Langsam wird es unheimlich, aber Tabellenzweite können im Kunsteisstadion in Crimmitschau nicht mehr gewinnen. Nach einem richtigen Wintereinbruch mitten im Winter war der Sahnpark richtig runtergekühlt, Außentemperaturen von mehr als -10 Grad Celcius ließen ein richtiges Eishockeyfeeling aufkommen und nicht nur die Trinkflaschen auf der Spielerbank gefrieren. Doch die Eispiraten als Heimmannschaft taten sich sichtlich schwer und die Gäste kamen mit diesen Bedingungen anfangs deutlich besser zu Recht. Aber nicht immer gewinnt die bessere Mannschaft, wie die Eispiraten bereits mehrfach in der Saison zu spüren bekamen, denn diesmal konnten die Westsachsen am Abend ein Spiel mit 4:2 siegreich gestalten, welches der Gegner über weite Phasen überlegen gestalten konnte. Michael Bitzer im Tor sowie der zweimalige Torschütze und Ex-Buam Timo Gams sowie Mathieu Lemay und Petr Pohl sicherten einen glücklichen Heimsieg.

Drittel des Grauens

Michael Bitzer bekam wieder mal das Vertrauen des Coaches und war natürlich mit der ersten Aktion der Gäste sofort gefordert, die mit einem Minikader von lediglich 13 Feldspielern angereist waren und seit Wochen schon erfolgreich so agieren. Beide Teams starteten mit hohem Tempo, fairer Spielweise und so kam es zu wenigen Spielunterbrechungen. Die Tölzer Buam liefen viel mehr als die Eispiraten, hatten ständig ein Übergewicht in Abwehr und Angriff und kamen mit den tiefen Temperaturen viel besser zu Recht als die Hausherren. Man hatte teilweise den Anschein, dass diese auf dem Eis festgefroren waren. So fiel auch der verdiente Führungstreffer für die Gäste, als Philipp Schlager locker an Andre Schietzold vorbei lief, dieser gemütlich zurücklief und tatenlos zusah, wie Oliver Ott zentral vorm Tor den Puck durch die Beine von Michael Bitzer ins Tor ablenken und sein erstes Profitor erzielen durfte. Chancen der Eispiraten gab es nur wenige, Mathieu Lemay lief in der 8. Minute  einen schnellen Konter und Scalzo kam in der Schlussminute durch sein energisches Nachsetzen zum Abschluss – das war es leider schon an nennenswerten Szenen. In der 18. Minute blockte Mathieu Lemay einen Schuss von Marco Pfleger und musste mit starken Schmerzen sofort in die Kabine gebracht werden.

Hoffnung auf Besserung wird doppelt belohnt

Mathieu Lemay kam mit der Mannschaft wieder zurück auf die Spielfläche und man spürte auch in den Reihen der Eispiratenfans ein großes Aufatmen. Mario Richer hatte in der Pause sicher keinen Grund, mit der Leistung seines Teams zufrieden zu sein und diese hatten dann auch sofort zwei Torchancen durch Timo Gams und Patrick Pohl. Aber auch Tölz konterte und kam gefährlich durch Markus Eberhardt vors Tor. Allerdings waren die Gäste nicht mehr so überlegen und druckvoll, was sicher auch an der kompakteren Spielweise der Eispiraten lag, die jetzt defensiv konzentrierter zu Werke gingen und vorne half das 3fach-Prinzip aus Hoffnung, Kaltschnäuzigkeit und Glück. Denn den Ausgleich durch den aktiven Timo Gams schießt man auch im Training nicht so leicht, durch ein Beinstellen bereits in der Flugphase befindlich und mit dem Rücken zum Tor bugsierte der junge Angreifer aus der Tölzer Jugend die Scheibe im Fallen mit der Rückhand am liegenden Franzreb ins Tor. Das erste Powerplay der Eispiraten blieb noch ungenutzt, doch im anschließenden penalty killing liefen Demmler und Lemay einen Konter, wobei der Topscorer der Eispiraten den von der Bande kommenden Puck frech an den Rücken von Franzreb schoss, von wo die Scheibe den Weg ins Tor fand. In Minute 33. hielt Michael Bitzer die Führung  für sein Team fest, als er zweimal mit der Beinschiene stark parieren konnte. Und auch das dritte Eispiratentor fiel in die Kategorie „kannste mal so machen“ – Kelly Summers mit einem no-look-Pass durch die Beine zu Petr Pohl, der nahm an der Blauen genau Maß und hämmerte die Hartgummischeibe am verdutzten Maximilian Franzreb in den Winkel über dessen Stockhand. Hätte Carl „Sniper“ Hudson seinem Spitznamen in der 40. Minute alle Ehre gemacht, hätten die Eispiraten noch vergnügter in die zweite Pause gehen können.

Müde werdende Gäste

Ein Fall von Denkste, denn Marco Pfleger wurde freistehend im slot angespielt und tunnelte Michael Bitzer zum Anschluss. Doch die Eispiraten schüttelten sich kurz und blieben am Drücker. Ewanyk scheitert erst freistehend, ärgerte sich noch und sah, wie Petr Pohl weiterspielte und den Puck in die gefährliche Zone vorm Tor lupfte, wo Timo Gams gegen seine Buam kurzen Prozess machte und die Scheibe im Winkel versenkte- das war die richtige, postwendende Antwort. Die Eispiraten verstärkten jetzt noch mehr die Defensive, aber Mathieu Lemay hatte sogar mit seinem break die Chance auf einen zweiten short hander. In der 55. Minute konterten die Eispiraten gegen nun weit offen stehende Gäste, doch Markus Eberhardt bekam gegen drei Eispiraten seinen Schlittschuh an den einen zu viel quer gespielten Pass und verhinderte den K.O. Auch in den Schlussminuten konnten sich die Eispiraten auf ihren famos haltenden Schlussmann Michael Bitzer (zweiter Assist in der Saison) verlassen und schickten den nächsten Tabellenzweiten ohne Punkte auf die lange Heimreise durch die Winterlandschaft Deutschland.