Der Spielplan meint es nicht gerade gut mit den Eispiraten, denn mitten im harten Kampf um die Pre-Playoffplätze stehen die Sachsen im Vergleich zu ihren direkten Konkurrenten wohl vor der schwierigsten Aufgabe, schließlich bekommen sie es am ungewohnten Doppelspieltag mit dem Klassenprimus aus Kassel zu tun.

Due Huskies schwimmen in der laufenden Saison auf einer Welle des Erfolges und drehen mit 54 Punkten und 105:71 Toren einsam ihre Kreise an der Tabellenspitze. Fünf Punkte lautet der Vorsprung auf den Zweiten aus Heilbronn und darüber hinaus stecken die zweitbeste Abwehr und der zweitbeste Sturm der Liga im Kasseler Trikot.

Dass es mit den Gegentoren so gut läuft, dafür sorgen die beiden Goalies Jerry Kuhn (18 Sp, 2.45 GT/Sp, 91.54%, 2 SO) und Leon Hungerecker (8 Sp, 3.07 GT/Sp, 90.71%, 0 SO), die ein 1a/1b-Gespann bilden.

Aber natürlich ist der beste Torwart auch nur so gut wie seine Abwehrleute davor und da laufen mit Denis Shevyrin (26 Sp, 6+13) und Spencer Humphries (CAN, 24 Sp, 6+8) zwei starke Spieler auf, die zusätzlich auch im Spiel nach vorne noch einiges beitragen. Derek Dinger (26 Sp, 0+11), Stephan Tramm (26 Sp, 3+3), Nick Walters (22 Sp, 2+3), Alex Heinrich (15 Sp, 0+5) und Marco Müller (25 Sp, 0+4) sind wesentlich defensiver orientiert, aber mindestens genauso dicke Stützen wie die beiden Offensivverteidiger. Gespannt sein darf man, wie sich in den kommenden Wochen Mario Scalzo (2 Sp, 0+0) machen wird. Der erfahrene Kanadier, der jüngst seinen deutschen Pass erhielt und in Kassel seinen Einstand feierte, hat reichlich Erfahrung aus der DEL und Schweiz, Österreich und Finnland in seiner Vita stehen, spielte aber zuletzt zwei Saisons kein Eishockey.

So, und dann noch der fast schon meisterliche Huskies-Angriff…. neben Heilbronn der einzige, der schon über 100 Tore aufs Fließband legte. Kein Wunder, stehen doch mit Ben Duffy (CAN, 26 Sp, 9+22), Austin Carroll (USA, 26 Sp, 11+13) und Corey Trivino (CAN, 26 Sp, 6+18) drei Kontingentspieler im Sturm parat, die obendrein noch hervorragende Leistungen zeigen. Die Deutsch-Kanadier Justin Kirsch (24 Sp, 9+20), Richard Mueller (21 Sp, 8+12) und Ryon Moser (16 Sp, 5+10) sorgt da eine geballte Nordamerika-Fraktion für mächtig Wirbel im gegnerischen Drittel. Eine starke Entwicklung hat auch Alexander Karachun (26 Sp, 16+7) genommen und ist damit derzeit bester Torschütze seine Teams. Headcoach Tim Kehler kann überdies noch auf die Dienste von Noureddine Bettahar (25 Sp, 3+11), Nathan Burns (20 Sp, 3+10), Lois Spitzner (26 Sp, 8+3), Michael Christ (26 Sp, 5+5), Eric Valentin (12 Sp, 1+3) bauen. Auch der bei den Eispiraten gechasste Patrick Klöpper (10 Sp, 4+0) hat sich bei seinem alten Verein gleich wieder gut eingefunden.

Hinten nur schwer zu knacken und vorne aus jeder Reihe Dauerfeuer. Da stehen die Eispiraten vor einer mächtigen Herausforderung am kommenden Wochenende, bei der sie schon allein des Tabellenstands wegen natürlich zweimal Außenseiter sind. Dennoch bleibt den Cracks aus Westsachsen gar nichts anderes übrig, als ihren Weg der letzten Wochen weiterzugehen und stetig weiter Punkte einzufahren. Der Sprint um Platz 10 erfordert dies, wenngleich ein zu erwartendes punktarmes Wochenende den Marathon noch längst nicht entscheiden wird.