Zum mittlerweile achten Mal in den letzten neun Spielen war es das Schlussdrittel, das den Eispiraten erneut Punkte kostete. Beim immens wichtigen Duell in Bad Nauheim unterlagen die Westsachsen mit 2:4 (0:1, 2:0, 0:3) und lieferten in den letzten 20 Minuten einen Auftritt ab, der den aktuellen Zustand der Mannschaft schonungslos offenlegte.

Dabei begann die Partie durchaus vielversprechend. Die Eispiraten waren zunächst das aktivere Team, mussten im ersten Drittel jedoch den Rückstand hinnehmen. Kurz nach Wiederbeginn belohnten sich die Gäste: Zikmund und McGauley arbeiteten den Puck entschlossen zum Ausgleich über die Linie, und als Bad Nauheims Goldhelm MacPherson mit einer Spieldauerstrafe vom Eis musste, schien das Momentum endgültig zu kippen. McCormick nutzte in der 29. Minute einen Konter eiskalt zur 2:1-Führung.

Doch danach brach das Spiel der Eispiraten Stück für Stück auseinander. Mit jeder Minute wurden die Westsachsen passiver, zogen sich immer weiter zurück und überließen den Gastgebern die Kontrolle. Das Selbstvertrauen scheint inzwischen derart im Keller zu sein, dass das Team im Spielverlauf fast schon um den Ausgleich bettelte.

Bad Nauheim musste dabei keineswegs brillieren – der Druck entstand vor allem durch die zunehmende Passivität der Gäste. In der 50. Minute traf Pruden mit seinem ersten Saisontor zum Ausgleich. Eine Strafe gegen Shevyrin nutzten die Hessen nur Sekunden später zur Führung, und lediglich 32 Sekunden danach sorgte Volek mit dem 4:2 endgültig für die Entscheidung.

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: 17:1 Torschüsse bis zum entscheidenden Treffer, am Ende 18:7 Abschlüsse im Schlussdrittel. Werte, die einen echten Offenbarungseid dokumentieren und sich längst nicht mehr allein mit Verletzungen erklären lassen.

Nach der vierten Niederlage in Folge wird die Lage für die Eispiraten zunehmend ernster. Bereits am Dienstag wartet in Weiden die nächste richtungsweisende Partie und dort braucht es dringend wieder eine Mannschaft, die über 60 Minuten dagegenhält. Auch wenn sie dabei aufgrund des Boykottes der aktiven Fanszene wohl nahezu ohne eigenen Anhang auskommen müssen.