Beim Blick auf die Tabelle möchte man gar nicht meinen, dass der EHC Freiburg ein direkter Verfolger der Eispiraten sein könnte – doch der Schein trügt!

16 Punkte sind es aktuell, die Crimmitschau und Freiburg trennen. Schaut nach einem komfortablen Vorsprung für die Westsachsen aus, doch man darf nicht übersehen, dass die Breisgauer noch 4 Spiele im Rückstand sind. In der Theorie kann der Vorsprung also auf 4 Punkte schmelzen, ohne dass die Eispiraten sich dagegen wehren könnten. Und siehe da – plötzlich wird das Duell im Schwarzwald zu einem enorm wichtigen Spiel.

Der EHC hat sich in Lauerstellung gebracht und sein personelles und sportliches Corona-Tief von Anfang/Mitte Januar überwunden. Mit voller Teamstärke ist die Mannschaft von Robert Hoffmann heiß und bereit, im Schlussspurt der Hauptrunde noch einen Angriff auf die Playoff-Plätze zu starten.

Dafür bedarf es aber auf jeden Fall stabiler Leistungen des Goalie-Gespanns aus Patrik Cerveny (28 Sp, 3.13 GT/Sp, 90.40%, 1 SO) und Luis Benzing (11 Sp, 3.22 GT/Sp, 88.11%, 0 SO). Beide hatten im Laufe der Saison schon kleinere Durchhänger, zuletzt lief es aber wieder gut.

Dazu hat zweifelsfrei auch der Abwehrverbund beigetragen, in dem Nick Pageau (CAN, 33 Sp, 9+18) und Alexander Brückmann (35 Sp, 3+13) die Protagonisten sind, mit Marvin Neher (29 Sp, 1+8) und Hagen Kaisler (27 Sp, 0+3) aber auch noch zwei weitere ligaerfahrene Cracks beim Verteidigen helfen. Auf die Dienste des jungen Kai Zernikel wird Coach Hoffmann aber auch nicht verzichten wollen, da die Defensive des EHC insgesamt recht spärlich besetzt ist. Eine Rückkehr von Patrick Kurz wird daher sicherlich schon herbeigesehnt.

Weihnachten war für die Offensive der Freiburger nicht gerade mit Geschenken verbunden, im Gegenteil. Der damalige Topscorer Jordan George gab nämlich überraschend seinen Abschied bekannt, um es eine Liga höher in Schwenningen zu versuchen. Ein Ersatzmann auf dem deutschen Markt war unauffindbar, weshalb seither die Schultern der übrigen Stürmer wieder etwas breiter sein müssen. Mit dem kanadischen Trio aus Tyson McLellan (35 Sp, 13+27), Scott Allen (32 Sp, 14+13) und Liam Finlay (20 Sp, 5+12) ist im Sturm aber durchaus schon für Scoringtouch gesorgt. Hinzu kommen noch die beiden Ur-Gesteine Christian Billich (32 Sp, 9+14) und Nikolas Linsenmaier (33 Sp, 5+8), wobei das Duo von einer persönlich optimalen Saison schon noch ein Stück entfernt ist. Dafür springen immer öfter Marc Wittfoth (34 Sp, 9+12), Christoph Kiefersauer (30 Sp, 6+11) und Simon Danner (32 Sp, 4+11) in die Bresche. Mit Calvin Pokorny (33 Sp, 4+10), Philip Feist (26 Sp, 5+5), Sofiene Bräuner (25 Sp, 2+4), David Makuzki (35 Sp, 4+1), Luca Trbikberger (16 Sp, 0+1), David Cerny (5 Sp, 1+0) und Oleg Leon Tschwanow (29 Sp, 1+0) hat Robert Hoffmann außerdem noch eine ganze Horde junger Wilder in petto.

Spiele im Breisgau sind für die Eispiraten seit jeher höchst anspruchsvoll, allein schon wegen der elend langen Busfahrt. Dass der EHC unbedingt nochmal in Richtung Playoffs schnuppern will – und auch kann – und die Partie gegen Crimmitschau schon in der Kategorie „last chance“ einzuordnen ist, dürfte den Westsachsen einen noch etwas eisigeren Schwarzwaldwind entgegenwehen. Für die Cracks von Marian Bazany wird es deshalb ein wichtiger Schlüssel sein, nicht schon früh in Rückstand zu geraten, zumal das mit den spielerisch-taktischen Eigenschaften der Rot-Weißen  diese Saison so gar nicht kongruieren will. Auf der anderen Seite brauchen sich die Pleißestädter auch nur bewusst machen, dass sie mit einem Erfolg im Südwesten der Republik einen weiteren Verfolger abschütteln könnten. Ein 6-Punkte-Spiel eben!

Ausfall: Mathieu Lemay (Unterkörperverletzung), Kelly Summers (Schulterverletzung, Saison vstl. beendet), Tim Lutz, Simon Stowasser (alle Bremerhaven)
Fragezeichen: Vincent Schlenker, André Schietzold (beide angeschlagen), Lucas Böttcher/fusion_content_box]