Die Eispiraten Crimmitschau stehen vor einer weiteren schweren Prüfung im Schlussspurt der Hauptrunde, denn der Dauer-Hauptrundenmeister aus Kassel gastiert im Sahnpark.



Allerdings dürfte es mit Kassels vierter Hauptrundenmeisterschaft in Folge in dieser Saison nichts mehr werden. Das liegt nicht etwa an einer Schwäche der Schlittenhunde – schließlich steht man 80 Punkten und 143:99 Toren aus 39 Spielen hervorragend da – sondern eher daran, dass die Krefeld Pinguine auf Platz 1 einfach keine Luft ranlassen. So muss sich das Team des kanadischen Coaches Todd Woodcroft wohl am Ende auch mit Rang 2 zufrieden geben, was die seit Jahren gehegten Aufstiegsambitionen der Nordhessen aber nicht schmälert.

Der Kader ist nämlich gespickt mit Stars und Sternchen. Exemplarisch stehen die Goalies, denn Oleg Shilin (D-RUS, 11 Sp, 1.76 GT/Sp, 93.09%, 1 SO) als Star über jeden Zweifel erhaben, während Philipp Maurer (29 Sp, 2.59 GT/Sp, 90.64%, 2 SO) sich als Sternchen gerade eine große Karriere aufbaut und auch schon für die kommende Saison verlängert hat.

Im Abwehrverbund ragt der Deutsch-Kanadier Bode Wilde (39 Sp, 10+24) sowohl als Defensiv-Spezialist als auch als offensiver Antreiber heraus. Andrew Bodnarchuk (D-KAN, 37 Sp, 4+11) steht zusammen mit Marco Müller (32 Sp, 2+1) zugleich für Routine und blaue Flecken beim Gegner. Simon Schütz (39 Sp, 3+12) und Luca Münzenberger (22 Sp, 0+3) sind weitere Leistungsträger, während die Lücke des seit Mitte Dezember verletzten Tim Bender (17 Sp, 0+9) sehr gut von den U21-Defendern Ben Stadler (29 Sp, 1+4) und Manuel Schams (20 Sp, 1+3) geschlossen wird.

Die Offensive der Kassel Huskies hat in den vergangenen 4 Wochen so richtig Fahrt aufgenommen und dürfte die Fans der Blau-Weißen nun so richtig überzeugen. 49 Tore in den letzten 10 Spielen sprechen jedenfalsl für sich und hier hat sich vor allem Tyler Benson (CAN, 35 Sp, 17+31) mächtig ins Zeug gelegt, sammelte er doch 9+11 Scorerpunkte in diesen 10 Partien – stark! Seine Kollegen Hunter Garlent (CAN, 38 Sp, 16+28), Tristan Keck (D-CAN, 38 Sp, 15+15), Yannik Valenti (39 Sp, 9+17), Dominic Turgeon (USA, 34 Sp, 14+9) und Mitchell Hoelscher (CAN, 30 Sp, 4+16) haben aber auch allesamt noch einmal ein paar Prozent draufgelegt. Es scheint sich also abzuzeichnen, dass die Huskies zur Primetime der Saison ihren höchsten Leistungsstand allmählich erreicht haben. Mit dem Letten Kaspars Daugavins (17 Sp, 3+6) haben die Huskies gar noch einen altinternationalen Star als 5. Ausländer in ihren Reihen, müssen allerdings aufgrund seiner Olympiateilnahme demnächst erstmal auf ihn verzichten. Wer aber zusätzlich noch Jake Weidner (D-CAN, 39 Sp, 9+8), Darren Mieszkowski (34 Sp, 6+9), Michael Bartuli (38 Sp, 13+2), Laurin Braun (34 Sp, 5+6) und Hans Detsch (29 Sp, 0+1) aufbieten kann, wird über die Abwesenheit Daugavins hinwegblicken können. Maciej Rutkowski (D-POL, 38 Sp, 6+5) und Clemens Sager (23 Sp, 0+3) komplettieren die überaus potente Offensive der Schlittenhunde.

Über die Verteilung der Favoritenrolle braucht man eigentlich keine Worte mehr verlieren, das erklärt sich von selbst. Für die weiterhin personell gebeutelten Westsachsen, bei denen nun auch das vorzeitige Saisonaus von Dominic Walsh sehr wahrscheinlich ist, wird in der Partie gegen Kassel nur zählen, sich so gut wie möglich zu verkaufen und keine weiteren Verletztungen davonzutragen. Über Punkte wollen wir da mal noch gar nicht reden.