INFOS ZUM SPIEL
DEL2 – Saison 2026/27 – 4. Spieltag am 27.09.2026
Schiedsrichter: Bastian Steingross, Caroline Butt (Leonie Ernst, Yannick Müller-Osten)
Weiden bleibt kein gutes Pflaster für die Eispiraten: Trotz klarer spielerischer Vorteile unterlagen die Westsachsen den Blue Devils mit 3:2 (0:0, 3:1, 0:1) und schenkten den Oberpfälzern damit ihren ersten Saisonsieg. Nach der verdienten Führung durch Collin Adams verhedderte sich Crimmitschau im Mitteldrittel in einer Strafenflut, die Weiden – angeführt vom Ex-Eispiraten Tyler Gron – binnen sieben Minuten zu drei Toren nutzte, zwei davon im Powerplay. Auch die Schlussoffensive, gekrönt vom Anschlusstreffer des Geburtstagskindes Tim Lutz, kam am Ende einen Treffer zu spät.
Feldvorteil ohne Ertrag: Mühlberger hält die Null
Mit unverändertem Lineup nahmen die Eispiraten das Spiel von der ersten Minute an in die Hand und ließen gegen einen zunächst passiven Gegner hinten kaum etwas zu. Obwohl sich schon früh gute Möglichkeiten ergaben – in der 3. Minute prüfte Adam McCormick den Weidener Keeper Patrik Mühlberger am kurzen Pfosten, in der 6. war Mühlberger sicher gegen Adams zur Stelle, und in der 9. verpasste Louis Brune die Führung nur um Zentimeter, weil die Scheibe im Schneckentempo am Tor vorbeitrudelte –, blieb der Ertrag aus. Das galt auch für das erste Powerplay nach Bandencheck von Luis Marusch in der 5. Minute, in dem Mirko Sacher etwa in der 7. Minute kurz vor Ablauf der Überzahl freistehend scheiterte und der abgelenkte Puck im Fangnetz landete.
Erst nach dem Powerbreak um die 13. Minute, als sich die Hausherren für ein paar Minuten befreien konnten, wurde es vor Kevin Reich im Eispiraten-Tor etwas lebhafter, ohne dass der Schlussmann ernsthaft in Verlegenheit geraten wäre. Den Rest des Abschnitts bestimmten wieder die Rot-Weißen, doch Dylan Wruck fand aus Nahdistanz in der 16. Minute seinen Meister in Mühlberger, und Jarno Kärki setzte seine Rückhand in der Schlussminute übers Gehäuse. So ging es mit einem Chancenplus, aber ohne Tor in die Kabine – während im Fanblock der Westsachsen beste Stimmung herrschte und vom Heimpublikum kaum etwas zu hören war.
Verdiente Führung, unnötige Strafen: Drei Tore in sieben Minuten drehen das Spiel
Kaum war das Mitteldrittel eröffnet, belohnte sich Crimmitschau für den Aufwand: Logan Will setzte energisch nach, Wruck bugsierte den Rebound in den Slot zurück, und Adams musste in der 21. Minute nur noch einschieben – 0:1, verdient. Doch statt den Vorsprung auszubauen, brachten sich die Gäste durch eine Reihe von Strafen selbst aus dem Rhythmus: Will (22.), McCormick (24.) und Finn Fuchs (25.) saßen binnen weniger Minuten auf der Bank. Die doppelte Unterzahl überstanden die Eispiraten noch, weil Jordan Knackstedt in der 26. Minute nur das Gestänge traf, in der anschließenden Überzahl der Hausherren aber gelang es ihnen nicht, die Scheibe aus der Gefahrenzone zu befördern, sodass Tyler Gron – ausgerechnet ein Ex-Eispirat – aus dem Getümmel zum 1:1 traf (27.).
Wie schnell sich das Blatt gewendet hatte, zeigte sich nur wenige Minuten später: Nach einem Konter legte Michael Regush quer, Charlie Jahnke stand völlig frei und ließ Reich keine Chance – der wohl schönste Spielzug der Blue Devils an diesem Abend und zugleich das 2:1 bei fünf gegen fünf (30.). Weil Tim Lutz wegen eines Stockschlags und Denis Shevyrin wegen eines Frust-Stockschlags (2+2 Minuten) in der 31. Minute schon wieder auf der Strafbank saßen, kam Weiden erneut zu Überzahl und nutzte sie: Nach gutem Passspiel traf Niklas Postel aus dem hohen Slot zum 3:1 (34.).
Aus einem Spiel, das die Eispiraten kontrolliert hatten, war damit binnen sieben Minuten eines geworden, in dem sie einem Rückstand hinterherliefen, und zwei der drei Gegentore waren Geschenke der eigenen Strafbank. Bis zur Pause feuerten die Westsachsen noch aus allen Lagen auf Mühlberger, um den schnellen Anschluss zu erzwingen, doch die Eispiraten sollten den Erfolg des Drittelbeginns nicht noch einmal wiederholen.
Geburtstagskind Lutz macht es noch einmal spannend
Mit genau der Reaktion, die man sich nach einem solchen Mitteldrittel wünscht, kehrte Crimmitschau aus der Kabine zurück: Brune hatte den Anschluss in der 41. Minute auf dem Schläger, scheiterte aber nach einem langen Shift an der eigenen Kraft. Belohnt wurde die Überlegenheit schließlich in der 45. Minute, als Shevyrin einen Konter einleitete und Lutz, der an diesem Tag seinen 26. Geburtstag feierte, im Eins-gegen-eins gegen Mühlberger eiskalt blieb – 2:3.
Von da an rannten die Westsachsen mit aggressivem Forechecking gegen den knappen Vorsprung an, ließen sich in ihrem Rhythmus aber immer wieder von Strafen stören, etwa nach dem Tete a Tete zwischen Shevyrin und Knackstedt in der 47. Minute, der beiden je 2+2 Minuten einbrachte. Stanislav Dietz knallte in der 50. Minute einen Hammer an den Innenpfosten, von wo der Puck wieder heraussprang, obwohl Mühlberger längst geschlagen war, Emil Quaas scheiterte in der 53. aus spitzem Winkel, und Reich hielt seine Mannschaft auf der anderen Seite mit mehreren starken Paraden im Spiel. Als Trainer Jussi Tuores seinen Torhüter in der 57. Minute für einen sechsten Feldspieler vom Eis nahm und in der 59. eine Auszeit folgte, belagerten die Eispiraten das Weidener Tor mit allem, was sie hatten – 19 Sekunden vor der Schlusssirene klingelte es sogar noch am Gestänge –, doch der Ausgleich wollte nicht mehr fallen.
Fazit
Weiden hat seinen ersten Saisonsieg – und bekam ihn von den Eispiraten fast geschenkt. Die Westsachsen waren über weite Strecken das bessere Eishockeyteam, aber 18 Strafminuten gegen 10 sind ein Preis, den man gegen einen Gegner, der seine Überzahl so eiskalt nutzt, nicht zahlen darf. Ja, das Schiedsrichtergespann pfiff im Mitteldrittel kleinlich, und dass Reich im Torraum mehrfach angegangen wurde, ohne dass jeder Pfiff kam, bleibt hängen – doch wer zweimal in Unterzahl kassiert, sollte zuerst auf die eigene Bank schauen. Bleiben die Moral, mit der Crimmitschau nach dem 1:3 nicht aufgesteckt hat, und der Applaus der Fans, die ihr Team trotz der Niederlage feierten: Weiden bleibt ein Pflaster, auf dem die Pleißestädter zu holprig laufen, aber mit dieser Spielanlage ist in dieser Saison noch viel zu holen.
TORE
0:1 (20:41) Collin Adams (Dylan Wruck, Logan Will)
1:1 (26:20) Tyler Gron (Michael Regush, Niklas Postel) – PP 1 5-4
2:1 (29:03) Charlie Jahnke (Michael Regush, Brayden Tracey)
3:1 (33:09) Niklas Postel (Michael Regush, Tyler Gron) – PP 1 5-4
3:2 (44:27) Tim Lutz (Denis Shevyrin)
STRAFMINUTEN
Blue Devils Weiden – 10 Minuten
04:44 – 2 Min. – Luis Marusch (Check gegen die Bande)
29:48 – 2 Min. – Jordan Knackstedt (Haken)
46:52 – 2 Min. – Jordan Knackstedt (Unsportliches Verhalten)
46:52 – 2 Min. – Jordan Knackstedt (Stockschlag)
51:25 – 2 Min. – Maximilian Brunner (Beinstellen)
Eispiraten Crimmitschau – 18 Minuten
21:05 – 2 Min. – Logan Will (Beinstellen)
23:37 – 2 Min. – Adam McCormick (Halten)
24:52 – 2 Min. – Finn Fuchs (Check mit dem Stock)
29:40 – 2 Min. – Denis Shevyrin (Stockschlag)
29:40 – 2 Min. – Tim Lutz (Check mit dem Stock)
29:40 – 2 Min. – Denis Shevyrin (Unsportliches Verhalten)
46:52 – 2 Min. – Denis Shevyrin (Kopfstoß)
46:52 – 2 Min. – Denis Shevyrin (Kopfstoß)
51:25 – 2 Min. – Kevin Reich (Unsportliches Verhalten)
AUFSTELLUNG
Blue Devils Weiden
Tor: Patrik Mühlberger (Conner McLeod) – Abwehr: Tommy Muck, Vladislav Filin, Mario Scalzo, Luis Marusch, Dominik Bohac, Calvin Pokorny – Angriff: Brayden Tracey, Charlie Jahnke, Michael Regush, Yuma Grimm, Jordan Knackstedt, Alex-Olivier Voyer, Maximilian Brunner, Niklas Postel, Lukas Ribarik, Tyler Gron, Georg Thal, Eden-Angelus Hofverberg
Eispiraten Crimmitschau
Tor: Kevin Reich (Pascal Seidel) – Abwehr: Adam McCormick, Mirko Sacher, Emil Quaas, Stanislav Dietz, Finn Fuchs, Leon Schulz – Angriff: Dylan Wruck, Logan Will, Collin Adams, Sebastian Streu, Jarno Kärki, Louis Brune, Tim Lutz, Denis Shevyrin, Noah Garthe, Johannes Schmid, Leon Neiger, Nikolas Biggins
ZUSCHAUER
1.694
SPECIAL TEAMS CRIMMITSCHAU
Überzahl: 00.00% (1 Überzahlsituation / 0 Tore)
Unterzahl: 66.67% (6 Unterzahlsituationen / 2 Gegentore)
TORSCHÜSSE
20 : 33 (2:13, 16:9, 2:11)