Nach einem Jahr Abstinenz kehren die Dresdner Eislöwen in den Sahnpark zurück und siehe da, die Landeshauptstädter tun dies als punktloser Tabellenletzter.


2026/27 – 3.Spieltag – Freitag, 25.09.2026, 19.30 Uhr
Eispiraten Crimmitschau vs. Dresdner Eislöwen
Schiedsrichter: Christopher Schadewaldt, Thomas Kalnik (Marcus Höfer, Lukas Pfriem)

Die bisherigen Duelle gegen DRESDEN im Überblick.


Denise Gräfe ist in aller Munde, denn die Verwaltungsfrau aus der Dresdner Ausländerbehörde hat noch vor dem Saisonstart die Marschroute der Dresdner Eislöwen hellseherisch vorgegeben: „Sie (die Dresdner Eislöwen, Anm. d. V.) zählen für uns bis zum 18.September noch als Erstligist und somit zum Spitzensport.“ Und weil die Dresdner Eislöwen nicht die Dresdner Eislöwen wären, wenn sie sich nicht permanent als Zentrum der Eishockeywelt sähen, haben sie ihren Erstligastatus doch gleich auf das gesamte erste Wochenende der DEL2-Saison ausgeweitet und einfach da weitergemacht, wo sie bei ihrem überaus erfolglosen DEL-Ausflug letzte Saison aufgehört haben: Die Rote Laterne halten und sich in Peinlichkeiten stürzen.

Denn nach der 3:7-Willkommensklatsche gegen die Kassel Huskies schaffte es das Starensemble um Startrainer Bo Subr auch beim Aufsteiger Memmingen nicht, der angedachten Wir-steigen-eh-wieder-auf-Rolle auf dem Eis gerecht zu werden. Somit standen 0 Punkte und 6:11 Tore nach dem ersten Spielwochenende zu Buche und die masochistischen Sprengigel-Fans in Elbflorenz dürften sich in einer Zeitschleife wähnen.

Die derzeit größte Baustelle wäre mit der Defensvive bereits ausgemacht, da 11 Gegentore in 2 Spielen wenig schmeichelhaft sind. Zum Auftakt bekam Fabian Hegmann (2 Sp, 5.78 GT/Sp, 80.00%, 0 SO) die Chance sich zu beweisen, da Jannick Schwendener verletzungsbedingt passen musste. Doch weder Hegmann noch der dritte Goalie Marvin Berbner (1 Sp, 5.19 GT/Sp, 57.14%, 0 SO) konnten effektiv etwas ausrichten.

Doch auch die Abwehr vor den Goalies bekleckerte sich nicht mit Ruhm, zumal hier mit Ryan MacKinnon (CAN, 2 Sp, 0+0)) einer von vielen Königstransfers der Landeshauptstädter aufläuft und zudem Größen wie Oliver Granz (2 Sp, 0+1), Gregory Kreutzer (2 Sp, 0+1) und David Suvanto (2 Sp, 0+0) die Fäden zusammenhalten sollten. Simon Karlsson war vielleicht sogar etwas froh, in den ersten beiden Spielen nicht mitgewirkt zu haben. Bruno Riedl, Felix Krüger und die U21-Spieler Jacob Ficenec und Ivan Komorist komplettieren die Abwehr.

Die eingangs erwähnte Denise Gräfe hat ihre von Sarkasmus gespickte Aussage übrigens in einem ganz konkreten Zusammenhang getätigt, nämlich bei der Übergabe des deutschen Passes Nr. 13 und 14 an einen Eislöwen-Spieler. So viele „Doppelflaggen“ stehen nämlich mittlerweile in der Kaderliste Dresdens. Die aktuellsten Neuzugänge sind hier die in Nordamerika geborenen Dane Fox (2 Sp, 1+1) und Tylor Spink (2 Sp, 0+0). Tylor hat übrigens noch einen eineiigen Zwilling namens Tyson und zusammen waren sie weitere königliche Sommertransfers von Sportchef Jens Baxmann, immerhin blickten die Brüder vor dem Wechsel nach Dresen auf sechs gemeinsame Jahre in der DEL (Schwenningen) zurück, in denen Seite an Seite 574 Spiele, 180 Tore und 232 Vorlagen gesammelt wurden. Die Spinks spielen übrigens seit ihrer Kindheit stets im gleichen Team und es wäre nicht verwunderlich, wenn Coach Subr in seinem Arbeitsvertrag stehen hat, dass er die beiden immer in der gleichen Reihe einsetzen muss. Zum Auftakt in der DEL2 hat das Hochkaräterzwillingspaar aber noch nicht so richtig funktioniert: kein einziger Scorerpunkt sowie jeweils -5 in der +/- Bilanz bedeuten noch reichlich Luft nach oben. In luftiger Höhe sind aber dennoch schon einige Eislöwen-Angreifer unterwegs, denn Adam Halewka (CAN, 2 Sp, 1+3) – noch so ein Königstransfer -, Jan Nijenhuis (2 Sp, 2+1), Tomas Andres (2 Sp, 0+3) und Alec Ahlroth (2 Sp, 1+1) haben trotz der beiden Pleiten schon gute bis sehr gute Ansätze gezeigt. Dies muss sich nun nur noch auf den Rest der Offensive übertragen. Dort tummeln sich mit Andrew LeBlanc, Tomas Sykora, Sebastian Gorcik und Tom Knobloch noch weitere Spieler, deren Namen man schon mehr als einmal gehört hat. Sich einen solchen machen wollen sich noch Lukas Buschbeck, Karl Gärtner, Ricardo Hendreschke und Connor Korte.

Auch wenn die aktuelle Tabelle aus Eispiraten-Sicht eine überaus sehenswerte Momentaufnahme ist, sollte man sich nicht der Illusion hingeben, dass dieses Bild noch länger so weitergehen wird. Die Eislöwen auf dem letzten Platz sollte sich zügig erledigt haben, wenn man davon ausgeht, dass „Geld eben doch Tore schießt“. Dresden ist bei aller Hähme über den schwachen Start einer der, wenn nicht DER Hauptfavorit auf den Meistertitel und dementsprechend dürfte sich das Team in den kommenden Spielen sicherlich rasch in Richtung Tabellenspitze bewegen und sein spielrisches Potential auf dem Eis auch zeigen. Geht es nach den Crimmitschauern, fangen die Dresdner damit aber frühestens am kommenden Sonntag an. Das Team von Jussi Tuores wird zum Abschluss des 3-Heimspiele-Auftakts heute möglichst viel Spucke in der Eislöwen-Suppe verteilen wollen und im Hinblick auf den Heimdreier mächtig an den Ketten zerren. Beflügelt wird dieses Vorhaben am ehesten, wenn die Eispiraten vermeiden, im dritten Spiel nicht zum dritten Mal in Rückstand zu geraten. Was gegen Düsseldorf nach 5 Minuten schon der Anfang vom Ende war, zog auch gegen Freiburg einen sehr zähen, mühsamen Faden, der erst in der 36. Minute mit dem 1:1-Ausgleich riss und einiges an physischer wie psychischer Kraftanstrengung verlangte.


Kadernews

Ausfall: Ole Olleff (Oberkörperverletzung, Ausfallzeit offen)
Fragezeichen: Felix Thomas, Dominic Walsh (Oberkörperbeschwerden)


 Die Teams im Vergleich