DEL 2 – Saison 2025/26 – 35. Spieltag am 16.01.2026
Schiedsrichter: Achim Moosberger, Ruben Kapzan (Yannick Lindner, Soeren Kriebel)


Der Angstgegner aus Bietigheim kam zum zweitenmal in dieser Saison in den Sahnpark. 4:6 hieß es am 19.10., und 4:6 sollte es auch am Ende der heutigen sechzig Minuten heißen. Die Eispiraten verließen dabei über die gesamte Spielzeit ihre bisher in der Saison so erfolgreiche defensive Marschroute, und Bietigheims Top-Reihe nahm die Geschenke dankend an.

Wildes Anfangsdrittel mit durchwachsenen Torhüterleistungen

Gleich der erste ernstzunehmende Angriff der Hausherren brachte die frühe Führung: nach einem abgefangenen Steelers-Puck spielten Dylan Wruck und Corey Mackin Give-and-go, letzterer nahm aus der Halbdistanz Maß und überwand Schmidt im Tor der Gäste, der trotz freier Sicht hinter sich greifen musste. Aber auch Bietigheim traf kurz darauf mit der ersten guten Gelegenheit. Veber ließ sich im eigenen Drittel die Scheibe abluchsen, und Fischer traf ins kurze Eck. Es ging eigentlich über die gesamte Spielzeit hin und her, immer wieder gaben unsichere Abwehrreihen billig Großchancen her. Das dürfte zunächst den Gästen eher in die Karten gespielt haben, denn mit diesem Powerhockey haben die Steelers sich nach schwachem Saisonstart mittlerweile zu einem PlayOff-Kandidaten gemausert. Für die Hausherren, die über den Großteil der bisherigen Spielzeit vor allem mit defensiver Stärke geglänzt haben, war das zumindest ein eher untypisches Spiel. Trotzdem waren es die Gastgeber, die als nächstes aufs Scoreboard kamen: ein Powerplay, gegeben, nachdem Racuk Mario Scalzo kopfüber in die Bande beförderte, spielten die Rot-Weißen bockstark aus, mit zwei schnellen Pässen wurde Sebastian Streu in Position gebracht, der mit seinem ersten Tor im Dress der Westsachsen die erneute Führung erzielte. Nur eine halbe Minute später fälschte Felix Thomas in bester Stürmermanier einen Blueliner von Gregory Kreutzer ins Netz ab, da sah dann Schmidt wieder nicht glücklich aus dabei. Wild ging es weiter, und diesmal war es Schmidts Gegenüber Christian Schneider, der einen Abpraller zentral vors Tor gab, der von der Crimmitschauer Abwehr auch nicht geklärt wurde, bevor Söll dankend annahm und auf 3:2 stellte. Daß Sebastian Streu im nächsten Powerplay einen wieder sehr überrascht wirkenden Schmidt zum viertenmal überwinden konnte, übertünchte ergebnismäßig ein Drittel, mit dem beide Trainer eigentlich nicht zufrieden sein konnten. Zu allem Unglück kam mit Mario Scalzo der nächste Routinier in der Abwehr nicht mehr aufs Eis zurück nach Racuks Foul.

Kemp zum ersten, Bietigheim verkürzt

Sollten Jussi Tuores und Alexander Dück ihren Spielern in der Pause mitgegeben haben, daß ihnen das bisher Gesehene nicht all zu viel Spaß gemacht hat, haben diese wohl nicht all zu gut zugehört, denn das Mitteldrittel ging genau so weiter, wie der erste Abschnitt aufgehört hatte. Unzählige 2-auf-1- oder 3-auf-2-Situationen wurden hergeschenkt, und während auf Eispiratenseite der wiederum, nein: dauerhaft glücklose Maxim Trepanier, bei dem der Knoten nun wohl kaum noch platzen wird, seinen Konter einen halben Meter über der Querstange abschloss, war es auf Steelers-Seite Kemp, der es etwas besser machte und die Scheibe wenigstens aufs Tor brachte, was aber aufgrund eines erneuten Patzers von Christian Schneider zum 4:3 führte. Harmloser Schuss, aber halt drin. Danach gings zwar ebenso munter weiter hin und her, aber ohne weitere Treffer bis Minute 40.

Geschenke, Geschenke, Geschenke

Auch die zweite Pausenansprache, zumindest die von Jussi Tuores, fruchtete überhaupt nicht. Die Wackler in der Abwehr wurden immer derber im Schlussabschnitt, und so dauerte es zwar sieben Minuten bis zum Ausgleich der Gäste, aber eben auch nur noch weitere fünf Minuten, bis mit dem 4:6 die Partie entschieden war. Erst ließ sich Felix Thomas die Scheibe denkbar einfach abnehmen, kam auch danach nicht in den Zweikampf und konnte nur zuschauen, wie sich sein Goalie das nächste Mal in der kurzen Ecke, die wirklich nicht sein Freund war in diesem Spiel, überwinden ließ. Kemp zum Zweiten. Danach legte Adam McCormick im eigenen Angriff den nächsten 2-auf-1-Konter auf, Racuk und Kemp spielten es gut aus und  es stand 4:5. Kemp zum Dritten. Das 4:6 war dann einfach ein gut herausgespieltes Powerplaytor, nachdem Till Michel wegen Hohen Stocks an der Mittellinie auf die Strafbank musste. Racuk brauchte nur die Kelle hinhalten nach Dugans Zuckerpass. Der Rest des Spiels war eher kopfloses Anrennen der Hausherren, die zu keiner Zeit genug Druck auf Schmidts Gehäuse aufbauen konnten, um den heute wirklich nicht unüberwindbaren Steelers-Goalie zu weiteren Fehlern zu zwingen.

Jussi Tuores sprach in der Pressekonferenz nach dem Spiel vom schlechtesten Match in seinen drei Crimmitschauer Jahren. Wir wollen da nicht widersprechen, es hat wirklich nicht viel gepasst heute. Vor allem hat uns die Partie vor Augen geführt, was gute Kontingentspieler eben auch ausmacht: Effektivität. Kemp und Dugan haben die Eispiraten hergespielt, sobald sie die Gelegenheit hatten, und ein Mackin dagegen reicht halt nicht in so einer Begegnung. McGauley und Trepanier auf Eispiratenseite sind oft unauffällig, wenig gefährlich und seit langem ganz sicher nicht effektiv. Wenn sich daran nichts ändert und Reihe 1 einsam und allein in der Offensive die Stellung halten muss, hilft nur die defensive Ausrichtung, mit der die Rot-Weißen so viele ihrer bisherigen Punkte gesammelt haben. Dazu bedarf es aber viel mehr Aufmerksamkeit und Zweikampfstärke als heute.

1:0 (01:16) Corey Mackin (Dylan Wruck, Dominic Walsh)
1:1 (04:39) Mike Fischer (Marek Racuk)
2:1 (13:13) Sebastian Streu (Corey Mackin, Dominic Walsh) PP 5-4
3:1 (13:45) Felix Thomas (Denis Shevyrin)
3:2 (15:02) Maximilian Söll (Tyler McNeely, Joshua Rust)
4:2 (19:14) Sebastian Streu PP 5-4
4:3 (23:28) Brett Kemp
4:4 (47:27) Brett Kemp (Jack Dugan)
4:5 (48:57) Brett Kemp (Marek Racuk, Jack Dugan)
4:6 (52:15) Marek Racuk (Jack Dugan, Brett Kemp) PP 5-4


Eispiraten Crimmitschau –  4 Minuten
36:37 – 2 Min. -Robin Veber (Übertriebene Härte)
51:01 – 2 Min. – Till Michel (Hoher Stock)

Bietigheim Steelers – 6 Minuten
12:41 – 2 Min. – Marek Racuk (Bandencheck)
18:40 – 2 Min. – Benedikt Jiranek (Halten)
54:28 – 2 Min. – Marek Racuk (Hoher Stock)


Eispiraten Crimmitschau
Tor: Christian Schneider (Lex Kasakow) – Abwehr:  Felix Thomas, Adam McCormick, Alexander Schmidt, Ole Olleff, Gregory Kreutzer, Alexander Vladelchtchikov, Mario Scalzo – Angriff: Dominic Walsh, Till Michel, Maxim Trepanier, Tim McGauley, Johannes Schmid, Robin Veber, Denis Shevyrin, Corey Mackin, Louis Brune, Dylan Wruck, Sebastian Streu

Bietigheim Steelers

Tor: Olafr Schmidt (Florian Mnich) – Abwehr: Benedikt Jiranek, Pawel Dronia, Tim Schüle, Mick Hochreither, Maximilian Söll, Arne Uplegger – Angriff:  Joshua Rust, Justin Scheck, Jack Dugan, Brett Kemp, Tamás Kánya, Marek Racuk,  Sören Sturm, Alexander Preibisch, Ratislav Judin, Bastian Eckl, Mike Fischer, Tyler McNeely


2.220


Überzahl: 66.66% (3 Überzahlsituationen / 2 Tore)
Unterzahl: 50.00% (2 Unterzahlsituationen / 1 Gegentor)


Crimmitschau / Bietigheim Steelers
11/8
5/11
9/11
25/30