Nach der knappen und unglücklichen, aber dennoch nicht unverdienten Niederlage in Memmingen treten die Eispiraten gegen den Tabellenzweiten aus Regensburg erneut unter ungünstigen personellen Voraussetzungen an, weshalb das erste Wochenende mit zwei Niederlagen droht.


2026/27 – 12.Spieltag – Sonntag, 25.10.2026, 17.00 Uhr
Eispiraten Crimmitschau vs. Eisbären Regensburg
Schiedsrichter: Bastian Steingroß, Achim Moosberger (Marcus Höfer, Yannick Lindner)


Denn neben der qualitativen Limitierung, die der reihenweise Ausfall von Leistungsträgern unweigerlich mit sich bringt, spielt auch der Gegner eine gewichtige Rolle, denn die Regensburger dürften vor Selbstvertrauen kurz vor dem Platzen sein. In der Oberpfalz redet nämlich gerade keiner von den 4 Pleiten am Stück, die zwischen dem 6. und 9.Spieltag eingefahren wurden, sondern vielmehr erzeugen die Ausrufezeichen gegen Dresden (6:2!) und Düsseldorf (4:0!) in den letzten beiden Partien erhöhte Aufmerksamkeit, womit das Team von Coach Peter Flache bei nunmehr 21 Punkten und 37:27 Toren auf Rang 2 geklettert ist. Gerade der Erfolg gegen die der Liga bislang in allen Belangen überlegenen DEG schindet Eindruck, der den Eisbären zugleich die Favoritenrolle in der heutigen Partie zuschiebt.

Der große Rückhalt der Donaustädter ist der Finne Oskar Autio (9 Sp, 2.40 GT/Sp, 92.06%, 1 SO), der gepaart mit einer strukturell top eingestellten Defensive nur schwer zu bezwingen ist. Regensburg wäre aber nicht Regensburg, wenn es nicht auch einen aufstrebenden Backup aufbieten könnte. Man erinnert sich noch an den Aufstieg des Jonas Neffin, der aus der gleichen Rolle heraus nun als nächster Nationalgoalie gehandelt wird. Soweit ist Finn Becker (2 Sp, 1.94 GT/Sp, 92.59%, 0 SO) zwar noch lange nicht, aber der 23jährige genießt viel Vertrauen und kann bedenkenlos ins kalte Wasser springen.

Das kalte Wasser hat US-Boy Cody Haiskanen (10 Sp, 1+8) längst hinter sich, denn der 29jährige ist mit seiner AHL- und DEL-Erfahrung der absolute Antreiber und Sicherheitsgrant in der Defensive. Ihm zur Seite stehen die ebenfalls erfahrenen Guillaume Naud (D-CAN, 11 Sp, 0+6) und Pascal Zerressen (11 Sp, 0+3), an deren Seite eine ganze Armada junger Spieler beste Entwicklungschancen hat: Marian Bauer, Moritz Kuku,, Liron Pellizzari, Matthias Binder, Nick Mähler und Max Bleicher. Patrick Demetz gehört derweil schon irgendwie zum Inventar.

Im Angriff baut Peter Flache auf das bewährte Konzept, in der Spitze richtige Topstürmer aufzubieten, diese aber nicht zu verheizen. Regensburg dürfte nämlich von Reihe 1 bis 4 die ausgeglichenste Eiszeitverteilung der Liga haben. Diese Mischung aus „wenn die Topreihe kommt, brennt es im gegnerischen Drittel lichterloh“ und „wenn die vierte Reihe kommt, brennen beim Gegner die Oberschenkel“ erfüllt durchaus ihren Zweck. Regensburgs Stürmer spielen daher in der ligaweiten Topscorerwertung auch eher unter ferner liefen. Intern führt derzeit Donát Peter (D-HUN, 11 Sp, 6+6) die Scorerwertung an, tendenziell wären da aber eher der omnipräsente Corey Trivino (CAN, 9 Sp, 6+2) oder Tyler Ward (CAN, 6 Sp, 4+1) zu finden, hätten sie nicht bereits ein paar Spiele verpasst. Auch Jeremy Bracco (USA, 10 Sp, 1+9) ist mit seiner spektakulären Spielweise ein heißer Kandidat für den goldenen Helm. Kontunierlich einen weiteren Schritt nach vorn hat indes Kevin Slezak gemacht (11 Sp, 5+5) und gehört nun wie Norman Hauner (11 Sp, 4+4), Taylor Vause (D-CAN, 11 Sp, 1+3) und Samuel Payeur (D-CAN, 9 Sp, 2+1) zu den Angreifern, auf die man als Gegner stets wachsam achten sollte. Mit Yannic Bauer (11 Sp, 4+2), Pepino Langmeier (11 Sp, 0+4), dem rauflustigen Aleandro Angaran (11 Sp, 0+4), Marks Jirgensons (D-LAT, 4 Sp, 1+0), Linus Brandl (1 Sp, 1+0) und Sebastian Zwickl (6 Sp, 0+0) hat Peter Flache die viel beachteten hinteren Reihen besetzt. Constantin Ontl (7 Sp, 0+0) als dienstältester Regensburger ist hierbei so etwas wie die ordnende Hand auf dem Eis.

„Wie machen die das nur?“ Schnell erwischt man sich bei dieser Frage, denn Regensburg ist irgendwie immer noch ein unscheinbares Licht der DEL2. Schnell übersehen zwischen all den Granden der Liga, aber dann doch immer oben dabei. Ohne Getöse und mit viel Understatement macht man an der Donau halt einfach in aller Ruhe seine Arbeit – und das erfolgreich. Bei all der Unscheinbarkeit bleibt eines nahezu verborgen: Regensburg ist eine Sport- bzw. Eishockeystadt. Zuschauerzahlen unter 4.000 sind eine Seltenheit, die Stadt treibt mit Hochdruck den Stadionausbau voran und die potente Region pumpt Geld in den Club, der sich allmählich in die Schlange der DEL-Kandidten einreiht und insgeheim mittelfristig bestimmt auch dorthin möchte.

Zunächst müssen die Eisbären aber erstmal ihr Tagegeschäft bei den Eispiraten Crimmitschau erledigen. Die personell gebeutelten Westsachsen werden alles versuchen, um die zweite Niederlage an diesem Wochenende und das Abrutschen ins Tabellenmittelfeld zu verhindern. Die Trauben hängen für die Tuores-Schützlinge bei diesem Unterfangen jedoch äußerst hoch, denn die Donaustädter kommen mit viel Rückenwind die Pleiße hochgeschippert, haben einen Schiffsrumpf voll mit unermüdlichen Ruderern und an Deck ausgezeichnete Schützen an den Kanonen. Ganz zu schweigen, von einem strategischen Genie und Motivationsünstler am Steuerrad.


Kadernews

Ausfall: Ole Olleff (Oberkörperverletzung), Dominic Walsh (Rückenverletzung), Denis Shevyrin (Oberkörperverletzung), Jarno Kärki (Sperre), Dylan Wruck (Oberkörperverletzung), Leon Schulz (Kopfverletzung)
Fragezeichen: –


 Die Teams im Vergleich