Lausitzer Füchse – Mannschaftliche Geschlossenheit ohne große Namen

Nach dem Einzug in die Playoffs hat sich bei den Lausitzer Füchsen im Sommer einiges getan. Während der Kern der Mannschaft erhalten blieb, mussten die Verantwortlichen gleichzeitig einige schmerzhafte Abgänge kompensieren. Die Handschrift von Trainer Christof Kreutzer bleibt jedoch klar erkennbar: Viel Tempo, aggressives Forechecking und eine Mannschaft, die als Kollektiv funktioniert. Im Vergleich zu den vergangenen Jahren wirkt der Kader ausgewogener.

Die Füchse konnten im Sommer zahlreiche Leistungsträger halten. Anthony Morrone bleibt die unumstrittene Nummer eins zwischen den Pfosten und geht nach einer starken Vorsaison erneut mit viel Vertrauen in die Spielzeit. Vor ihm bilden Tim Heyter, Markus Freis und Marlon Braun weiterhin das Gerüst der Defensive. Schmerzlich sind dagegen die Abgänge mehrerer etablierter Spieler. Alexis D’Aoust gehörte über Jahre zu den kreativsten Angreifern der DEL2 und Charlie Jahnke war stets ein unangenehmer Gegenspieler.

Nachdem mit Tim Sezemsky, Kyle Havlena und Eric Hjorth auch wichtige defensive Bausteine der vergangenen Saison das Team verließen, wurde vor allem hier gezielt nachgerüstet. Mit dem Schweden Alex Brännstam kommt ein offensiv orientierter Verteidiger aus Schweden nach Weißwasser. Für den 25-Jährigen ist es die erste Station außerhalb seines Heimatlandes. Seine Laufstärke und sein Spielaufbau könnten dem Powerplay der Füchse eine neue Dimension verleihen. Auch auf Connor Hannon wird mit Spannung geblickt, der aus Rostock kommende Kanadier überzeugte zuletzt in der Oberliga mit starker Entwicklung und soll nun den nächsten Schritt in der DEL2 gehen. Ob ihm der Sprung sofort gelingt, wird eine der spannendsten Fragen der Saison sein.

Im Sturm wird erneut auf eine Mischung aus bewährten Leistungsträgern und entwicklungsfähigen Importspielern gesetzt wird. Weiter in der Lausitz sollen Adam Brady, John Broda, Clarke Breitkreuz und Georgiy Saakyan offensiv den Ton angeben. Der US-Amerikaner Bryan Lemos wurde erst zum Abschluss der Kaderplanung verpflichtet und soll viel Geschwindigkeit sowie Spielmacherqualitäten auf der Centerposition mitbringen. Sollte er sich schnell an die Liga gewöhnen, könnte er zu den Überraschungen der Saison zählen. Besonders interessant dürfte David Rundqvist werden, der erfahrene Schwede kennt die DEL2 bestens und bringt nicht nur Scoringqualitäten, sondern auch Führungsstärke mit. Nach mehreren konstanten Jahren soll er sofort Verantwortung in den ersten beiden Sturmreihen übernehmen.

Sportdirektor und Trainerteam entschieden sich bewusst gegen große Namen und verpflichteten stattdessen Spieler, die hervorragend ins Spielsystem passen. Die Basis aus einer stabilen Defensive, einem starken Torhüter und einer klaren Spielidee stimmt bei den Lausitzer Füchsen. Entscheidend wird sein, ob die Neuzugänge die entstandenen Lücken schließen und wer sich als neuer offensiver Führungsspieler etabliert. Gelingt dies, ist ein Platz unter den ersten sechs durchaus realistisch. Fehlt dagegen die offensive Konstanz, dürfte sich Weißwasser erneut im engen Kampf um die direkte Playoff-Qualifikation wiederfinden.

Düsseldorfer EG – Jeder, der Meister werden will, muss mit mit der alten Dame reden

Quo vadis Düsseldorf? Platz 9 in der Hauptrunde und das anschließende Aus gegen Landshut waren für den achtmaligen deutschen Meister sicher nicht das, was man sich nach dem Abstieg aus der DEL vorgestellt hatte. Für die neue Saison wurde deshalb kräftig am Kader gearbeitet und gleich 14 Spieler haben Düsseldorf verlassen, gleichzeitig wurde die Mannschaft auf vielen Positionen neu aufgestellt. Dabei fällt vor allem eines auf: Die DEG hat bei den Neuverpflichtungen ordentlich Qualität geholt.

Auf der Torhüterposition setzt Düsseldorf auf eine Mischung aus Erfahrung und Entwicklungspotenzial. Jonas Langmann bringt eine Menge DEL2-Erfahrung mit und kennt die Liga wie kaum ein anderer Torhüter. Er könnte für die DEG ein äußerst wichtiger Faktor werden, denn durch seine enorme Ruheausstrahlung ist er für eine Mannschaft mit hohen Ambitionen wie die DEG enorm wichtig. Dazu kommen Leon Hümer aus dem eigenen Nachwuchs und Niklas Lunemann zwei Goalies, die beide noch Entwicklungspotenzial besitzen. Vor allem Lunemann konnte in den vergangene Zeiten als Förderlizenzspieler der Kölner Haie in Bad Nauheim oder auch vergangene Saison in Düsseldorf überzeugen.

Erfahrung wird in der kommenden Saison in Düsseldorf groß geschrieben. Andrew Bodnarchuk ist dabei der herausragende Name, der 37-Jährige kommt nach 3 Jahren von den Kassel Huskies und hat eine beeindruckende Karriere hinter sich. Er bringt 42 Spiele NHL-, über 600 AHL- und über 200 Spiele DEL-Erfahrung mit. Dazu stehen hinten mit Maximilian Faber, Tariq Hammond, Max Balinson und Kristian Blumenschein allesamt Spieler, die ihre Qualität in der DEL2 bereits unter Beweis gestellt haben und die Defensive der DEG deutlich stabiler machen als vergangene Saison.

Damit sind wir noch nicht mal in der Offensive angekommen. Dort tummeln sich mit Brett Kemp, Corey Mackin, Carter Turnbull, Erik Bradford und Yushiroh Hirano allein ein Kontingent, das auf dem Papier zu den stärksten der Liga gehören dürfte. Allein Kemp kommt aus Bietigheim mit 77 Punkten aus 60 Hauptrundenspielen, über Corey Mackin brauchen wir wohl nicht weiter zu reden, außer vielleicht die Hoffnung, dass er einen Teil seiner Abschlussqualität am Sahnpark zurückgelassen hat. Turnbull vom viermaligen slowakischen Meister HC Banska Bystrica war in der Slowakei sogar Topscorer und bester Torschütze. Dazu kommen Jason Bast als Deutsch-Kanadier und mit Ville Järveläinen als Deutsch-Finne weitere große Namen, die wissen, wo das gegnerische Tor steht. Das sorgt insgesamt für eine bemerkenswerte Mischung aus Erfahrung und Qualität, doch Namen allein gewinnen keine Spiele. Die große Frage lautet deshalb: Kann Coach Harry Lange aus der neu zusammengestellten Mannschaft tatsächlich ein Spitzenteam formen?

Die DEG gehört definitiv zum erweiterten Favoritenkreis, der große Umbruch im Team ist aber auch gleichzeitig das größte Fragezeichen, denn 14 Abgänge bedeuten, dass sich eine komplett neue Hierarchie entwickeln muss. Daher fehlt für ganz oben derzeit noch der letzte Beweis, dass die neu zusammengestellte Mannschaft über 52 Spiele konstant auf hohem Niveau spielen kann, das wissen wir erst im Februar 2027. Die herausragende Stärke der DEG ist eindeutig die offensive Qualität, diese zu bändigen, dürfte für jedes Team der DEL 2 die größte Herausforderung in den Spielen sein. Die Namen auf dem Papier sind stark – aber gerade bei einer Mannschaft mit vielen starken Einzelcharaktern muss es passen, davon können so einige Teams ein Lied singen. Aber wenn die Mannschaft schnell genug zusammenfindet und Lange eine funktionierende Einheit formt, dann gnade den Gegnern Gott…