Roland Drechsel und Reinhard Fengler sowie Vadim Kulabuchov und Ronny Reddo. Diese vier Cracks schossen beim ersten neuzeitlichen Duell Crimmitschaus gegen Weißwasser am 24.09.1996 die Tore für ihre Farben. Seit diesem 2:2 vor fast 30 Jahren kamen noch 107 weitere Duelle in diesem „Ewigen Sachsenderby“ zwischen West- und Ostsachsen dazu. Gegen kein anderes Team hat Crimmitschau häufiger gespielt. Und dennoch feiern wir in der Saison 2025/26 eine Premiere!
2025/26 – Pre-Playoffs
Lausitzer Füchse vs. Eispiraten Crimmitschau – Mittwoch, 11.03.2026, 19:30 Uhr
Eispiaten Crimmitschau vs. Lausitzer Füchse – Freitag, 13.03.2026, 19:30 Uhr
Lausitzer Füchse vs. Eispiraten Crimmitschau – Sonntag, 15.03.2026, 17:00 Uhr (falls erforderlich)
Die bisherigen Duelle gegen WEISSWASSER im Überblick.
Erstmals in der Geschichte des Sachsenderbys treffen Crimmitschau und Weißwasser in einer best-of-Serie aufeinander. Schon allein deshalb gehört das Duell der beiden Clubs einige Schubladen höher als „sind ja nur schnöde Pre-Playoffs“ und wird die entsprechenden Emotionen auf dem Eis und auf den Rängen erzeugen, denn wer will schon vom sächsischen Rivalen in die Sommerpaue geschickt werden!?! Apropos Ränge: Auch hier werden sich die beiden Fanlager schon auf einem Niveau der fortgschrittenen Playoffs begegnen: Das Spiel in Weißwasser wird mit knapp 3.000 Fans ausverkauft sein und in Crimmitschau geht es schon straff auf die 5.000er-Marke zu. Es kribbelt – und wie!
Auf Rang 7 ist das Team von Coach Christof Kreutzer ins Ziel gelaufen und hatte am letzten Spieltag sogar noch Chancen auf die direkte Playoff-Teilnahme. Dass es soweit kommen sollte, war bis zum 34.Spieltag noch nicht wirklich erkennbar, als die Füchse mit 4 Niederlagen am Stück auf Platz 11 abrutschten. Magere 1,29 Punkte holte man bis dahin im Schnitt pro Spiel. Dann schüttelte aber in der Lausitz jemand mächtig die Ketchupflasche, denn die Blau-Gelben legten ein grandioses letztes Drittel der Hauptrunde hin, holten 35 Punkte aus 18 Spielen und damit fast doppelt so viele wie Crimmitschau (18). Apropos Schlussdrittel – gerade im heimischen Stadion drehen die Lausitzer in steter Regelmäßigkeit genau dann auf, wenn sich der Gegner schon auf der Siegerstraße wähnt. So manche Gastmannschaft hat in den letzten 20 Minuten im Fuchsbau schon Spiele aus der Hand gegeben, Crimmitschau inclusive.
Der Spirit der Weißwasseraner hat bereits zwischen den Pfosten eine enorme Strahlkraft, denn hier spielt Anthony Morrone (CAN, 37 Sp, 2.75 GT/Sp, 92.02%, 2 SO) eine herausragende Saison und gibt dem Team damit eine nicht zu unterschätzende Sicherheit. Pascal Seidel und Lennart Neiße werden als Backups die Pre-Playoffspiele unter normalen Umständen nur von der Bank aus verfolgen.
Die Füchse-Defensive hat mit 152 Gegentoren eine absolut solide Hauptrunde hingelegt und ist vor allem in der Tiefe bestens aufgestellt. Allen voran marschiert der kleine, aber umso bullligere Deutsch-Kanadier Kyle Havlena (51 Sp, 9+19), der in der Lausitz durchaus zu den Überraschungen der Saison zählen dürfte. Der umsichtige und erfahrene Schwede Eric Hjorth (42 Sp, 8+11) sowie Tim Sezemsky (44 Sp, 1+11) und Tim Heyter (51 Sp, 3+8) sind weitere sehr wichtige Abwehrsäulen, die das Spiel nach vorne anzukurbeln wissen. Auffällig jedoch: keiner aus diesem Quartett hat eine positive +/- Bilanz, was gleich zu den anderen Verteidigern überleitet, denn Simon Stowasser (38 Sp, 0+7), Markus Freis (39 Sp, 1+4) und Marlon Braun (34 Sp, 2+2) gehören klar in die Riege der unscheinbaren Verteidiger. Doch diese erledigen die Defensivaufgaben oftmals am besten, was sich hier mit zwei Mal +9 und ein Mal +7 klar belegen lässt! Die beiden U21-Spieler Moritz Kretzschmar (34 Sp, 2+4) und Norwin Panocha (20 Sp, 0+1) komplettieren den Abwehrverbund, sind dabei aber keinesfalls nur Lehrjungen, denn immerhin nahm Kretzschmar im Januar an der U20-WM teil.
Der Angriff Weißwassers hält auf den ersten Blick keinen Überflieger parat, immerhin findet sich der erste Fuchs in der ligaweiten Topscorerwertung auf Platz 28. Es handelt sich hierbei um Routinier Lane Scheidl (CAN, 43 Sp, 16+27), der seine vierte und bislang erfolgreichste Saison in der Lausitz spielt. Die Tücken – und damit die Stärken – der Füchse-Offensive liegen ganz klar im Detail. Denn hier punktet das Team mit einer enormen Ausgeglichenheit. Kein einziger Angreifer kommt auf mehr als 20 Minuten Eiszeit pro Spiel – bei den Eispiraten sind es gleich deren 5! Christof Kreutzer legt also unheimlich großen Wert darauf, die Eiszeit gleichmäßig auf die vier Reihen zu verteilen und innerhalb der Reihen auch keinen sonderlich großen Leistungsabfall zuzulassen. Bei weniger Eiszeit pro Spiel ist klar, dass ein Punkteüberflieger auf den ersten Blick nicht im Kader steht. Gemessen an den Scorerpunkten pro 60 gespielte Minuten wird dann aber deutlich, dass im Fuchsbau ordentlich Potenatial steckt und so stehen neben Scheidl eben auch noch Clarke Breitkreuz (D-CAN, 43 Sp, 16+20), Shootingstar Lennard Nieleck (47 Sp, 16+22) der nachverpflichtete Adam Brady (CAN, 26 Sp, 7+15), Charlie Jahnke (49 Sp, 17+20) und der oftmals in der vierten Reihe auftauchende Christopher Theodore (D-CAN, 51 Sp, 10+10) als wahre Topstürmer da, schaffen sie doch alle mehr als 2 Scorerpunkte pro 60 Minuten Eiszeit. Zum Vergleich: Bei Crimmitschau erreichen nur Mackin und Wruck sowie der ausgeschiedene Walsh solche Werte (Ben Corbeil und Tim Lutz zwar auch, aber anhand von 2 Saisonspielen noch nicht repräsentativ). Zur wirklich beeindruckenden Breite der Angriffsreihen tragen nicht zuletzt John Broda (48 Sp, 12+14), Alexis D´Aoust (CAN, 44 Sp, 11+12), Tom Knobloch (51 Sp, 6+13), Alexander Dosch (44 Sp, 7+6) und Gerorgiy Saakyan (46 Sp, 5+8) bei, während U21-Stürmer Hannu Tripcke (48 Sp, 3+6) und Routinier Eric Valentin (23 Sp, 0+4) zusätzliche Tiefe einbringen.
Wenn Weißwasser auch sonst nicht viel zu bieten hat, aber eine erfolgreiche Eishockeymannschaft ist es auch in dieser Saison wieder! Für die zurückgelegte Hauptrunde muss man den Lausitzern einfach großen Respekt zollen, vor allem was sie seit etwa Mitte Januar aufs Eis gebracht haben. Es beginnt nun aber die Zeit, in der die lange Hauptrunde mit ihren 52 Spielen plötzlich nur noch wie ein Wimpernschlag wirkt, denn in 2, maximal 3 Spielen wird für einen der sächsischen DEL2-Clubs die Saison ruckzuck vorbei sein. Eis abtauen, Sachen packen, Sommerpause. Wenn die Crimmitschauer das Saisonende noch weiter in den Frühling hinein verschieben wollen, benötigen sie vor allem ein wirkungsvolles Mittel gegen das kompakte Lausitzer Kollektiv, aus dem in kritischen Spielphasen aber jederzeit die Indivualisten, von denen es nicht wenige gibt, heraustechen und einem Spiel noch die entscheidende Wendung geben können. Im Großen und Ganzen sind sich beide Teams aber nicht unähnlich, weshalb auf dem Papier kein wirklicher Favorit auszumachen ist. Das entscheidende Zünglein an der Waage – und damit zum Nachteil von Crimmitschau – kann aber mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit das Heimrecht werden. Beide Teams sind heimstark (Weißwasser 53 Punkte, Crimmitschau 47 Punkte), waren aber in der Fremde oftmals nur Laufkundschaft (Weißwasser 26 Punkte, Crimmitschau 21 Punkte). Die vier bisherigen Duelle beider Teams haben das ausnahmslos mit jeweilige Heimsiegen belegt. Die Erfolge der Füchse fielen allerdings deutlich schonungsloser aus, weshalb man ihnen hier durchaus eine größere Siegwahrscheinlichkeit zusprechen kann. Die Eispiraten sind demnach deutlich mehr gefordert als ihre Konkurrenz aus den Kiefernwäldern Ostsachsens und werden stets eine Schippe mehr drauflegen müssen als die Füchse. Gelingt das, wird der Frühling im Sahnpark weiter im Zeichen des Eishockeys stehen!
Kadernews
Ausfall: Ralf Rollinger (Saisonende), Rayan Bettahar (nicht mehr spielberechtigt), Mirko Sacher (Schulter, Saisonende), Dominic Walsh (Oberkörperverletzung, Saisonende), Maxim Trépanier (Unterkörperverletzung, Saisonende)
Fragezeichen: darüber spricht man jetzt nicht mehr!