Mit einer tollen Choreografie haben die Kultras erst jüngst die Heimspielstätte der Crimmitschauer Puckjäger gehuldigt, aber das Spruchband „60 Jahre Kunsteisstadion im Sahnpark“ hat doch allen auch deutlich vor Augen geführt, wie alt – und man merkt es bei jedem Besuch – und marode das altehrwürdige Eisstadion inzwischen ist.
In seinem Baujahr startete die Fußballbundesliga in ihre 2. Saison und ein gewisser Franz Beckenbauer absolvierte als gerade Volljähriger sein erstes Profispiel für den FC Bayern. In Amerika war das tödliche Attentat auf John F. Kennedy erst ein paar Monate her und die DDR-Grenzmauer stand gerade einmal in ihrem 3. Jahr. Kurzum: Der Sahnpark hat mächtig was auf dem Buckel.
In der deutschen Eishockeywelt hat der Bau neuer und moderner Stadien nun auch schon eine Generation hinter sich, wenn man die Eröffnung der Kölner Arena im Jahr 1998 als Startpunkt dieser Transformationphase betrachtet. Das Eisstadion in Crimmitschau gehöhrt im deutschen Profieishockey nun inzwischen zu einem der letzten alten Stadien, nein: richtig alten Stadien. Um den Standort Crimmitschau zukunftsfest zu machen und weiterhin professionelle Bedingungen vorzuhalten, kann es mit dem aktuellen Stadion nicht weitergehen, was auch die Stadtpolitik erkannte und im Frühjahr 2024 eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gab, wie man den Sahnpark fit für die Zukunft machen kann.
Die Ergebnisse wurden heute im Stadtrat vorgestellt und erste Informationen sind durchgesickert. Die Vision von einer Sanierung des Eisstadions hat folgende Eckpunkte:
- Ein Fassungsvermögen von 4.500 Plätzen ist realisierbar, wobei rund 3.000 Sitz- und 300-500 VIP-Plätze angedacht sind. Stehplatzbereich bleiben die Heine- und Attackekurve.
- Alle Tribünen müssen abgerissen und ganz neu aufgebaut werden.
- Das 1994 errichtete Dach – mit neuer Solaranlage – und der neugebaute Kabinentrakt unter der Gegengeraden können erhalten bleiben.
- Das Stadion wird komplett geschlossen.
- Das Hauptgebäude kann ebenfalls erhalten bleiben, muss aber entkernt werden und kann dann umgenutzt werden z. B. für Zentralen der Polizei und TV.
- Die Kosten werden mit ca. 37,5 Mio. Euro geschätzt.
Gerade der letzte Punkt wird nun natürlich die Entscheidungsträger interessieren, denn sie sind für die Zukunft „unseres Sahnparks“ verantwortlich – in welche Richtung auch immer.