Die Eispiraten haben einen Lauf, der beinahe ausblendet, wie präker die personelle Lage nun schon wieder ist. Im Laufe der Partie gegen Bad Nauheim wuchs das Crimmitschauer Lazarett – den Langzeitverletzten Ole Olleff schon gar nicht mehr eingerechnet – auf satte 5 Spieler an. Das eine ganze Reihe! Wesentliche Entlastung ist heute zum Spiel in Ravensburg kaum zu erwarten, weshalb beim bislang eher enttäuschenden Dauerfavoriten aus Oberschwaben eine harte Aufgabe auf die Eispiraten wartet.


2026/27 – 10.Spieltag – Sonntag, 18.10.2026, 18.30 Uhr
Ravensburg Toerstars vs. Eispiraten Crimmitschau
Schiedsrichter: Markus Schütz, Aleksander Polaczek (Lara Fischer, Tobias Egger)

Die bisherigen Duelle gegen Ravensburg im Überblick.


Im Schussental will man traditionell nach oben, weshalb die Ansprüche nicht gerade überschaubar sind. Daran gemessen wird man deshalb mit dem bisherigen Saisonverlauf, der in 9 Spielen gerade einmal 9 Punkte bei 28:30 Toren einbrachte, garantiert nicht zufrieden sein. Der neue schwedische Trainer Johan Pennerborn ist daher gefordert, sein Team möglichst bald in die Spur zu bringen. Das Potential ist in allen Mannschaftsteilen vorhanden, muss aber passend zum Standort erst noch richtig zusammengepuzzelt werden.

So ist bislang auch noch nicht ganz klar, wer im Tor eigentlich die klare Nummer 1 ist. Weder Ilya Sharipov (D-RUS, 6 Sp, 3.10 GT/Sp, 89.40%, 0 SO) noch Konrad Fiedler (4 Sp, 3.33 GT/Sp, 87.38%, 0 SO) konnte sich bislang durch Bestleistungen auszeichnen.

Dabei macht die Abwehr es ihren Goalies eigentlich vergleichsweise einfach, denn Ravensburg lässt im Ligavergleich die sechstwenigsten gegnerischen Schüsse zu. Kein Wunder, stehen doch mit Simon Sezemsky (9 Sp, 2+7), Denis Pfaffengut (9 Sp, 1+2), Simon Schütz (9 Sp, 0+3) und Florin Ketterer (2 Sp, 0+0) gestandene Defender im Kader, die sich von gegnerischen Stürmern nur selten etwas vormachen lassen. Philipp Mass (9 Sp, 1+1) und Ryan Odude (9 Sp, 1+0) gehören ebenso zum Stammpersonal, von dem sich die U21-Verteidiger Maximilian Merkl und Niclas Hempel noch so manches abschauen können.

Im Angriff sollten sich die Towerstars trotz namhafter Abgänge im Sommer eigentlich keine Sorgen um zu wenig Potential machen, denn man kann zwei extrem scoringstarke Reihen aufbieten. Deren Bestandteil ist zum einen das kanadische Duo Matthew Struthers (9 Sp, 3+4) und Matt Fonteyne (9 Sp, 0+5) – bei letzterem wartet man allerdings noch auf den platzenden Knoten -, das zuletzt Seite an Seite zwei Jahre in der zweiten schwedischen Liga verbrachte. Und zum anderen sind da Odeen Peter Tufto (USA, 9 Sp, 2+9), Mark Rassell (CAN, 9 Sp, 6+5) und Robbie Czarnik (D-USA, 9 Sp, 4+6). Letzterer wird auch mit 36 nicht müde und gehört längst zum Ravensburger Inventar. Ein Status, den auch Nick Latta (9 Sp, 4+3) anstrebt. Damit kann Coach Pennerborn ein Sextett ins Rennen schicken, das jede Defensive der DEL2 vor Probleme stellen kann. Auf der zweiten Welle reiten Thomas Reichel (9 Sp, 2+2) und Nikita Kessler (9 Sp, 2+2) munter mit, während Anselm Gern, Matej Mrazek, Louis Latta und Fanio Sarto in den Scorerliste bis dato sehr untergeordnete Rollen spielen.

Beim Blick auf den bisherigen Saisonverlauf ist es verlockend von einem Duell „auf Augenhöhe“ zu sprechen. Zum einen das Top-Team, das noch nicht ganz so liefert wie man das erwartet hätte, zum anderen der Außenseiter, der gerade richtig on fire ist und es sich auf Platz 3 gemütlich gemacht hat. Solche Konstellationen bieten oft Stoff für spannende, ausgeglichene Spiele. Durch die personellen Strapatzen der Eispiraten werden die Verhältnisse auf dem Papier allerdings schon wieder deutlicher zu Ungunsten der Crimmitschauer verschoben. Dass die Ausfälle Spuren hinterlassen, hat der recht mühsame und am Ende auch glückliche Sieg gegen Bad Nauheim gezeigt. Ab einem gewissen Zeitpunkt lässt sich der Qualitätsverlust nicht mehr kaschieren. Da muss man sich dann mit Kampf, Einsatz und eben nicht mehr so attraktiver Spielweise durchschlagen. Ob das gegen die favorisierten Ravensburger reichen wird – schauen wir mal!


Kadernews

Ausfall: Ole Olleff (Oberkörperverletzung), Dominic Walsh (Rückenverletzung), Tim Lutz (Kopfverletzung), Denis Shevyrin (Oberkörperverletzung), Leon Schulz (Kopfverletzung)
Fragezeichen: Dylan Wruck (angeschlagen)


 Die Teams im Vergleich