Neun Spieltage sind rum und man darf schon etwas verwundert auf die Tabelle schauen. Bezogen auf die Eispiraten nicht, denn tummeln sich in gewohnter Tabellenregion. Aber dass die Rot-Weißen vor ihrem Freitagsgegner Kaufbeuren stehen, das hat es an einem 10.Spieltag schon seit Jahren nicht mehr gegeben.
Das sind die Kaufbeurer wohl im Moment selbst ein wenig erschrocken, dass nach 8 gespielten Partien gerade einmal 8 Punkte und wenig berauschende 19:28 Tore zu Buche stehen. Für den ESVK, der in den letzten beiden Saisons zweimal das Playoff-Halbfinale erreichte, ist der aktuelle 11. Platz damit gewiss nicht zufriedenstellend.
Warum es noch nicht rund läuft im Team, ist schwer zu sagen, denn immerhin sind die Zutaten im Erfolgsrezept des ESVK nahezu gleich geblieben.
Hinter der Bande gibt nach wie vor Andreas Brockmann den Ton an, dem nach sienem Karriereende nun Sebastian Osterloh als Co zur Seite steht.
Zwischen dem Torgestänge schon längst nicht mehr wegzudenken ist Stefan Vajs (8 Sp, 3.5 GT/Sp, 88.84%, 0 SO), der seine Topform aber irgendwie noch in der Sommerpause vergessen hat und in Michael Güßbacher und Jan Dalgic nicht wirklich Konkurrenzkampf um die Nummer 1 im Tor fürchten muss. Vielleicht auch ein Auslöser für Stagnation in Vajs´ Leistungskurve.
Vor Vajs läuft nach langer Verletzungspause Julian Eichinger (8 Sp, 1+5) wieder auf und der Kapitän ist prompt die tragende Säule in der Abwehr, in der Florin Ketterer und Simon Schütz schmerzlich vermisst werden. Denis Pfaffengut (8 Sp, 0+1), Philipp de Paly (4 Sp, 0+1), Valentin Gschmeißner (8 Sp, 0+1), Simon Mayr (8 Sp, 0+0) und die jungen Fabian Koziol, Garret Pruden und Leon Kittel mühen sich redlich, aber neben ein paar Schwierigkeiten vor dem eigenen Tor hapert es beim ESVK auch im Spiel von hinten heraus.
Das wirkt sich zwangsläufig auf die Torausbeute aus, die mit 19 aus 8 Spielen stark verbesserungswürdig ist. Die meiste Last liegt auf den Schultern der Alleinunterhalter Branden Gracel (CAN, 8 Sp, 4+6) und Sami Blomqvist (8 Sp, 5+3). Joseph Lewis (7 Sp, 2+4) ruft ebenfalls sein Leistungsvermögen unermüdlich ab, wie auch Daniel Oppolzer (8 Sp, 2+2). Eine Reihe von Leistungsträgern kommt aber noch nicht recht in Schwung, so etwa Max Schmidle (8 Sp, 1+2), der langjährige DEL-Crack und Hoffnungsträger Tobias Wörle (8 Sp, 1+1) oder die beiden Finnen Ossi Saarinen (8 Sp, 1+1) und Antti Kerälä (8 Sp, 0+3). Letzterer kam kurz vor Saisonstart als Ersatzmann für den Langzeitverletzten Jere Laaksonen, wird seiner Rolle aber wie auch schon in der letzten Saison in Frankfurt nur selten gerecht. Alexander Thiel (3 Sp, 1+0) und seine jungen Mitstreiter Louis Latta, Jonas Wolter oder Markus Schweger können die fehlenden Körner auch nicht beschaffen. Nicht nur aufgrund des Verletzungspechs, sondern auch wegen zu vieler Leistungschwankungen waren die Verantwortlichen früh in der Saison zur Reaktion gezwungen und haben deshalb aus Bietigheim Max Lukes (1 Sp, 0+0) losgeeist, der dem ESVK-Angriff neue Impulse geben soll.
Selten wie nie zuvor in den letzten Jahren bekommen die Eispiraten die Kaufbeurer denkbar günstig vor die Kanonen. Doch solche Situationen sind für Crimmitschau in der Vergangenheit auch oft genug in die Hosen gegangen und so sollten sich die Naud-Schützlinge von Durchhänger des ESVK lieber nicht blenden lassen. Die Allgäuer werden heiß sein, vor eigenem Publikum zum Befreiungsschlag auszuholen und die Sachsen mit leeren Händen nach Hause zu schicken. Zuletzt ist das auch 8-mal in Folge gelungen.