DEL 2 – Saison 2025/26 – 43. Spieltag am 08.02.2026
Schiedsrichter: David Cespiva, Jeroen Klijberg (Jonas Dietrich, Lukas Pfriem)


Im Kampf um den begehrten zehnten Platz sollte es mit den Crimmitschauer Eispiraten und dem EC Bad Nauheim zur Begegnung zweier, direkter Konkurrenten kommen. Wie sich die Eispiraten schlugen …

Kampf und Emotion

Die Eispiraten starteten mit breiter Brust in Nauheim und den Gastgebern war die lange Niederlagenserie durchaus anzumerken. Immer wieder verloren die Nauheimer den Puck im Aufbau beziehungsweise wurden enorm früh von den Eispiraten unter Druck gesetzt. Crimmitschau bestimmte in den entscheidenden Zonen die Zweikämpfe und eroberte Stück für Stück die Kontrolle über das Spiel. Tauchte Nauheim doch mal gefährlich vor dem Tor auf, hielt Reich was auf ihn zukam. Nach 7 Minuten hätte die Führung bereits der verdiente Lohn sein müssen für die Piraten, doch wie so oft diese Saison ließ man das notwendige Quäntchen Cleverness und Selbstbewusstsein vor dem Tor vermissen. Zikmund bediente McGauley mustergültig, der ein 3 auf 1 fuhr und statt den Puck clever zurück zu legen und Kuhn vor eine Herausforderung zu stellen, verzog der Kanadier den Schuss und die Chance verpuffte. Über weite Strecken des Drittels beherrschten die Eispiraten die Zonen, ohne jedoch wirklich druckvoll auf das Tor von Kuhn zu agieren. Brotlose Kunst gab es dann auch in der 13. Minute als Trepanier allein auf Kuhn zustürmte, jedoch von den Nauheimer Verteidigern noch ausreichend gestört werden konnte und so die abermalige Chance für die Führung liegen ließ. So kam, was kommen musste. Zikmund wanderte für einen Stockschlag auf die Strafbank und die Nauheimer fanden sich recht schnell in der Powerplayformation. Bengtsson versuchte es aus dem Slot und während Reich im Tor ohne Schläger agieren musste, tic-tac-toete Nauheim sich zur Führung. Koch passte an die rote Linie zu Bowles und dieser legte mit gutem Auge zu Bengtsson in den Slot, der sich diesmal nicht nochmal bitten ließ und den Angriff mit dem Tor vollendete. (16. Minute). Die Gegner scheinen mittlerweile die Crimmitschauer Unterzahl ausgeguckt zu haben, denn allzu oft funktioniert dieser Spielzug gegen die Piraten, denen mit ihrer inkonsequenten Mischung aus passiver und aktiver Box eine klare Zuordnung fehlt. Nur eine Minute später versuchte Wruck das Ruder wieder rum zu reißen. scheiterte jedoch mit seinem Schuss aus dem Slot und so gingen die Crimmitschauer nach starkem Beginn mit dem Rückstand in die Pause.

Spiel gedreht

Die Eispiraten machten genau da weiter, wo sie im ersten Drittel begonnen hatten und drückten auf das Tor von Kuhn. Nach Hereingabe von Brune, stocherte Zikmund noch einmal gegen Kuhn nach und Tim McGauley drückte den Puck endgültig über die Linie. (22.Minute). Eine Minute später sollten die Eispiraten DIE Chance erhalten das Spiel endgültig auf ihre Seite zu ziehen. Nach Check gegen den Kopf und Nackenbereich von MacPherson gegen Veber musste der Nauheimer Topscorer mit 5+20 Minuten seinen Arbeitstag vorzeitig beenden. Wer der Meinung war, dass das Momentum nun deutlich auf Seiten der Eispiraten lag, sah sich jedoch getäuscht. Ungenaue Pässe und eine fatale Kurzschlussreaktion von Reich ließen das Powerplay zerbröseln wie Zuckerwatte im Regen. Nach zwei Minuten ohne nennenswerte Torabschlüsse im Powerplay ließ Reich sich zu einem Stockcheck gegen einen Nauheimer Angreifer hinreißen und machte damit die Chance im Powerplay zunichte. Im 4 gegen 4 zeigte Nauheim sich deutlich zielstrebiger und kam zu einigen Abschlüssen, ohne Reich jedoch überwinden zu können. Kaum war die Strafzeit von MacPherson beendet, zeigte Adam McCormick einmal mehr seine Qualität. Der junge Verteidiger startete auf links durch, verzögerte kurz und vollendete sein Solo an dem perplex wirkenden Kuhn vorbei zur 1:2 Führung für die Eispiraten. (29. Minute). Kaum die Führung in der Hand schalteten die Eispiraten jedoch unerklärlicherweise in den Sicherheitsmodus und spielten nur noch mit angezogener Handbremse Angsthasenhockey. Die Qualitäten, die die Crimmitschauer bisher gezeigt hatten, gerieten hinter inkonsequenten Zweikämpfen, unsauberen Pässen und ungenauen Abschlüssen ins Wanken und so lud man Nauheim immer wieder zu gefährlichen Toraktionen ein. In Minute 34 verzog Koch glücklicherweise noch und auch Ribanic konnte das freie Tor nicht treffen, da er über den Puck schlug. Die Eispiraten beschränkten sich aufs Kontern, jedoch ohne wirklich Zwingendes zu zeigen. Mit einer verdienten Führung aufgrund Nauheimer Ungenauigkeit und Inkonsequenz ging es für die Piraten in die Pause und in das Elendsdrittel …

Ein Spiel dauert 60 Minuten!

Was sich bereits im zweiten Drittel andeutete offenbarte sich im letzten Drittel in seiner gesamten Tragödie. Die Eispiraten blieben passiv, warteten bis Nauheim sich vor das Tor kombinierte und überließen immer öfter die neutrale Zone den Hessen, die den Schwung durchaus zu nutzen wussten. In der 41. Minute trudelte Bengtssons Schuss nach knapp durch die Beine von Reich und konnte rechtzeitig geklärt werden, doch die Nauheimer zogen weiter das Tempo an und die Crimmitschauer wurden zunehmend passiver. Felix Thomas wusste sich in der 42. Minute nur noch mit einem Haken zu helfen. Das Powerplay überstanden die Crimmitschauer jedoch schadlos. Bis zur 50. Minute hatten die Crimmitschauer ein mageres Torschüsschen im letzten Drittel erspielt und so überraschte es nicht, dass die Nauheimer nicht nur einen, nicht zwei, sondern drei ihrer 18 Schüsse am Ende verwandeln konnten. Zunächst fälschte Pruden in der 50. Minute zum Ausgleich für Nauheim ab und als Denis Sheyvrin für zwei Minuten auf die Strafbank musste, schlug Jordan Hickmott im Powerplay gar zur verdienten Nauheimer Führung zu. (52. Minute). 32 Sekunden dauerte es bis Reich abermals hinter sich greifen musste und Volek zum 4:2 vollendete. (53.Minute). Die Eispiraten begannen nun kopflos, unstrukturiert und ohne Selbstvertrauen nach vorn zu rennen, doch alle Bemühungen verpufften und als McGauley den Emptynettreffer kurz vor Schluss lediglich mit einem Beinstellen zu verhindern wusste, verrannen die Sekunden und man taumelte der vierten Niederlage in den letzten 5 Spielen entgegen. 

Fazit

Die Eispiraten hatten alle Möglichkeiten einen angeschlagenen Gegner und einen direkten Konkurrenten auf Distanz zu halten. Mit Passivität, fehlender Körpersprache und ohne Kampf und Siegeswillen fügte man sich jedoch in eine völlig unnötige Niederlage. Abermals brachen die Piraten im Schlussdrittel ein und spielten Angsthasenhockey. Bereits am Dienstag, den 10.02.2026 geht es weiter mit der Partie gegen die Blue Devils aus Weiden, die nur darauf hoffen die Krise bei den Eispiraten deutlich zu verschärfen und die Crimmitschauer mit in die Tiefen des Abstiegskampfes zu ziehen. Gelingt in Weiden keine deutliche Leistungssteigerung steht die bisherige Saison arg auf der Kippe.

1:0 (15:37) Sebastian Bengtsson (Parker Bowles, Davis Koch) PP1 5-4
1:1 (21:41) Tim McGauley (Ladislav Zikmund, Louis Brune)
1:2 (28:11) Adam McCormick (Ladislav Zikmund)
2:2 (49:34) Garrett Pruden (Davis Koch)
3:2 (51:42) Sebastian Bengtsson (Garrett Pruden) PP1 5-4
4:2 (52:13) Justin Volek (Zach Kaiser, Simon Gnyp) 


EC Bad Nauheim – 25 Minuten
22:01 – 5+20 Min. – Justin MacPherson (Check gegen Kopf und Nacken)

Eispiraten Crimmitschau –  10 Minuten
13:53 – 2 Min. – Ladislav Zikmund (Stockschlag)
23:47 – 2 Min. – Kevin Reich (Hoher Stock)
41:22- 2 Min. – Felix Thomas (Haken)
51:35 – 2 Min. – Denis Sheyvrin (Beinstellen)
57:03 – 2 Min. – Tim McGauley (Beinstellen)

EC Bad Nauheim
Tor: Gerald Kuhn (Finn Becker) – Abwehr: Justin MacPherson, Simon Gnyp, Garret Pruden, Tjark Kölsch, Marius Erk, Christopher Fischer – Angriff: Davis Koch, Lukas Ribarik, Raphael Jakovlev, Sebastian Bengtsson, Philipp Kuhnekath, Justin Volek, Jordan Hickmott, Zach Kaiser, Parker Bowles,  Marc El-Sayed, Julian Lautenschlager

Eispiraten Crimmitschau
Tor: Kevin Reich (Lex Kasakow) – Abwehr:  Felix Thomas, Adam McCormick, Alexander Schmidt, Ole Olleff, Gregory Kreutzer, Alexander Vladelchtchikov, Mario Scalzo – Angriff: Till Michel, Ladislav Zikmund, Maxim Trepanier, Tim McGauley, Johannes Schmid, Robin Veber, Denis Shevyrin, Louis Brune, Dylan Wruck, Sebastian Streu


2.013


Überzahl: 00.00% (1 Überzahlsituationen / 0 Tore)
Unterzahl: 50.00% (4 Unterzahlsituationen / 2 Gegentore)


EC Bad Nauheim 49 : Eispiraten Crimmitschau 34 (12:12;19:15;18:7)