Letztlich waren es wohl doch ein, zwei Ausfälle zu viel für die Eispiraten beim Auswärtsspiel in Memmingen. Mit Wruck, Kärki, Shevyrin, Walsh und Schulz fehlte Jussi Tuores quasi eine komplette Reihe, zudem eine mit einer Menge Erfahrung. Die in die Bresche springenden jungen Wilden machten ihre Sache gut, trotzdem zogen die Rot-Weißen nach 60 Minuten mit 2:3 den Kürzeren.
Dabei erwischten die Gäste sogar den besseren Start: einigen kleineren Chancen folgte ein ganz feines Zusammenspiel von Noah Garthe und Collin Adams, das letzterer mit einem Strich in den oberen rechten Winkel des Tores vergoldete. Zu Beginn des ersten Drittels arbeiteten sich dann allerdings die Gastgeber immer besser ins Match, so dass der Ausgleich durch Brassard und wenig später auch das 2:1 von Gennaro verdient waren. Die Gäste ließen dabei aber auch viel zu viel zu, dem 1:1 ging ein verunglückter Aufbaupass voraus, beim Führungstreffer der Indians hatte der Schütze einfach zu viel Zeit.
Besser machten es die Eispiraten dann wieder im Mittelabschnitt, hielten es einfach und verteidigten gut, so dass die ganz großen Gelegenheiten für die Hausherren weitgehend ausblieben, den Rest erledigte ein bockstarker Kevin Reich.
Im Schlussabschnitt waren gerade vier Minuten gespielt, als die Westsachsen mit ihrem zweiten Hinguckertor des Abends ausgleichen konnten. Sebastian Streu kurvte ums Tor herum und legte quer durch den Torraum punktgenau für Goldhelm Louis Brune auf, der sich die Chance nicht entgehen ließ. Es war dann letztlich wohl eine einzige Strafe zu viel, die in einem durchaus disziplinierten Spiel den Eispiraten das Genick brach. Stanislav Dietz musste fünf Minuten vor Ultimo auf die Strafbank, und die Gastgeber nutzten das für ein druckvolles Powerplay. Letztlich war es Lillich, der freistehend die Scheibe im Tor unterbrachte. Als Tuores Reich vom Eis nahm, machte sich das Fehlen der bullystarken Kärki und Shevyrin nochmals besonders bemerkbar, denn alle Anspiele im Angriffsdrittel in der Schlussphase gingen an die Hausherren, was den Westsachsen die Chance auf den nochmaligen Ausgleich ziemlich verbaute.
Letzten Endes war es ein verdienter Erfolg für Memmingen, das sah auch Jussi Tuores in der anschließenden Pressekonferenz so, der seinem Team keine Vorwürfe machen wollte und konnte. Am Sonntag wird es für die Crimmitschauer sicherlich noch einmal ein Tanz auf der Rasierklinge, denn mit Regensburg kommt der Tabellenzweite in den Sahnpark, und das Lineup der Guten wird wahrscheinlich nicht viel länger sein als heute.