Die Aufregung war groß beim Nachwuchs des ETC Crimmitschau, denn in dieser Woche ist Ex-DEL-2-Profi Sami Kaartinen mit seinem Partner Eetu Qvist aus Finnland in Crimmitschau und leitet einige Trainingseinheiten beim ETC-Nachwuchs und den Eispiraten. Und die Kids schwitzten dabei ziemlich, wurde doch hier der Fokus auf intensive Bewegung gesetzt.

Sami Kaartinen beendete im Jahr 2016 nach über 800 Profieinsätzen – zuletzt 7 Jahre in Dresden – seine Karriereende als Eishockeyspieler, hat danach Sportmedizin studiert und ist seitdem Individualcoach für Skills und Athletik in Finnland und hilft in seinen Einsätzen den Spielern im technischen Bereich (Schlittschuhlaufen, Stocktechnik) aber auch im Athletikbereich weiter und stellt den Trainern vor Ort seine Methoden vor. Das von ihm und seinen Kollegen gegründete finnische Unternehmen Pro Prospect ltd. steht für modernste Trainingsmethoden sowohl auf dem Eis als auch im Athletikbereich. Neben der Verbesserung der Lauf- und Stocktechnik der Sportler steht auch die Schulung von Trainern im Mittelpunkt, um langfristig gut ausgebildete Spieler zu entwickeln.

etconline hat dem 38jährigen sympathischen Finnen und dessen vier jahre jüngeren Kollegen Eetu Qvist, der viele Jahre in der finnischen und schwedischen ersten Liga gespielt hat, bei den Trainingseinheiten mit den Kids über die Schulter geschaut und ihm noch ein paar Fragen gestellt.

etconline: Sami, seit wann bist du Individualcoach und seit wann seid ihr als solche unterwegs?

Sami Kaartinen: So richtig durchgestartet sind wir Anfang 2017, zuvor waren wir zwei Jahre in einem eher kleineren Rahmen unterwegs. Wir sind derzeit eine GmbH mit 5 Coaches, unter anderem für Ernährung, Mentaltraining, Reha-Training und eben wir mit Athletik und Skill.

etconline: Seid ihr hier nur in Deutschland und Finnland unterwegs oder weltweit?

Sami Kaartinen: Wir sind jetzt richtig weltweit am Start, Finnland, Deutschland, aber auch Nordamerika und auch China. Wir haben unseren Zentralsitz in Finnland, wollen unsere Firma aber erweitern und bilden jetzt auch unsere eigenen Coaches aus. Ziel ist es, unser Angebot auch in anderen Ländern zu präsentieren.

etconline: Klingt nach Stress. Fehlt dir eigentlich das Leben als Spieler oder hältst du dich auch noch im Freizeitbereich fit?

Sami Kaartinen: Ja klar fehlt das ein bißchen, vor allem das Gefühl in der Mannschaftskabine fehlt gänzlich. Aber es ist ok so, in Finnland halte ich mich einmal pro Woche mit Freunden fit und spiele.

etconline: Was macht mehr Spaß, die Arbeit mit Kindern oder den Profis? Lassen sich Profis überhaupt noch etwas sagen?

Sami Kaartinen: Das ist verschieden, mit Kindern macht es besonders Spaß, weil die so viel Energie und Lernbereitschaft mitbringen, ohne den Spaß an der Sache zu verlieren, sie lachen viel, das ist lustig. Mit Jugendlichen ist es aber wieder einfacher, weil da schon mehr verlangt werden kann. Und die Profis, naja – es gibt viele, die meinen, sie haben lange gespielt und wissen alles, aber man kann denen schon manchmal noch was neues zeigen.

etconline: Was kann man in drei Tagen hier erreichen?

Sami Kaartinen: Das Ziel ist es, einen ersten Schritt zu tun, was kann man an Technik umsetzen usw. Den Trainern vor Ort gibt man Informationen und neue Impulse, wie man die Technik fokussiert und dann vertieft. Später kann man bei einem weiteren Training mit uns das analysieren.

etconline: Ihr filmt die Kids mit einem iPad auf dem Eis. Was bewirkt das?

Sami Kaartinen: Nun, es ist ein Lernprozess. Wenn man trainiert, sagt einem der eigene Kopf, das ist richtig, wie ich es mache. Und wenn man dann gesagt bekommt, was man verbessern kann, dann ist so manches nicht so gut zu beschreiben. Mit dem iPad kann man den Kindern genau zeigen, was gemeint ist und was verbessert werden kann. So sieht der Spieler das dann.

etconline: Sami, vielen Dank für das kurze Interview und weiter viel Erfolg!