Vor gar nicht langer Zeit, als es nach dem Hurra-Saisonstart die erste kleine Delle in der Performance der Eispiraten gab, kam es, wie es in Crimmitschau (und auch anderswo) guter alter Brauch ist, zu seriösen Diskussionen über einzelne Spieler. Sind die gut genug für uns? Können die uns helfen? Wolle mer die nisch ersetzen und uns was Schöneres kaufen? Gewinnen tun immer alle, aber verlieren, das ist was fürs Individuum. Wie im Sahnpark, so auf Erden….

Vorn dran auf der Liste der Kritisierten: Backup-Goalie Christian Schneider und Speedy Gonzalez Hayden Verbeek. Da können wir uns als Fanpage gar nicht rausnehmen, da warn wir dabei, das war gar nicht so prima. Und deshalb geht hier auch von uns mal ein Entschuldigungsschreiben raus an die beiden.

Backup Christian „Snaydz“ Schneider musste sich einiges anhören und durchlesen, als er im Oktober ins kalte Wasser geschmissen wurde. Paar Haltbare kassiert, und schon war die Tauglichkeit dahin, so schnell kanns gehen. Seit dem 30.01. gab es genau drei Spiele, in denen Oleg Shilin, der unbestreitbar großen Anteil am Saisonerfolg hat, nach seiner zweiten Verletzung in dieser Spielzeit pausieren musste. Christian Schneider als Backup sprang wiederum in die Bresche, hielt mit großartigen Paraden neun Punkte fest und spielte wie eine Nummer 1.

Hayden Verbeek hatte keinen leichten Start in die Saison. Zwar riss der blitzschnelle Kanadier immer wieder Lücken, die seine Mitspieler nutzen konnten, aber dafür gibts halt keine Punkte auf dem Scoreboard. Und mit den eigenen Abschlüssen haperte es, da fehlten mal hier paar Zentimeter, mal da, und so stand Verbeek irgendwann vor einer Statistik, die eine Menge Leute dazu veranlasste, ganz schnell Ersatz zu ordern für ihn, das sei nun wirklich nicht das, was man von einem Kontingentstürmer erwarten müsse. Auch hier das vorschnelle Urteil: zu schlecht für die Liga. Wenige Monate später: mit Jahresbeginn 2024 kehrte das Glück zurück. Plötzlich schlugen die Schüsse im Winkel ein statt am Pfosten, die Bullyquote ist im positiven Bereich, Plus/Minus >0, und Verbeek trifft vor allem immer dann, wenn es richtig eng zugeht und ein Tor her muss.

Dranbleiben, ackern, nach Fehlern wieder aufstehen und mit harter Arbeit zurück zum Erfolg: Schneider und Verbeek stehen sinnbildlich für das ganze Team der Eispiraten in der Saison 2023/2024. Nicht fehlerfrei, aber fleißig. Bereit, zu lernen. Bereit, zu kämpfen. Und das ist genau das, was dieses Team neun Spieltage vor Ende der Hauptrunde auf Platz 3 stehen läßt, vor all den hoch gehandelten Truppen wie Krefeld, Ravensburg, Dresden, Landshut, Bad Nauheim oder Bietigheim.

Es sind insgesamt sieben Partien, die seit dem letzten Backcheck absolviert wurden, da gibts natürlich nur ein kurzes Review pro Match, wir versuchen es mal mit genau einem Satz pro Begegnung. Muss reichen, die Statistik spricht für sich: außer im Spiel gegen die Unaussprechlichen aus dem Fichtelgebirge konnten die Rot-Weißen jedesmal drei Punkte einheimsen und sind somit in diesem Zeitraum das heißeste Team der Liga.

 

Los ging die schöne Serie am 19.01. beim Heimspiel gegen Landshuter, die nach grade überstandenem Pflegergate das Schnäuzermodel aber trotzdem wohl mindestens einmal vermissten, als ein Kollege aus drei Metern das leere Tor verfehlte, was Oleg Shilin so freute, daß er gar keinen mehr reinließ und sich nach Toren von Scalzo, Kanninen und Reichel über einen Shutout freuen durfte.

Etwas enger wurde es bei den allseits beliebten Sprengigeln aus Dresden, die sich nach ihrer Großeinkaufsoffensive inklusive neuem Coach eigentlich am Tabelle-Aufrollen gesehen hatten, jedoch zum zweitenmal in der Saison die Eispiraten mit drei Punkten im Bus gen Westen entschwinden sahen, weil die Treffer vom ewigen Piraten Walsh, von Baller-Bali und von Speedy Verbeek nur noch mit zwei eigenen Toren kurz vor Ultimo beantwortet werden konnten.

 

Als nächstes stand das Gastspiel im Hey-Stadion zu Ravensburg an, für die Rot-Weißen war viel Schönes dabei: 2x Saponari, Zikmund und Verbeek trafen, Rumpelstilzchen Latta wurde quasi zum Ausflippen genötigt (61 Strafminuten!!! der muss übrigens jetzt dafür Sozialstunden ableisten, krasser Scheiß, Glück, daß er nicht noch den Mund mit Seife auswaschen muss), Verbeek gab Granz was auf die Mütze, und ganz nebenbei gabs natürlich auch noch drei Zähler.

A93 doof, Spieltag 42 doof, 28.01.2024 doof, Ergebnis doof, alles doof.

Genau wie in Dresden: Verbeek, Balinson, Walsh hießen die rot-weißen Sniper, und weil Herrmann und Coffman als einzige herumteufelten, blieben drei Punkte nebst Platz 4 schön da, wo sie hingehören: Sahnpark Crimmitschau – olé.