DEL 2 – Saison 2025/26 – 34. Spieltag am 11.01.2026
Schiedsrichter: Vladislav Gossmann, Lukas Voit (Moritz Bösl, Markus Paulick)


Der Sahnpark ein Eisschrank wie seit langem nicht – bei Temperaturen unterhalb der -10-Grad-Marke und nicht gerade optimalen Straßenverhältnissen blieben leider auch die Zuschauer weg. Positiv hingegen, dass mit sich Till Michel einer der Langzeitverletzten ins Team zurück gemeldet hat…

Wenn Effektivität die Spieldominanz schlägt

Die Fans, die der Eiseskälte trotzten, waren bereit, die Eispiraten auch an diesem kalten Januarabend nach vorn zu treiben. Von der ersten Minute an war spürbar, Crimmitschau wollte dieses Spiel, wollte die Punkte zu Hause behalten, wollte ein Zeichen setzen. Und tatsächlich gehörte das erste Drittel spielerisch den Eispiraten. Mit viel Tempo, frühem Forecheck und guter Scheibenbewegung schnürten die Hausherren die Eisbären Regensburg phasenweise in deren Zone ein. Chancen waren da, Abschlüsse wurden genommen, der Puck lief – doch was fehlte, war die letzte Konsequenz vor dem Tor. Regensburg stand kompakt, lauerte – und wartete geduldig auf seine Momente. Und dann kam leider auch die kalte Dusche in der Schlussphase des ersten Drittels. Fast aus dem Nichts nutzten die Gäste eine ihrer wenigen Möglichkeiten eiskalt: Zunächst traf Angaran nach einem schnellen Angriff mit einem platzierten Schuss in den linken Winkel und nur Augenblicke später legte Naud nach. Zwei Gegentore binnen kürzester Zeit und kurz vor Drittelende, und plötzlich stand ein 0:2 auf der Anzeigetafel – ein Spielverlauf, der den tatsächlichen Kräfteverhältnissen in diesem Drittel kaum gerecht wurde. Effektivität schlug Spielkontrolle, und die Eispiraten mussten mit einem bitteren Rückstand in die Kabine.

Regensburg verwaltet ausgeglichenes Drittel

Im zweiten Drittel versuchten die Westsachsen, den späten Nackenschlag aus dem ersten Drittel abzuschütteln und es war zu spüren, dass sich die Eispiraten von diesem Rückstand nicht aus dem Konzept bringen lassen wollten. Der Wille war da, der Einsatz stimmte, doch Regensburg zeigte sich jedoch nun äußerst diszipliniert, agierte abgeklärt und machte die Räume eng. Die Gäste aus der Domstadt ließen die Scheibe clever laufen, störten früh im Spielaufbau und zwangen die Eispiraten immer wieder zu Umwegen. Crimmitschau rannte an, erspielte sich Möglichkeiten, scheiterte jedoch entweder am eigenen Abschluss oder an Gästegoalie Neffin, der wie immer in den Duellen gegen die Eispiraten über sich hinauszuwachsen scheint, so dass der Lohn zunächst ausblieb. Mit dem unveränderten Spielstand ging es in die zweite Pause – doch jedem im Stadion war klar: Dieses Spiel ist noch nicht entschieden.

0,7 Sekunden reichen eben auch mal

 Zunächst ging bei den Eispiraten aber offensiv nicht mehr viel, so dass schon einige Fans der Westsachsen den Glauben an ein Tor verloren hatten. Denn die Regensburger Defensive machte zu 110% ihren Job, während die Eispiraten zwar gefällig spielten, aber das reicht in dieser Liga schlichtweg nicht, denn vor dem gegnerischen Tor zeigten die Hausherren einfach viel zu wenig. Doch einige Spiele in dieser Saison haben es bereits gezeigt: Aufgeben ist keine Option. Und so wurde der Sahnpark im Schlussdrittel erneut zur Bühne für Leidenschaft und Kampfgeist. In der 51. Minute war es Robin Veber, der endlich den Bann brach und mit seinem Treffer zum 1:2 neue Hoffnung entfachte, als vor ihm im Ping-Pong-Stil die Scheibe landete und der zum 1:2 abstaubte. Plötzlich war auch das Stadion wieder da. Die Eispiraten warfen nun alles nach vorn. Jeder Wechsel, jeder Zweikampf, jeder Schuss war getragen von dem Gefühl: Hier geht noch was. Jussi Tuores gin volles Risiko und nahm Christian Schneider bereits knapp 3 Minuten vor Schluss aus dem Kasten. Und dann kam dieser unfassbare Moment, der sich tief ins Gedächtnis aller Anwesenden brennen sollte: Bully 3 Sekunden vor Ende des Spiels im Gästedrittel, Crimmitschau gewinnt dieses und Corey Mackin spielt auf Adam McCormick, der 0,7 Sekunden den Puck zum 2:2-Ausgleich ins Netz jagte. Der Sahnpark explodierte bei einem Tor, wie es nur der Eishockeysport schreiben kann.

Vermeidbarer Stellungsfehler entscheidet das Spiel für Regensburg

In der Overtime wollten die Eispiraten den emotionalen Schwung nutzen, die Angriffe rollten auf Neffin zu, die größte Möglichkeit hatte Dylan Wruck, der sich klasse durchsetzte und an Neffin scheiterte. Kurz vor Ende der spannenden Verlängerung zeigte sich erneut die Abgeklärtheit der Gäste, wobei die Eispiraten einen vermeidbaren Stellungsfehler hatten. Ein Regensburger Gegenspieler fuhr zum Wechsel, während sein Kollege Giles zwei Eispiraten an der Bande beschäftigte. Dylan Wruck lauerte an der blauen Linie auf den Puck, allerdings wurde durch diese Aktion Slezak im Slot völlig übersehen und durch einen glücklichen Puckgewinn bekam dieser die Scheibe und konnte sich seelenruhig aussuchen, wohin er die Scheibe schicken konnte. Der Treffer war dann das bittere Ende eines Spiels in einem 6-Punkte-Spiel, wo ein Punkt zu wenig ist, vor allem zu Hause. Dennoch muss man von Glück reden, dass die Eispiraten mit Kampfgeist überhaupt den einen Punkt noch geschafft haben. Am kommenden Freitag steht zu Hause gegen Bietigheim schon das nächste 6-Punkte-Spiel an. Eine Leistungssteigerung  innerhalb der regulären Spielzeit ist da unbedingt erforderlich.


0:1 (17:28) Alejandro Angaran (Jakob Weber, Sean Giles)
0:2 (19:42) Guileaume Naud (Sean Giles)
1:2 (50:21) Robin Veber (Sebastian Streu, Tim McGauley)
2:2 (59:59) Adam McCormick (Corey Mackin) 6-5
2:3 (64:23) Kevin Slezak (Sean Giles) 3-3


Eispiraten Crimmitschau –  4 Minuten
30:38 – 2 Min. -Ole Olleff (Spielverzögerung)
45:32 – 2 Min. – Louis Brune (Stockschlag)

Eisbären Regensburg – 2 Minuten
37:29 – 2 Min. – Nikola Gajovsky (Haken)


Eispiraten Crimmitschau
Tor: Christian Schneider (Lex Kasakow) – Abwehr:  Felix Thomas, Adam McCormick, Alexander Schmidt, Ole Olleff, Gregory Kreutzer, Alexander Vladelchtchikov, Mario Scalzo – Angriff: Dominic Walsh, Till michel, Maxim Trepanier, Tim McGauley, Johannes Schmid, Robin Veber, Denis Shevyrin, Corey Mackin, Louis Brune, Dylan Wruck, Sebastian Streu

Eisbären Regensburg
Tor: Jonas Neffin (Konrad Fiedler) – Abwehr: Guillaume Naud, Marian Bauer, Pascal Zerressen, Sean Giles, Nick Mähler, Jakob Weber, Patrick Demetz – Angriff: Alex Berardinelli, Bryce Kindopp, Samuel Payeur, Constantin Ontl, Aleandro Angaran, Yuma Grimm, Marks Jirgensons, Nikolaj Gajowski, Donat Peter, Kevin Slezak, Corey Trivino, Jeremy Bracco


1.685


Überzahl: 00.00% (1 Überzahlsituationen / 0 Tore)
Unterzahl: 100.00% (2 Unterzahlsituationen / 0 Gegentore)


Crimmitschau / Eisbären Regensburg
15/11
10/7
9/7
5/2
39/27