Puh… die 0:6-Ohrfeige gegen Regensburg fühlt sich auch nach einer Nacht drüber schlafen noch äußerst schmerzlich und sorgenvoll an, was vor allem daran liegt, dass die Eispiraten vom ersten bis zum letzten Mann so ziemlich alles vermissen ließen, was im Rest der Hauptrunde für den direkten Klassenerhalt nötig sein wird. Der Blick nach vorn auf das Restprogramm macht eines deutlich: In den Reihen der Crimmitschauer braucht es jetzt Häuptlinge, die aufstehen, vorangehen und ihre Mitspieler mitreißen. Denn Spieler, die sich dem sinkenden Niveau ihrer Nebenleute anpassen, gibt es inzwischen leider genug.


2025/26 – 46.Spieltag – Sonntag, 15.02.2026, 17.00 Uhr
Eispiraten Crimmitschau
Schiedsrichter: -, – (-, -)

Die bisherigen Duelle gegen DÜSSELDORF im Überblick.


In eine ähnliche Kerbe dürfte man beim kommenden Gegner Düsseldorf schlagen, denn dass die Rheinländer als DEL-Absteiger eine eher schwierige und holprige Saison durchleben, ist schon länger offenkundig. Dass obendrein am Freitag das vierte von vier Derbys gegen den Erzrivalen Krefeld verloren wurde, hebt die Karnevalsstimmung in der NRW-Hauptstadt garantiert überhaupt nicht. So steht das Team von Harry Lange derzeit im Tabellenniemandsland, hat den Kontakt zur direkten Playoff-Teilnahme schon ein bisschen verloren und auch um das Schreckgespenst Playdowns wird man wohl herumkommen. In Zahlen: Platz 9, 44 Spiele, 63 Punkte, 130:137 Tore.

Vor allem die Defensive verstärkt in Düsseldorf die Sorgenfalten, da auch die Goalies Ryan Bednard (D-USA, 17 Sp, 3.07 GT/Sp, 90.29%, 1 SO) und Niklas Lunemann (28 Sp, 2.91 GT/Sp, 89.96%, 0 SO) nicht frei von Kritik und seltener als erhofft ein Fels in der Brandung sind.

Die bislang 137 Gegentore passen auch irgendwie nicht zu der absolut namhaft und erfahren besetzten Abwehr, wo Maximilian Faber (42 Sp, 8+30), Kevin Maginot (44 Sp, 1+12), Max Balinson (D-CAN, 22 Sp, 6+5), Emil Quaas (37 Sp, 1+7), Kristian Blumenschein (30 Sp, 1+6) und Nicolas Geitner (38 Sp, 0+3) aufgrund ihrer jeweiligen Vita eigentlich für dichte Schotten sorgen müssten. Dennoch finden die Gegner immer wieder zu viele Möglichkeiten, um die Abwehr der DEG zu überlisten. Die Nachverpflichtung des doppelten DEL2-Meisters (Regensburg, Dresen) Tariq Hammond (D-CAN, 4 Sp, 0+3) soll Stabilität und Ruhe bringen. Sten Fischer (16 Sp, 0+7) und Moritz Kukuk (41 Sp, 1+3) sind die übrigen Defender im Team.

Im Angriff haben die DEG-Cracks bis auf Weiteres den Ausfall ihres schussgewaltigen Angreifers Yushiro Hirano (JPN, 40 Sp, 20+26) zu verkraften, der in der jetzigen Saisonphase kaum mehr ersetzt werden kann. Das Kollektiv muss es hier also richten bzw. kann Harry Lange ohnehin noch auf vier Kontingentstürmer zurückgreifen. Diese heißen Ture Linden (USA, 44 Sp, 19+21), Eric Bradford (CAN, 43 Sp, 15+23), Lucas Lessio (CAN, 29 Sp, 5+7) und Erik Brown (CAN, 19 Sp, 5+5). Allerdings sind die beiden Letztgenannten bislang mitunter hinter den in sie gesetzten Erwartungen zuückgeblieben. Potent ist der DEG-Sturm aber allemal, schließlich sind da noch Kevin Orendorz (35 Sp, 8+12), Luca Tosto (29 Sp, 9+8), Simon Thiel (44 Sp, 9+6), Michael Clarke (D-CAN, 35 Sp, 3+11) und Leon Niederberger (36 Sp, 7+7), die in der zweiten Welle den Ton angeben. In der Lücke, die das in den nordamerikanische Juniorenbereich kürzlich abgewanderte Top-Talent Lenny Boos hinterlassen hat, richtete sich derweil der junge Deutsch-Schwede Kevin Marx Norén (36 Sp, 5+4) ein. Daniel Assavolyuk (31 Sp, 3+0), Marco Münzenberger (26 Sp, 1+1) und Joel Hofmann (38 Sp, 0+0) machen den Angriff komplett.

Eines ist schon vor dem Faschingsknaller gegen die Düsseldorfer EG sicher: Gegen die alte Dame des Deutschen Eishockey werden die Eispiraten ein besseres Spiel abliefern als gegen Regensburg – weil es eigentlich nur besser werden kann! Die Gäste vom Rhein – unterstützt von mehr als 600 per Sonderzug anreisenden Fans – befinden sich gegenwärtig ebenfalls nicht in allerbester Verfassung, so dass sich wohl ein vollkommen offenes Spiel entwickeln kann, in dem das Pendel in beide Richtungen ausschlagen könnte. Crimmitschau täte natürlich gut daran, Punkte im Sahnpark zu behalten, vor allem weil kurzfristig seitens der wiedererstarkten Freiburger großer Druck von Platz 11 auf die Westsachsen wirkt. Für tabellarische Beruhigung helfen da nur Punkte, Punkte, Punkte.


Kadernews

Ausfall: Tim Lutz (Oberkörperverletzung, ca. März), Ralf Rollinger (Saisonende), Vincent Saponari (Oberkörperverletzung, Februar?), Rayan Bettahar, Mirko Sacher (Schulter, Saisonende), Dominic Walsh (Oberkörperverletzung, Saisonende), Christian Schneider (Unterkörperverletzung), Nikolas Biggins (Unterkörperverletzung), Maxim Trépanier (Unterkörperverletzung)

Fragezeichen:


Die Teams im Vergleich