Es knistert, aber so richtig! Drei Spiele haben die Eispiraten noch vor der Brust und weiterhin ist zwischen Platz 4 und 7 alles möglich. Das beste, was man in so einer Situation machen kann, ist gewinnen. Dies gilt auch für den heutigen Gegner aus Landshut, der noch auf das Heimrecht in den Pre-Playoffs schielt.

Um dieses nach einer weitgehend verkorksten ersten Saisonhälfte erreichbare Minimalziel noch zu erreichen, muss sich der EVL aber in den letzten beiden Spielen noch einmal von seiner besten Seite zeigen. Die Leistung des jüngsten 0:5-Heimdramas gegen Selb ist dazu garantiert nicht geeignet.

Und so hat EVL-Coach Heiko Vogler schon Minuten nach der Partie seine Jungs klar und deutlich vor die Wahl gestellt: Mit Schönspielerei so weitermachen und nächste Woche Sommerpause haben oder den Hintern hochkriegen und die Saison in den Playoffs verlängern. Es dürfte klar sein, dass die Niederbayern lieber letztere Option wählen, weshalb der EVL gegen Crimmitschau sein besseres Gesicht zeigen will.

Hier gilt es vor allem für die Defensive um die Goalies Dimitri Pätzold (37 Sp, 2.98 GT/Sp, 89.84%, 0 SO) und Olafr Schmidt (17 Sp, 3.24 GT/Sp, 89.56%, 1 SO) sowie die Abwehrstützen Robin Weihager (SWE, 47 Sp, 3+34), Stephan Kronthaler (49 Sp, 3+15), Benedikt Brückner (42 Sp, 2+12), Alexander Dotzler (45 Sp, 1+13), Henry Martens (43 Sp, 6+7) und Andreas Schwarz (27 Sp, 1+9) Standfestigkeit zu beweisen. Doch so lang die Liste der Abwehrprominenz ist, so fragwürdig werden dann die 3.3 Gegentore pro Spiel, die die EVL-Defensive nur für Platz 9 in der Liga qualifiziert. Eine sattelfeste Defensive konnte Landshut in der bisherigen Saison zu oft nur auf dem Papier vorweisen. Alexander Dersch und Adrian Klein sind weitere Defender im Aufgebot Voglers.

Im Angriff liegt der Fokus der Drei-Helme-Städter eindeutig auf einer Reihe. Satte 164 Scorerpunkte vereinen Marco Pfleger (47 Sp, 28+29), Sahir Gill (CAN, 50 Sp, 19+37) und Andrée Hult (SWE, 45 Sp, 19+32) auf sich. Wenn es bei dem Offensivtrio flutscht, kann es für den Gegner schon mal bitter werden. Oder man geht mit zu viel Klein-Klein baden. Kam auch schon vor, zuletzt bei der Peinlichkeit gegen Selb. Hinter dem Trium Virat der Landshuter stehen mit Maximilian Forster (48 Sp, 15+19), Lukas Mühlbauer (36 Sp, 12+14), Yannik Valenti (30 Sp, 9+9), Julian Kornelli (46 Sp, 9+7) und Thomas Holzmann (27 Sp, 7+7) nicht zu verachtende deutsche Stürmer Gewehr bei Fuß, wenngleich man am Gutenbergweg von dem ein oder anderen vielleicht etwas mehr Scorigntouch erwartet hätte. Brandon Alderson (CAN, 29 Sp, 14+17) und Josef Mikyska (CZE, 21 Sp, 4+14) schieben sich in aller Regel den Schwarzen Peter des überzähligen Kontingentspielers zu. Die jungen Angreifer Daniel Bruch und Fabian Baßler komplettieren die Sturmformationen.

Nachdem die Eispiraten ihre Rückkehr in den Spielbetrieb nach der Corona-Pause rein punktemäßig ziemlich in den Sand setzten, gilt es nun die nächste Chance zu ergreifen, der direkten Playoff-Teilnahme ein großes Stück näher zu rücken. Was die Leistungen angeht, ist eigentlich nur der Auftritt in Bad Nauheim zu bemängeln. Woran die über weite Strecken des Spiels vorherrschende Schwäche in den Zweikämpfen, im Passspiel und im Angreifen sowie Verteidigen lag, werden Marian Bazany und seine Jungs hoffentlich herausgefunden haben, um heute Abend in Niederbayern von Beginn an bereit und schlagkräftig zu sein!