10 Wochen ist die Saison 2025/26 nun alt und die Eispiraten können sich zurecht damit rühmen, noch kein einziges Wochenende punktlos beendet zu haben. Die Kehrseite ist aber auch, dass es bislang an keinem Wochenende zur vollen Punktausbeute gereicht hat. Mit dem Schwung aus dem Sieg über Düsseldorf sowie dem personellen Schwung durch Sebastian Streu und Maxim Trépanier nehmen die Eispiraten nun in Regensburg Anlauf, um das erste 6-Punkte-Wochenende endlich perfekt zu machen.
Beim Gegner aus Regensburg ist es mit dem Anlauf derzeit so eine Sache, denn aus den letzten 4 Partien konnten die Eisbären nur 1 Zähler einfahren, was den ansonsten sehr starken Saisonstart etwas trübte. Durch die aktuelle Flaute qualifizieren sich die Oberpfälzer mit 29 Punkten und 47:47 Toren für Rang 8.
Auf dem Weg zurück in die Erfolgsspur wird auf das Goaliegespann auf jeden Fall Verlass sein, denn sowohl Jonas Neffin (15 Sp, 2.01 GT/Sp, 93.7%, 1 SO) als auch Liganeuling Konrad Fiedler (6 Sp, 2.88 GT/Sp, 91.1%, 0 SO) präsentieren sich sehr stark.
Auch die Abwehrspieler liefern routiniert und solide ihre Leistung ab, wenngleich die Mitarbeit für den offensiven Output bisweilen zu wünschen übrig lässt. Jakob Weber (19 Sp, 2+5) und Sean Giles (D-CAN, 17 Sp, 0+3) bleiben hier wohl bis dato am meisten schuldig, aber auch Pascal Zerressen (19 Sp, 0+2) und Guillaume Naud (D-CAN, 19 Sp, 0+2) könnten angesichts ihrer Erfahrung durchaus auffälligere Offensivaktionen zeigen. Dies soll die Leistungen der Regensburger Defensive allerdings keinesfalls schmälern. Vielmehr wird deutlich, dass im System von Coach Peter Flache „Safety first“ angesagt ist. Klar, denn wer wenige Tore kassiert, muss sich auch nicht so sehr bemühen selbst Tore zu erzielen. Patrick Demetz, Nick Mähler, Marian Bauer und Maximilian Merkl sind weitere Defender, die unauffällig aber verlässlich agieren, während der zwischen Abwehr und Sturm rotierende Routinier Nikola Gajovsky (D-CZE, 19 Sp, 2+4) derzeit seinen Dienst im Angriff verrichtet.
Dort hält Gajovksy die vierte Reihe zusammen und schaut sich an, was die für´s Toreschießen vorgesehen Cracks so machen. Nämlich erstaunlich viel für die Abwehr und für den Angriff dann eher bedarfsgerecht. Regensburg geizt nämlich mit Toren. Deren 47 sind es erst und damit die wenigsten der Liga. Wenn sie von der Kette gehen, sind Pierre Preto (19 Sp, 8+7), Denker und Lenker Corey Trivino (CAN, 19 Sp, 5+9), Sam Payeur (D-CAN, 19 Sp, 5+7), Bryce Kindopp (CAN, 19 Sp, 5+4) und Alex Berardinelli (USA, 13 Sp, 2+5) aber brandgefährlich. David Morley gehört ebenfalls in die Riege der Antreiber, ist aber verletzungsbedingt zum längeren Zuschauen verdammt. Die Morley-Lücke füllt nun der US-Boy Jeremy Bracco (4 Sp, 1+1) aus, der den Regensburger Fans sicherlich noch einige Freude bereiten wird. Mit Kevin Slezak (18 Sp, 3+8), Constantin Ontl (14 Sp, 5+1), Donát Péter (D-HUN, 17 Sp, 3+2), Yuma Grimm (18 Sp, 1+4) und Aleandro Angaran (19 Sp, 0+2) kann Peter Flache eine Reihe von Cracks aufbieten, die mit ihrem nimmermüden Auftreten ausgezeichnete Ergänzungen an der Seite der dekorierten Leistungsträger sind. Im Angriff der Regensburger ist die Last auf viele Schultern verteilt und dass es bisher erst 47-mal zum Torjubel reichte, ist keinesfalls mangelnder Qualität geschuldet.
Die Crimmitschauer werden viel Geduld mit auf ihre Reise nach Regensburg einpacken müssen, denn in der Donau-Arena schaffen es Gästeteams bislang im Schnitt weniger als 2 mal (16 Tore in 9 Spielen) auf die Anzeigetafel. Das Abwehrbollwerk der Eisbären steht also vor allem zuhause felsenfest und es ist zu erwarten, dass auch die Eispiraten ihre liebe Not mit dem Toreschießen in der Stube von Neffin & Co. haben werden. So wird es mit dem Wissen, dass wahrscheinlich nur wenige Treffer fallen, aus Eispiraten-Sicht besonders wichtig, die richtige Balance zwischen Abwehr und Angriff zu finden, denn mit zu viel Kopf durch die Wand in der Offensive könnten sich die konternden Hausherren für sich ergebende Räume in der Eispiraten-Defensive bedanken.