DEL2 – Saison 2026/27 – 5. Spieltag am 02.10.2026
Schiedsrichter: David Cespiva, Jeroen Klijberg (Thomas Herklotz, Tobias Treitl)


Die Eispiraten mit sicherlich noch etwas Wut im Bauch nach der Niederlage in Weiden letzten Sonntag zu Gast beim ungeschlagenen Tabellenführer in Kassel – was sollte da schon schiefgehen?
Der Abend begann zudem mit einer sehr schönen Bannerzeremonie für Alexander Heinrich, Kasseler Jung, der auch im Sahnpark als Teil der fast schon legendären Blauhosenreihe seine Spuren hinterlassen hat. Seine Nummer 78 wurde in der Probonio-Arena unters Dach gezogen und wird bei den Huskies fürderhin nicht mehr vergeben. Schönes Detail am Rande: mit den Jerseys von Manu Klinge und Michi Christ hängen dort schon zwei andere Trikots von Spielern, die auch schonmal beim schönsten Club der Welt aufliefen, und geht man nach den Kommentatoren der Huskies, kommt mit dem von Marco Müller in absehbarer Zeit ein viertes hinzu. Irgendwas haben die in Kassel mit den Eispiraten…

Nach Anfangsoffensive der Huskies übernehmen die Rot-Weißen das Kommando

Wie sich herausstellen sollte, hielt das aber die Hausherren nicht davon ab, gleich zu Beginn die Sturmhauben aufzusetzen und die Westsachsen mit einer starken Druckphase hinten rein zu stellen. Brachte aber zunächst nichts ein, und so begannen die Eispiraten, sich nach und nach freizuschwimmen. Eine recht kleinliche Strafe gegen Expirat Till Michel resultierte dann sogar im ersten Powerplay der Partie. Dumm nur, daß gleich der erste Puckverlust von Mieszkowski mit einem Shorthander zum 1:0 bestraft wurde. Aber die Rot-Weißen ließen sich nicht beirren, übernahmen nach und nach das Kommando und belohnten sich in Minute 14 mit dem Ausgleich. Es klingelte wiederum während eines Powerplays, aber diesmal auf der richtigen Seite: einen Abpraller bugsierte Logan Will von der linken Seite über den schon liegenden Maurer hinweg in die Maschen – verdient! Mit diesem 1:1 ging es auch in die erste Pause.

Zwanzig Minuten Überlegenheit im Mittelabschnitt

Die über 4000 Zuschauer in Kassel werden sich dann im zweiten Drittel verwundert die Augen gerieben haben: Crimmitschau kam mit Dampf aus der Kabine und spielte die Hausherren zwanzig Minuten lang an die Wand. Das mag jetzt vielleicht übertrieben klingen, aber die letztlich 7:15 Torschüsse zwischen Minute 21 und 40 geben die Überlegenheit der Gäste noch nicht mal realistisch wieder. Immer wieder gelang es den Rot-Weißen mit frühem, aggressivem Forechecking, den Gastgebern schon beim Spielaufbau den Zahn zu ziehen, und mit deutlichen Geschwindigkeitsvorteilen wurden immer wieder blitzschnelle Angriffe eingeleitet, die Maurer im Kasseler Tor ein ums andere Mal auf die Probe stellten. Es war also gar nicht verwunderlich, daß die Westsachsen mit einem Doppelschlag zwischen Minute 33 und 35 plötzlich auch auf dem Scoreboard die Hoheit übernahmen: zunächst war es Noah Garthe, der nach Ablage von Tim Lutz trocken abzog, wenig später überlief Louis Brune mit Schwung all seine alten Mannschaftskameraden und netzte unter dem Goalie hindurch zum 1:3 ein. Und auch diese Führung: hochverdient!

Immer die richtige Antwort parat

Nach Reihenumstellungem auf Seiten der Gastgeber gingen im Schlussabschnit wieder mehr Spielanteile an die Hausherren, die mitunter schon ordentlich Druck machen konnten. Aber erstens blieb Pascal Seidel, der bei seinem ersten Pflichtspiel im rot-weißen Dress ordentlich ablieferte, meist Herr der Lage, und zweitens gelang es den Eispiraten immer wieder, Kassel auf außen zu halten und so die gefürchteten Temporushes über Keck und Garlent gar nicht all zu oft zuzulassen. Der fast schon überraschende Anschlusstreffer fiel dann direkt aus einem Bully heraus, O’Donnell hatte den linken Pfosten gut anvisiert. Als sich alles auf einen Sturmlauf der Gastgeber vorbereitete, machte aber zunächst Jarno Kärki  den Spielverderber: im Powerplay spielten es die Gäste einfach, und den gut gescreenten Schuss McCormicks fälschte der Finne zum 2:4 ins Netz ab, offiziell wurde das Tor dann Goldhelm Brune gutgeschrieben, aber es wäre nicht verwunderlich, wenn das noch geändert wird. Trotzdem kam Kassel auch ein weiteres Mal wieder auf ein Tor heran, mit einer Fastkopie des ersten Crimmitschauer Treffers erzielte Wilkie das 3:4. Aber auch hierfür hatten die Rot-Weißen den richtigen Konter auf Lager: wieder ein Schuss von der blauen Linie, wieder einer, der die Kelle reinhielt (diesmal Sebastian Streu), und wieder wackelte das Netz. 3:5, und das war dann der Treffer, auf den Kassel keine Antwort mehr hatte.

Fazit

Eine ganz starke Auswärtsvorstellung der Eispiraten war das, und am Ende saßen verdientermaßen drei Punkte auf der Rückfahrt mit im Bus. Fünf verschiedene Torschützen zeigten auch genau das auf, was man auf dem Eis beobachten konnte: ein Team, aus dem eigentlich keiner wirklich herausstach, weil alle gleichermaßen ihren Job zur höchsten Zufriedenheit erledigten. Mit derselben Ausgeglichenheit. demselben Biß und derselben taktischen Disziplin auf Seiten der Eispiraten werden es am Sonntag auch die Lausitzer Füchse schwer haben, etwas Zählbares aus dem Sahnpark mitzunehmen. Aber auch diese 60 oder 65 Minuten wollen erst gespielt sein, und gerade die Cracks aus Ostsachsen wissen dummerweise recht gut, wie es ist, die Eispiraten zu ärgern, auch im eigenen Wohnzimmer. Wird also spannend.

1:0 (06:16) Darren Mieszkowski (Jake Weidner) SH1 4-5
1:1 (13:18) Logan Will (Denis Shevyrin, NBoah Garthe) – PP 1 5-4
1:2 (32:45) Noah Garthe (Tim Lutz, Mirko Sacher)
1:3 (34:23) Louis Brune
2:3 (42:08) Brendan O’Donnell (Matt White)
2:4 (47:26) Louis Brune (Adam McCormick, Jarno Kärki) PP1 5-4
3:4 (52:32) Christopher Wilkie (Tristan Keck, Lucas Dumont) PP1 5-4
3:5 (56:10) Sebastian Streu (Colin Adams, Finn Fuchs)


Kassel Huskies – 8 Minuten
06:01 – 2 Min. – Till Michel (Beinstellen)
12:23 – 2 Min. – Marco Müller (Beinstellen)
46:51 – 2 Min. – Darren Mieszkowski (Haken)
51:26 – 2 Min. – Brendan O’Donnell (Stockschlag)

Eispiraten Crimmitschau – 8 Minuten
28:36 – 2 Min. – Leon Neiger (Zu viele Spieler auf dem Eis)
35:34 – 2 Min. – Colin Adams (Stockschlag)
51:26 – 2 Min. – Johannes Schmid (Behinderung)
52:09 – 2 Min. – Tim Lutz (Hoher Stock)

Kassel Huskies
Tor: Philipp Maurer (Leon Willerscheid) – Abwehr: Leonhard Korus, Marco Müller, Jimmy Martinovic, Ben Stadler, Lucas Dumont, Johannes Huß – Angriff: Jake Weidner, Laurin Braun, Till Michel, Daniil Afonin, Michael Bartuli, Hunter Garlent, Darren Mieszkowski, Tristan Keck, Christopher Wilkie, Brendan O’Donnell, Sebastian Laßmann, Matt White

Eispiraten Crimmitschau
Tor: Pascal Seidel (Steve Majher) – Abwehr: Adam McCormick, Emil Quaas, Mirko Sacher, Finn Fuchs, Leon Schulz, Stanislav Dietz – Angriff: Nicolas Biggins, Logan Will, Collin Adams, Tim Lutz, Johannes Schmid, Jarno Kärki, Noah Garthe, Denis Shevyrin, Noah Garthe, Louis Brune, Leon Neiger, Dylan Wruck, Sebastian Streu

4.179


Überzahl: 66.67% (3 Überzahlsituation / 2 Tore)
Unterzahl: 33.33% (3 Unterzahlsituationen / 1 Gegentor)

28 : 36 (10:15, 7:15, 11:6)