Kassel – vor einem Jahr: Großer Jubel nach 60 Minuten, denn den Westsachsen reicht dieser eine Punkt, um vorzeitig die Pre-Play-Offs fest zu machen, Patrick Pohl schießt im Freudentaumel der mitgereisten Fans mit seinem Penalty die Westsachsen sogar noch zum Auswärtssieg. Kassel – heute Abend: Ein abgeschlagener Tabellenletzter fährt zum für ihn unbedeutenden letzten Auswärtsspiel der Hauptrunde zum Tabellendritten, um noch ein wenig Spielpraxis zu bekommen, um eventuell in den Play-Downs zu bestehen.
90 Punkte, Platz 3 und damit das Heimrecht in der ersten Runde der Play-Offs nicht mehr zu nehmen, das sind die Kassel Huskies in der Saison 2016/2017. Der amtierende Meister liegt damit voll im Soll, und das mit einem Torverhältnis von 153:144 und damit nur 9 Tore im Plus, weil ein Großteil der Siege mit nur einem Tor Unterschied eingefahren wurden und demgegenüber bei Niederlagen es auch herbe Klatschen gab.
Im Tor steht nach wie vor Meistergoalie Markus Keller (36Sp, 2.83 GT/Sp, 91.44%, 1 SO), dieser hielt so einige Punkte in dieser Saison fest, während sich die restlichen Spiele die beiden Backups Patrick Klein (10 Sp, 2.58 GT/Sp, 91.07%, 1 SO) und Mirko Pantkowski (7 Sp, 3.14 GT/Sp, 91.33%) in der Goalieposition einteilten.
Eine bitter Pille für die Abwehr der Nordhessen gab es im Januar, als der punktbeste Verteidiger Alexander Heinrich (38 Sp, 10+13) mit Sprunggelenksfraktur das Saisonende hinnehmen musste. Dennoch haben die Huskies mit dem US-Amerikaner Drew MacKenzie (40 Sp, 4+25) einen gefährlich nach Scorerwertungen suchenden Offensivverteidiger, während Corey Mapes (39 Sp, 2+7) und der Finne Esa Lehikoinen (FIN, 38 Sp, 1+8) die defensiveren Aktionen übernehmen. Dazu gesellen sich mit Marco Müller (48 Sp, 1+7) den während der Saison noch verpflichteten Steve Hanusch (23 Sp, 1+9) keine Unbekannten in der Hintermannschaft.
Goldhelmträger ist der wahrscheinlich an der Wilhelmshöhe schon inventarisierte Kapitän Manuel Klinge (41 Sp, 18+29). In der Scoringwertung hinter ihm nehmen der US-Amerikaner Jack Downing (44 Sp, 22+19) und der Kanadier Braden Pimm (47 Sp, 12+31) die weiteren Plätze ein. Und wenn die drei einmal nicht treffen, haben die Huskies noch DEL2-bekannte Namen wie Feodor Boiarchinov (47 Sp, 9+7), Carter Proft (40 Sp, 4+5) oder Austin Wycisk (43 Sp, 2+3) in ihren Reihen, die durchaus nicht außer Acht gelassen werden dürfen.
Für die Eispiraten geht es um nichts mehr, Kassel braucht ohne Schützenhilfe anderer Vereine noch 2 Punkte, um als 3. in die Play-Offs zu starten. Von daher wird vom Spiel am Freitag Abend eher wenig Spannung zu erwarten sein. Wenn alles so läuft, wie in der bisherigen Saison, dann kann man davon ausgehen, dass die Westsachsen ein wenig Bus fahren, die Punkte brav dort lassen, wo sie sind und wieder ein wenig Bus fahren, weil es so schön ist… Andererseits können die Westsachsen befreit aufspielen, nach oben kann es ebenso wenig in der Tabelle gehen, wie nach unten. Egal, was dabei herauskommt, wichtig ist, dass sich keiner verletzt und mit dem ohnehin eher kleinen Kader in den Play-Downs keinen Ausfall zu beklagen hat.