Letzte Kurve und ab auf die Zielgerade! Ab heute zählen wir die Hauptrundenspiele herunter und beginnen mit 10. Zehn passt auch zum Spiel der Eispiraten in Bad Nauheim, denn diese Zahl ist genau der Tabellenplatz, den beide Teams unbedingt erreichen wollen.
Es wird ein erbitterter Kampf da unten, der im Moment darauf hinausläuft, dass aus dem Quartett Bad Nauheim, Freiburg, Weiden und Crimmitschau nur ein Team den Sprung in die Pre-Playoffs schaffen wird. Und da sind die Spiele direkt gegeneinander natürlich noch einmal eine Stufe härter, erbarmungsloser, kompromissloser. Schön spielen? Geschenk! Punkte müssen her – und das gilt für beide Teams. Für die Bad Nauheimer als Heimteam istd er Druck dabei noch ein bisschen höher, denn die Kurstädter (41) haben zwar noch ein Spiel weniger als die Konkurrenz (42), aber mit 48 Punkten und 108:124 Toren schon 7 Punkte Rückstand auf das rettende Ufer (Crimmitschau). Dieser Druck kann lähmen, kann aber genauso gut auch antreiben. Ein schmaler Grat jedenfalls, auf dem das Team von Antti Karhula, der vergangene Woche den geschassten Peter Russell ersetzte, wandert.
Damit die Cracks aus Hessen einen erfolgreichen Run hinlegen können, wird es zu großen Teilen auf Gerald „Jerry“ Kuhn (D-USA, 37 Sp, 2.62 GT/Sp, 91.87%, 4 SO) ankommen, der zwar nach jeder Parade den Anschein erweckt ein Sauerstoffzelt zu benötigen, aber sich partout nicht davon abbringen lässt die Gegner enorm zu nerven. Backup Finn Becker (7 Sp, 4.41 GT/Sp, 85.63%, 0 SO) kommt nur zum Einsatz, wenn es gar nicht mehr anders geht.
Beim spielenden Personal dürften die Nauheimer Fans drei Kreuze machen, dass nach zweiwöchiger Verletzungspause ihr Topscorer – wohlgemerkt Verteidiger! – Justin MacPherson (CAN, 37 Sp, 9+25) wieder mit an Bord ist. Über den Ausnahmevertediger läuft eine ganze Menge des Angriffsspiels, aus der Abwehr heraus im Grunde das gesamte Spiel, denn Marius Erk (40 Sp, 1+8), Garret Pruden (41 Sp, 0+7), Christopher Fischer (31 Sp, 1+5), Simon Gnyp (33 Sp, 3+3), Philipp Bidoul (17 Sp, 2+1), Xaver Tippmann (19 Sp, 0+0) und Tjark Kölsch (23 Sp, 0+0) sind mit defensiven Aufgaben schon genug gefordert.
Lässt man MacPherson also gewähren, bekommt man es als Gegner mit 4 Stürmern zu tun, was dementsprechend Druck erzeugt. MacPherson gelingt es dann meist sehr gut, seine Mitspieler Sebastian Bengtsson (SWE, 27 Sp, 13+16), Parker Bowles (CAN, 38 Sp, 8+21), Davis Koch (D-CAN, 38 Sp, 8+21) oder Jordan Hickmott (CAN, 41 Sp, 20+8) so gechickt in Szene zu setzen, dass sie ihre Torgefahr ausspielen können. In den Genuss von MacPherson bedient zu werden, kommt das Nauheimer Ur-Gestein Taylor Vause (CAN, 19 Sp, 6+5) allerdings nicht mehr, da eine Verletzung ihn bis zum Ende der Saison begleiten wird. Justin Volek (36 Sp, 5+13), Julian Lautenschlager (41 Sp, 7+10), Zach Kaiser (D-CAN, 38 Sp, 6+10) und Andrej Bires (D-SVK, 38 Sp, 5+11) sind aber ohne Zweifel in der Lage, die Torgefahr der Bad Nauheimer Offensive auf einem guten Level zu halten. Der Routinier und Kapitän Marc El-Sayed (38 Sp, 1+8) sowie Raphael Jakovlev (40 Sp, 4+5), Lukas Ribarik (41 Sp, 4+5) und Rik Gaidel (4 Sp, 1+0) bringen zudem die Tiefe in den Angriff.
In Bad Nauheim zu spielen, war für die Crimmitschauer noch nie ein Vergnügen, immerhin stehen 11 Auswärtssiegen satte 28 Niederlagen gegenüber. Die letzten 6 Spiele in der Kurstadt endeten 5 mal mit langen Eispiraten-Gesichtern. So oder so wird es auch heute kein Zuckerschlecken für das angeschlagene Team von Jussi Tuores. Die Crimmitschauer, die durch die ganzen Ausfälle spielerisch deutlich limitiert sind und ohnehin – der eine mehr, der andere weniger – auf der verzweifelten Suche nach ihrer Bestform sind, stecken in einem deutlichen Abwärtstrend, der im Moment nur über die Faktoren Einsatz, Kampf und Moral zu stoppen ist. Der Ausgang des Duells mit den Nauheimern wird zwar noch keinerlei Entscheidung über die Endplatzierung bringen, hat aber für beide Teams sowohl in die eine als auch in die andere Richtung schon eine ganz starke Signalwirkung.