Na, das war doch mal ne runde Sache am vergangenen Wochenende: erst gelang den Eispiraten ein Dreier bei den landeshauptstädtischen Löwen, dann wurde nach acht Niederlagen gegen die Huskies im Heimspiel gegen die Rossi-Truppe auch dieser Bock umgestoßen. 

Prinzipiell läuft das ja bei Auswärtsspielen in Elbflorenz so: die Rot-Weissen halten sich richtig gut, bekommen irgendwann ein saublödes Gegentor oder zwei, kämpfen sich wieder ran und bekommen am Ende von Rupprich oder Höller, Cook oder Sacher oder Kruminsch oder wie die noch alle hießen, den Knockout verpasst. Dann erhebt sich die feine Dresdner Gesellschaft auf den Rängen und honoriert das Gesehene mit Achs und Ohs, eine Woche später kann man sich auf ner trotteligen blau-weißen Fanpage noch mal erzählen lassen, wie provinziell dämlich man in Westsachsen sei und wie großartig dagegen der Dresdner an sich. Nu nu…was bleibt einem denn da noch übrig, als demütig von besseren Zeiten zu träumen und gen Dresden zu beten?

Ach, laßt uns so arg Gebeutelte halt einfach mal kurz vom perfekten Eishockey-Adrenalinkick träumen: am besten wäre ein Match bei einem wirklich total aberwitzig beliebten Gegner geeignet, so was wie Dresden. Dazu müsste man selbst von äußerst beliebten Referees wie, sagen wir mal, Sven Fischer und Carsten Lenhart, richtig verpfiffen werden – damit man sich so richtig schön aufregen kann. Dann müsste man natürlich kurz vor Schluss der Partie zurückliegen, am besten durch ein Powerplaytor nach einer Witzstrafe gegen das eigene Team. Und dann käme ein Hammer-Endspurt, in dem man das Ding noch rumbiegt. Am Ende müsste dann der friedlichste Spieler der eigenen Mannschaft den gegnerischen Goon… – ok, man kann nicht alles haben. Nu nu bzw. meckmeck.

Nachdem die Eislöwen auf der Rückfahrt aus Bayreuth am Sonntag sogar noch die rote Laterne mit im Bus hatten, wird übrigens laut und ausdauernd über einen Trainerwechsel nachgedacht im Elbischen. Wenn das Ganze nach bewährtem Dresdner Rezept gehandhabt wird, dürfte ja bei Kim Collins das Telefon die ganze Woche noch nicht still gewesen sein. Na, hoffen wirs mal nicht.

PS: das mit dem Trainer hat sich erledigt laut neuesten Nachrichten aus dem TdA.

 

1:3, 3:6, 0:7, 3:4, 2:4, 1:4, 2:5, 1:2. So gingen die Spiele gegen Kassel aus Sicht der Eispiraten in der Saison 2016/2017 aus. Acht Niederlagen! Die Jahre davor sah es nicht viel besser aus. Sobald die Schlittenhunde irgendein Piratenbein auch nur gerochen haben, und wenn es aus Holz war, haben die in letzter Zeit sofort nen Beißreflex gekriegt.

Aber irgendwie war diesmal alles anders. Das fing schon im Vorfeld der Partie an, als gefühlt drei Viertel der Kasseler Anhängerschaft den Rot-Weißen die Punkte derart gönnten, dass sie es sogar ins Internet geschrieben haben. Mag damit zusammenhängen, dass man sich im Nordhessischen bei einer schönen Sahnpark-Klatsche erhoffte, der dort scheints allseits beliebte Rico Rossi würde seinen Trainerstuhl vor die Tür gestellt bekommen.

„Was solls?“ dachten sich da die Eispiraten, „wenn die das schon selber wollen, werden wir hier nicht den Spielverderber geben.“ Und weil irgendwer Carl Hudson gesteckt hatte, dass bislang noch kein Verteidiger in Crimmitschau Topscorer geworden ist und den Goldhelm behalten durfte, fing der halt gewohntermaßen wiedermal als erstes mit dem Toreschießen an. Das kratzte dann scheinbar an der rot-weißen Stürmerehre, und so kamen die nächsten vier Treffer dann allesamt aus der Abteilung Attacke. Uns auch recht.

Auch aus Nordhessen erreichten uns in den letzten drei Tagen keine Nachrichten über entlassene Trainer. Da wird man im Fanlager aber traurig sein. Einen Beliebtheitscontest gewinnt Rossi dort nicht mehr, so viel ist sicher. Vielleicht sollte er sich einfach ne 46 aufs Jackett kleben…