Der Sahnpark schrieb an diesem Abend Geschichte. Schon vor dem ersten Bully sorgte eine sensationelle Choreo für Gänsehaut, als Dominic Walsh für sein 670. Pflichtspiel im Trikot der Eispiraten geehrt wurde – ein neuer Vereinsrekord. Video, Zeremonie auf dem Eis, minutenlanger Applaus nach dem Spiel und ein Heimsieg: würdiger hätte man den neuen Rekordspieler nicht feiern können. Besonders schön: Auch sein Vorgänger und Freund André Schietzold ließ es sich nicht nehmen, im heimischen Sahnpark dabei zu sein.

Sportlich standen beide Teams jedoch unter schwierigen Vorzeichen. In Crimmitschau grassierte die Grippe, bei den Blue Devils Weiden war die Verletztenliste schier endlos. Auf dem Eis standen auf gerade auf Seiten der Eispiraten im Grunde jene Spieler, die sich „am wenigsten krank“ fühlten – wirklich fit wirkte kaum jemand. Entsprechend war klar: Schönheitspreise würden an diesem Abend keine vergeben werden.

Probleme im Verbund – Ausgleich zur rechten Zeit

Den ersten Abschluss des Spiels hatte ausgerechnet der Jubilar selbst. Dominic Walsh tauchte in der dritten Minute frei vor Weidens Keeper McNiven auf, doch der Schlussmann – erst im zweiten Einsatz – konnte mit Mühe parieren.

Weiden präsentierte sich insgesamt etwas spritziger. Dylan Wruck setzte in der achten Minute mit einem gefährlichen Schuss ein erstes Ausrufezeichen für die Eispiraten, doch es blieb Stückwerk. In der 10. Minute gerieten die Hausherren erstmals in Unterzahl, nachdem Veber den Puck über die Bande befördert hatte. Sofort wurde es brenzlig, Christian Schneider musste gegen Gläser in höchster Not retten.

Ein Wechselfehler in der 14. Minute brachte das nächste Powerplay für die Gäste, die ohnehin besser im Spiel waren. Kurz nachdem Crimmitschau wieder komplett war, nutzte Weiden die Unordnung: Schiemenz setzte sich stark durch und bediente den völlig freistehenden Samanski, der in der 17. Minute zum 0:1 einschoss.

Die Eispiraten hatten vor allem defensiv große Probleme mit den quirligen Blue Devils, offensiv ging wenig. Doch dann schlug Dylan Wruck zu: Erst scheiterte er frei vor McNiven, auch Corey Mackin bekam den Nachschuss nicht unter. Sekunden später nahm Wruck erneut Maß – diesmal saß der Schuss. Der Ausgleich in der 18. Minute kam fast aus dem Nichts, tat den Hausherren aber sichtlich gut.

Nach 20 Minuten stand es 1:1 – ein Ergebnis, das eher schmeichelhaft für die Eispiraten war. Defensiv wacklig, offensiv limitiert, doch Weiden zeigte trotz vieler Abschlüsse ebenfalls klare Grenzen.

Powerplay sitzt – Schneider hält die Führung fest

Auch im Mittelabschnitt war Weiden zunächst die aktivere Mannschaft. Den Eispiraten war die Grippewelle deutlich anzumerken: fehlende Spritzigkeit, kaum Training in der Woche – keine Überraschung unter diesen Umständen. In der 30. Minute bot sich dann eine Gelegenheit: Powerplay für Crimmitschau. Und diesmal nutzten die Hausherren ihre Chance. Justin Büsing behielt die Übersicht und passte klug auf Veber, der vor dem Tor lauerte und mit seinem ersten Treffer im Trikot der Eispiraten zur 2:1-Führung einnetzte.

Doch Ruhe brachte das nicht. Weiden blieb gefährlich und schnürte die Eispiraten phasenweise regelrecht im eigenen Drittel ein. Christian Schneider musste mehrfach Kopf und Kragen riskieren, hatte aber auch das nötige Glück – unter anderem bei einem Schuss, der unglücklich auf seinem Helm landete.

In der Schlussphase des Drittels kamen die Hausherren wieder etwas besser ins Spiel. Dominic Walsh hatte in seinem Rekordspiel gleich zwei gute Möglichkeiten, doch der Puck wollte an diesem Abend einfach nicht für ihn ins Tor. Mit der knappen 2:1-Führung ging es in die zweite Pause – hart erarbeitet, aber alles andere als sicher.

Tief stehen, alles wegverteidigen

Der Schlussabschnitt begann erneut mit Vorteilen für die Gäste. Bereits nach 45 Sekunden hatte Weiden die große Ausgleichschance, doch der bereits geschlagene Christian Schneider hatte Glück, als Schwaiger neben das Tor schoss.

In der 43. Minute bekam Walsh im Slot die nächste Gelegenheit, doch auch hier blieb ihm der Treffer im Jubiläumsspiel verwehrt. Erschwerend kam hinzu, dass Justin Büsing nach einem geblockten Schuss im Mittelabschnitt nicht mehr zurückkehrte. Die Eispiraten mussten erneut umstellen – was schließlich sogar zum Debüt von Crimmitschauer Eigengewächs Hamori führte, der erstmals im Profi-Trikot der Westsachsen auflief.

Crimmitschau zog sich immer weiter zurück, stand extrem tief und überließ Weiden weite Teile des Eises. Ein Bild, das sich durch fast das gesamte Spiel zog. In der 50. Minute dann noch einmal Aufregung: Dominic Walsh mit einem Alleingang – der erste Torschuss der Eispiraten im Schlussdrittel –, doch erneut kein Erfolg.

Auch ein weiteres Powerplay der Gäste überstanden die Hausherren schadlos. In der Schlussphase ging Weiden ohne Torhüter volles Risiko, wurde sofort gefährlich, doch Christian Schneider hielt was zu halten war und agierte kurz vor Schluss sogar mit einer überragenden Cleverness. Der Sahnpark hielt den Atem an und jubelte mit der Schlusssirene erleichtert.

Rekord, Effizienz, drei Punkte

Am Ende steht ein 2:1-Arbeitssieg, der viel über diesen Abend erzählt. Weiden hatte deutlich mehr Schüsse (41), mehr Spielanteile, doch die Eispiraten waren effizienter und hatten mit Christian Schneider den Matchwinner im Tor.

Der perfekte Rahmen für einen besonderen Abschluss: Dominic Walsh wurde nach Spielende nochmals gefeiert, die ganze Familie stand mit auf dem Eis – einzig Fabian Dahlem fehlte, der aus dem Sporteurope-Studio kommentierte. Der Spruch des Abends kam folgerichtig von ihm:
„Zum ersten Mal sehe ich meine Frau auf dem Eis.“ 🙂

Ein Abend, der sportlich kein Leckerbissen war – aber einer, der im Sahnpark ewig in Erinnerung bleiben wird.