen mit einem Zwei-Tore-Rückstand in die erste Pause.

McCormick lässt Eispiraten hoffen

Beide Mannschaften suchten im zweiten Drittel den Weg nach vorn und es entwickelte sich zu Beginn ein offener Schlagabtausch. Auf Crimmitschauer Seite hatte Tim Lutz eine gute Gelegenheit, konnte seinen Alleingang aber nicht erfolgreich abschließen. Auch Rosenheim kam zu Möglichkeiten, doch Kevin Reich verhinderte zunächst einen weiteren Gegentreffer. Mit zunehmender Spielzeit verschob sich das Kräfteverhältnis allerdings immer deutlicher zugunsten der Oberbayern. Die Starbulls setzten ihren Forecheck konsequent fort, störten den Spielaufbau der Eispiraten früh und machten es den Westsachsen schwer, kontrolliert aus der eigenen Zone zu kommen. In der 34. Minute fiel schließlich folgerichtig und durchaus verdient das 3:0, Hanna legte die Scheibe sauber auf Erik Ullman zurück, der aus der Halbdistanz direkt abzog und ins lange Eck traf. Kurz vor der zweiten Pause gab es aber endlich den Moment, der den Crimmitschauer Anhängern wieder etwas Hoffnung machte. Nach einer Strafzeit gegen Rosenheim bekamen die Westsachsen die Gelegenheit, im Powerplay zu verkürzen. Die Eispiraten ließen die Scheibe gut laufen und fanden schließlich durch Adam McCormick die Lücke, als dieser von der blauen Linie mit einem satten Schuss abzog. Ein wichtiger Treffer zum richtigen Zeitpunkt ließ ein wenig Hoffnung auf eine Wende zurückkommen.

Rosenheim lässt nichts mehr anbrennen

Mit dem Anschlusstreffer im Rücken wollten die Eispiraten im Schlussdrittel noch einmal angreifen, ein weiteres Tor hätte die Partie wieder spannend machen können. Collin Adams sorgte kurz nach Wiederbeginn mit einer starken Einzelaktion für Gefahr, mit einer feinen Finte tankte er sich durch, doch Christopher Kolarz reagierte stark und verhinderte den Anschlusstreffer. Und wie schon gewohnt kam es statt des erhofften 2:3 zum nächsten Rückschlag. In der 43. Minute musste Noah Garthe auf die Strafbank, Rosenheim nutzte die Überzahl konsequent. Nach einer misslungenen Klärung landete die Scheibe bei Goldhelm Scott Feser, der ehemalige Crimmitschauer ließ Emil Quaas mit einer Verzögerung ins Leere laufen und schloss anschließend unhaltbar ins linke obere Eck ab.Damit waren die Messen gelesen, in den Folgeminuten bekamen die Eispiraten zwar noch mehrere Gelegenheiten, in Überzahl zu agieren, doch hier blieben die Westsachsen im Gegensatz zum ersten Powerplay zu ungefährlich, es fehlten die zündende Ideen, der direkte Zug zum Tor und letztlich auch die Durchschlagskraft, um Kolarz ernsthaft in Bedrängnis zu bringen. Rosenheim verteidigte den Vorsprung konsequent, ließ kaum noch etwas anbrennen und spielte die Partie kontrolliert herunter. 3 Punkte blieben in Oberbayern und Jamie Bartman als Interimscoach konnte seinen Einstand erfolgreich gestalten.


1:0 (01:45) Maximilian Adam (Kevin Norén)
2:0 (16:01) Lewis Zerter-Gossage (Kevin Norén)
3:0 (33:05) Erik Ullman (Shane Hanna, Michael Musin)
3:1 (39:06) Adam McCormick (Collin Adams, Noah Garthe) – PP 1 5-4
4:1 (42:47) Scott Feser (Lukas Laub, Keaton Mastrodonato) – PP 1 5-4


SB Rosenheim – 8 Minuten
38:31 – 2 Min. – Jordy Bellerive (Übertriebene Härte)
46:25 – 2 Min. – Samir Kharboutli (Check mit dem Stock)
48:31 – 2 Min. – Shane Hanna (Beinstellen)
54:45 – 2 Min. – Jordy Bellerive (Stockschlag)

Eispiraten Crimmitschau – 6 Minuten
27:30 – 2 Min. – Johannes Schmid (Halten)
42:19 – 2 Min. – Noah Garthe (Stockschlag)
58:27 – 2 Min. – Sebastian Streu (Stockschlag)


SB Rosenheim
Tor: Christopher Kolarz (Louis Müller) – Abwehr: Shane Hanna, Erik Ullman, Sean Giles, Ryan McKiernan, Maximilian Adam, Kevin Norén, Lars Bosecker – Angriff: Lukas Laub, Jordy Bellerive, Keaton Mastrodonato, Samir Kharboutli, Scott Feser, Lewis Zerter-Gossage, Fabian Dietz, Tomas Rubes, Jordan Taupert, Michael Musin, Luigi Calce, Johannes Achatz

Eispiraten Crimmitschau
Tor: Kevin Reich (Pascal Seidel) – Abwehr: Finn Fuchs, Stanislav Dietz, Adam McCormick, Mirko Sacher, Emil Quaas, Felix Thomas – Angriff: Collin Adams, Tim Lutz, Noah Garthe, Jarno Kärki, Logan Will, Louis Brune, Sebastian Streu, Johannes Schmid, Leon Neiger, Nikolas Biggins, Leon Schulz


3.425


Überzahl: 25.00% (4 Überzahlsituationen / 1 Tor)
Unterzahl: 66.67% (3 Unterzahlsituationen / 1 Gegentor)


39 : 37 (11:15, 18:13, 10:9)