Was für eine emotionale Achterbahnfahrt! Vor 3.603 begeisterten Zuschauern im lautesten Stadion der Liga feierten die Eispiraten Crimmitschau einen überlebenswichtigen 5:2-Sieg (0:0, 1:1, 4:1) gegen die Blue Devils Weiden. Auch wenn die Gäste spielerisch und läuferisch oft den Ton angaben, bewiesen die Westsachsen puren Überlebenswillen. Mit diesem Erfolg sichern sich die Eispiraten drei Big Points im Kampf um Platz 10 und haben den Klassenerhalt weiter fest in der eigenen Hand.

Das erste Drittel startete zerfahren. Die Neuzugänge Leon Neiger und Finn Fuchs feierten ihr Heimdebüt, während Crimmitschau zunächst Mühe hatte, den Rhythmus zu finden. Weiden verzeichnete optische Übergewichte und gefährliche Szenen durch Vinzens und Samanski. Doch die Hausherren hielten dagegen: Brune und Zikmund vergaben eine Doppelchance zur Führung. Trotz der größeren Spielanteile der Gäste rettete Torhüter Reich das torlose Unentschieden in einer wenig ansehnlichen Partie in die erste Pause.

Im Mittelabschnitt nahm zunächst das Drama Fahrt auf, denn Tommy Muck schockte die Eispiraten mit einem Schuss in den Winkel zum 0:1 im Powerplay (32.). Crimmitschau antwortete jedoch prompt: Wruck setzte energisch nach seinem eigenen Rebound nach und glich zum 1:1 (37.) aus. In der Folge wurde es hitzig. Die Eispiraten mussten eine brenzlige 3-gegen-5-Unterzahl überstehen, doch eine aufmerksame Defensive verhinderten einen erneuten Rückstand.

Das Schlussdrittel gehörte der Effizienz. Weiden ging durch einen nachträglich anerkannten Treffer von Noah Samanski (50.) vollkommen verdient wieder in Führung und die bis dahin offensiv nahezu unauffälligen Eispiraten waren plötzlich voll gefordert. Das Team antwortete mit dem, was es am besten kann: Kämpfen. Wenn spielerisch schon nichts läuft, dann muss man es eben auch mal erzwingen. Es half! Brune staubte im Powerplay nach einem Fehler von Goalie McNiven ab (54.) und der viel gescholtene Ladislav Zikmund schaltete bei einer verrückten Bogenlampe in der 57. Minute am schnellsten und drückte die Scheibe zur erstmaligen Führung über die Linie.  In der turbulenten Schlussphase warfen die Blue Devils alles nach vorne und nahmen den Keeper vom Eis. Doch Mackin (59.) und McGauley (60.) bestraften das Risiko eiskalt mit zwei Empty-Net-Treffern zum Endstand.