
Die DEL 2 hat eine weitere englische Woche im Spielplan vorgesehen – die letzte vor den Playoffs bzw. Playdowns. Als Gegner gastieren die Starbulls Rosenheim im Sahnpark, wo zuletzt starke und spielfreudige Eispiraten auf die Bayern warten. Aber auch die Rosenheimer haben zuletzt einen steilen Formanstieg verzeichnen können und sich bis auf Platz 6 vorgearbeitet, weshalb den Fans im Eisstadion sicherlich eine enge und umkämpfte Partie geboten wird.
Gegnervorschau Starbulls Rosenheim
44.Spieltag, Dienstag 03.02.2015, 20.00 Uhr
Eispiraten Crimmitschau – Starbulls Rosenheim
Schiedsrichter: Sascha Westrich (Mathias Komorek, Dominik Pfeifer)
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Trainer
Mit Franz Steer steht einer der dienstältesten Trainer der DEL 2 hinter der Bande der Rosenheimer. Seit Februar 2008, also seit genau 7 Jahren schwingt der „Pfundskerl“ Steer das Zepter der Oberbayern. Wie schon zu seiner Zeit als beinharter Verteidiger nimmt Steer auch als Coach kein Blatt vor den Mund und eckt damit in steter Regelmäßigkeit an. Der Erfolg mit den Starbulls indes gibt ihm recht.
Tor
Mit Patrick Ehelechner (26 Sp, 2.89 GT/Sp, 1 SO) haben die Innstädter eigentlich eine ausgezeichnete Nummer 1 im Kasten, der jedoch eine kleine Schwächephase im Dezember zum Verhängnis wurde, denn der erst 20jährige Backup Timo Herden (20 Sp, 2,32 GT/Sp, 2 SO) nutzte die Gunst der Stunde auf fulminante Weise und hat in diesem Jahr alle Spiele der Starbulls absolviert. Mit dem Ergebnis, dass der junge Goalie nun sogar die beste Gegentorquote der Liga hat.
Abwehr
Von der Sicherheit Herdens zwischen den Pfosten profitiert natürlich auch die Verteidigung der Rosenheimer, die von den Routiniers Marcus Götz (41 Sp, 4+14), Beppo Frank (35 Sp, 2+8), Michael Rohner (43 Sp, 2+11) sowie dem äußerst speilstarken US-Amerikaner Tim Kunes (43 Sp, 4+24) zusammengehalten wird. An der Seite des erfahrenen Quartetts können sich die jungen Cracks wie Marinus Kritzenberger (41 Sp, 1+4), Maximilian Vollmayer (25 Sp, 0+3) und Tobias Thalhammer (37 Sp, 0+1) bestens entwickeln. Zudem haben die Rosenheimer Max Meirandres (17 Sp, 0+3) wieder fest aus der DEL an den Inn zurückgelotst.
Sturm
Lange Zeit schwebte über den Kontingentstürmern der Rosenheimer das Damoklesschwert, denn der Durchhänger in der ersten Saisonhälfte wurde überwiegend an den ausländischen Angreifern fest gemacht. Die Verantwortlichen zogen daraufhin die Notbremse und verpflichteten mit Stephen Schultz (US, 8 Sp, 3+3) den fünften Kontingentspieler. Der Druck auf den Rest wurde dadurch erhöht, was durchaus seinen Zweck erfüllte, denn Sergio Somma (US, 35 Sp, 11+18) und Tyler McNeely (CAN, 38 Sp, 9+28) konnten seitdem zulegen. Ob es für sie auch kommende Saison in Rosenheim weitergeht, darf aber bezweifelt werden. Behalten würden die Fans aber ganz sicher ihren „Trabuccooo oho“. Gemeint ist Mario Valery-Trabucco (CAN, 43 Sp, 27+23), der nicht nur Torriecher beweist, sondern auch die glänzende Spielübersicht besticht. Die beiden Altstars Andrej Strakhov (38 Sp, 11+16) und Kapitän Stephan Gottwald (27 Sp, 7+4) komplettieren die Riege der Leistungsträger, um die sich eine stattliche Anzahl talentierter junger Spieler schart. Den Durchbruch und damit einen Schritt Richtung DEL haben heuer definitiv Benjamin Zientek (43 Sp, 11+12) und Fabian Zick (36 Sp, 8+8) gemacht. Aber auch Manuel Edfelder (22 Sp, 3+6), Raimund Hilger jun. (42 Sp, 2+3) und Leopold Tausch (40 Sp, 2+1) konnten schon auf sich aufmerksam machen. Maximilian Hofbauer (42 Sp, 7+20) und Simon Fischhaber (40 Sp, 8+12) sind zwei Mittzwanziger, die sich zu gestandenen Zweitligacracks entwickelt haben, während die etwa gleichaltrigen Robert Schopf (43 Sp, 1+3) und Robin Hanselko (43 Sp, 2+0) möglicherweise über kurz oder lang eine Etage tiefer spielen werden.
Saison
Die Starbulls Rosenheim in der 2. Bundesliga bzw. DEL 2 verbindet man mit erfolgreichem Eishockey und einer Playoff-Garantie, denen nur noch das i-Tüpfelchen der Meisterschaft fehlte. So meinten nicht wenige vor der Saison, dass die Oberbayern diese Saison reif für den Titel wären und somit als Geheimtip galten. Weit gefehlt dachte man in der ersten Saisonhälfte, denn den Starbulls drohte aufgrund teilweise äußerst dürftiger Leistungen mitunter der Fall aus den Playoff-Rängen. Die Cracks um Franz Steer haben sich inzwischen aber gefangen und mit neuem Selbstvertrauen und einem mutigen, aber letztlich Erfolg bringenden Wechsel im Tor den Weg in Richtung direkter Playoff-Teilnahme eingeschlagen. Die ist zwar derzeit noch heiß umkämpft, aber von den betroffenen Teams scheinen die Starbulls aufgrund ihrer guten Form die besten Karten zu haben. 68 Punkte und 128:120 Tore bedeuten aktuell Rang 6. Einzig die viertwenigsten Tore der Liga könnten den Rosenheimern noch Sorgenfalten bereiten, die fünftbeste Abwehr legt darüber aber zumeist einen Schleier. Die Anzahl der geschossenen und kassierten Tore spiegelt sich auch in den Special Teams wider, wo der SBR in Unterzahl zufriedenstellend auf Rang 7 (80.21%) positioniert ist, im Powerplay aber nicht über Rang 10 (17.78%) hinauskommt.
Die Lage bei den Eispiraten…
… hat sich tabellarisch am vergangenen Wochenende weder verbessert noch verschlechtert. Platz 11 ist fest zementiert und wird bis Saisonende garantiert nach unten nicht mehr verlassen. Nach oben wird man abwarten müssen, wie sich die Konkurrenz schlägt. Zufriedener dürfen wir nach den Spielen gegen Heilbronn und in Riessersee aber definitiv sein. Denn wann kam es zuletzt vor, dass die Eispiraten in zwei aufeinanderfolgenden Heimspielen 17 Tore erzielten und dabei locker-flockig Weißwasser und Heilbronn in ihre Einzelteile zerlegten. Und diese beiden Teams sind definitiv keine Laufkundschaft (der Tabellenplatz der Falken mal ausgeklammert). Keine Laufkundschaft ist auch Riessersee, was am vergangenen Spieltag deutlich wurde. Nachdem die Eispiraten ab Mitte des Spiels das Zepter abgeben und verdient nach einer 2:1-Führung einen 2:3-Rückstand hinnehmen mussten, kämften sie sich dennoch mit dem späten Ausgleich zu einem Punkt, der Anerkennung für die Moral und die Leistungen der Truppe in den letzten Wochen sein sollte.
Gegen Rosenheim freilich wartet eine ähnlich schwere Aufgabe wie in Garmisch. Denn die Starbulls dürften nicht so geradlinig ins offene Messer laufen wie Weißwasser und Heilbronn, weshalb sich die ETC-Fans lieber nicht auf einen weiteren Kantersieg einstellen sollte. Im Gegenteil, die Lee-Schützlinge werden sicherlich enorm gefordert, um als Außenseiter in dieser Partie möglichst viele Punkte im Sahnpark zu behalten.