Wir sind übergegangen in die Phase der Hoffnung, nämlich die Hoffnung, dass die Gegner von Freiburg, Bad Nauheim und Weiden in den letzten 6 Spielen lebenserhaltene Maßnahmen für die Crimmitschauer starten, denn das Team von Jussi Tuores findet weiterhin stets den richtigen Weg zur Niederlage und macht schlichtweg nicht mehr den Anschein, selbst noch irgendetwas reißen zu können. Heute folgte die nächste Pleite – immerhin auch schon wieder die sechste in den letzten sieben Spielen. Vor einer beeindruckenden Kulisse von 3.700 Zuschauern, darunter über 600 mit einem Sonderzug angereiste Gästefans, empfingen die Eispiraten Crimmitschau die Düsseldorfer EG und schickten mit 3:5 (0:0, 1:1, 2:4) die Punkte gewohnt fahrlässig auf die Heimreise der Gäste.

Beide Teams gingen angeschlagen in die Partie, wobei die Stimmung im Sahnpark trotz der jüngsten Niederlagenserie der Hausherren hoffnungsvoll war. Der erste Spielabschnitt war geprägt von taktischer Disziplin und starken Defensivreihen. Beide Mannschaften agierten vorsichtig, um frühe Fehler zu vermeiden. Die Eispiraten erarbeiteten sich zwar ein leichtes Übergewicht an Torchancen, scheiterten jedoch immer wieder am gut aufgelegten DEG-Goalie Bednard oder am fehlenden Zielwasser. Auch Eispiraten-Keeper Reich hielt seinen Kasten sauber, sodass es torlos in die erste Pause ging.

Das Mitteldrittel begann nach Maß für die Westsachsen: Wruck nutzte eine Überzahlsituation und traf früh zum 1:0. Doch nach zehn starken Minuten der Hausherren stand es trotz sehr guter Chancen weiterhin nur 1:0 und immer mehr schlich sich nun der Schlendrian ein. Die Eispiraten wurden passiver und luden den Gegner durch Fehler ein. Ein missglückter Klärungsversuch der Defensive ermöglichte Orendorz den 1:1-Ausgleich. Trotz weiterer Chancen auf beiden Seiten blieb es bei diesem Unentschieden zur zweiten Pause, das Pendel schlug da aber schon in Richtung Düsseldorf aus.

Im Schlussabschnitt nahm das Unheil seinen Lauf. Die Eispiraten leisteten sich fatale Undiszipliniertheiten, insbesondere durch unnötige Strafzeiten von Zikmund. Balinson brachte die DEG folglich mit 1:2 im Powerplay in Führung. In der Schlussphase riskierte Crimmitschau alles und nahm Torhüter Reich vom Eis, was jedoch vollkommen nach hinten losging. Die DEG traf satte 3 Mal ins leere Tor, wobei sich die Eispiraten sogar bei 6 gegen 3 mit einem Gegentreffer blamierten. Die späten Anschlusstreffer von Shevyrin (2:4) und Streu (3:5) waren nur noch Ergebniskosmetik in einer wilden Schlussphase.

Während die DEG-Fans ihren Auswärtssieg und die Rückreise im Sonderzug feiern können, herrscht bei den Eispiraten pure Ernüchterung. Wieder einmal brachten individuelle Fehler, die Angst vor der eigenen Courage und ein katastrophales letztes Drittel das Team um den Lohn der Arbeit. Die Fans zeigten sich nach dem erneuten Absturz sichtlich bedient und ringen um Worte – nicht mehr weit entfernt von Sprachlosigkeit.