Im Kalender der Eispiraten stehen in den kommenden fünf Tagen gleich drei Spiele. Zwei davon haben das Zeug, bereits eine Vorentscheidung in Richtung Pre-Playoffs herbeizuführen oder aber, den Kampf der Crimmitschauer um den direkten Klassenerhalt noch viel, viel spannender zu machen. Doch bevor die Aufgaben bei den Tabellennachbarn Bad Nauheim und Weiden zu meistern sind, gastiert erst einmal der Dritte aus Rosenheim im Sahnpark.
Auf ihrem 3. Tabellenplatz werden die Cracks von Coach Jari Pasanen wohl auch ins Hauptrundenziel rutschen, denn mit 77 Punkten und 127:94 Toren aus 41 Spielen haben die Oberbayern sowohl nach oben (9 Punkte) als auch nach unten (10 Punkte) bereits riesige Abstände. Auf dem Hauptrundentreppchen zu stehen, dürfte an der Mangfall auf jeden Fall für Applaus sorgen, da die Grün-Weißen ihre Rolle als Geheimfavorit bislang sehr gut ausgefüllt haben. Da wurden sogar die kürzlich erlittenen drei Niederlagen in Folge weggelacht – und vielleicht kamen die auch daher, weil sich das Team inzwischen gezielt auf die Playoffs vorbereitet. Erlauben kann man sich das.
Vom Punkteverschenken sind die Rosenheimer aber sicher ganz weit entfernt und vor allem den Status als defensivstärkstes Team wird man verteidigen wollen. Rosenheim hat als einzige Mannschaft noch keine 100 Gegentore kassiert, was der Finne Oskar Autio (26 Sp, 2.37 GT/Sp, 91.28%, 2 SO) und Christopher Kolarz (15 Sp, 1.96 GT/Sp, 91.82%, 2 SO) zwischen den Pfosten auch noch möglichst lange halten wollen.
Tatkräftige Unterstützung erhalten sie von ihren herausragenden Vorderleuten wie Shane Hanna (CAN, 41 Sp, 12+21), Maximilian Adam (40 Sp, 8+17), Joel Keussen (31 Sp, 6+9) und Dominik Tiffels (41 Sp, 5+7). Auch Maximilian Vollmayer (41 Sp, 1+8) und Dominik Kolb (34 Sp, 4+3) sind wichtige Stützen im ausgeklügelten Defensivsystem Pasanens und helfen den jungen Lars Bosecker (33 SP, 1+2), Leon van der Linde (14 Sp, 0+2) und Tobias Beck (22 Sp, 0+0) in ihrer Entwicklung.
Rosenheims Offensive zeichnet sich sowohl durch eine hohe Leistungsdichte über alle Reihen aus. Da wirbeln zum einen die Deutsch-Kanadier Scott Feser (41 Sp, 15+23), Lewis Zerter-Gossage (30 Sp, 9+12), Jordan Taupert (41 Sp, 11+8) sowie der deutsch-finnische Evergreen Ville Järveläinen (40 Sp, 17+12), zum anderen tragen auch die Kontingentspieler C.J. Stretch (USA, 37 Sp, 7+18), Teemu Pulkkinen (FIN, 23 Sp, 8+14) und Charlie Sarault (34 Sp, 2+20) zum erfolgreichen Abschneiden bei. Wer solch ein erfahrenes Septett auffahren kann, wird die „großen“ Clubs der Liga in den Playoffs sicherlich mindesten ärgern können. Zumal mit Fabian Dietz (31 Sp, 4+7) und auch Luigi Calce (41 Sp, 6+10) noch zwei weitere, ganz unterschiedliche, aber relevante Angreifer auflaufen. Wenn dann auch noch Lukas Laub (24 Sp, 3+9) aus seiner langen Verletzungspause zurückkehrt, sind die Starbulls für alles gewappnet. Die jungen Wilden wie etwa Sebastian Zwickl (28 Sp, 4+2), Michael Musin (34 Sp, 2+2), Johannes Achatz (26 Sp, 1+2) und Jannick Stein (16 Sp, 0+0) tun ihr Übriges.
In der heißen Phase der Hauptrunde gibt es keine unwichtigen Spiele mehr, soviel steht fest. Wenngleich den Partien in Bad Nauheim und in Weiden eine enorme Bedeutung zugesprochen werden kann, so ist aber auch das Heimspiel gegen Rosenheim ein wichtiger Gradmesser für die Eispiraten, schließlich sind gerade solche Spiele, in denen man als Außenseiter nichts zu verlieren hat, ganz besonders wertvoll, wenn man sie punktreich beenden kann. Die dezimierte Truppe von Jussi Tuores wird daher auch gegen den Dritten alles versuchen (müssen), um das eigene Punktekonto weiter aufzufüllen – für das Selbstvertrauen und für ein starkes Zeichen an die Konkurrenz. Um dahin zu kommen, benötigen die Crimmitschauer im Gegensatz zu den letzten Spielen wieder mehr Treffsicherheit und wieder mehr spielerische Mittel. In beiden Disziplinen ließen die Eispiraten nämlich zuletzt etliche Wünsche offen.