INFOS ZUM SPIEL
DEL2 – Saison 2026/27 – 3. Spieltag am 25.09.2026
Schiedsrichter: Christopher Schadewaldt, Thomas Kalnik (Marcus Höfer, Lukas Pfriem)
Es war einer dieser Abende, die man als Eispiraten-Fan so schnell nicht vergisst. Schon vor dem ersten Bully lag etwas Besonderes in der Luft: André Schietzold wurde für 13 Jahre im Eispiraten-Trikot offiziell verabschiedet, seine Nummer 13 wurde unter dem Hallendach des Sahnparks verewigt. Der Großteil der 4.082 Zuschauer sorgte für einen würdigen Rahmen – und anschließend lieferte die Mannschaft ihrem langjährigen Kapitän genau das Geschenk, das sich wohl alle gewünscht hatten: einen 4:3-Sieg über den hochambitionierten DEL-Absteiger aus dem Elbtal.
Gäste spielerisch überlegen, doch Kevin Reich hält die Null
Nach den emotionalen Minuten rund um die Ehrung und dem Ehrenbully durch André Schietzold ging es endlich um die drei Punkte. Und zunächst waren es die Gäste, die deutlich mehr vom Spiel hatten. Immer wieder musste Kevin Reich eingreifen und zeigte von Beginn an, dass er an diesem Abend ein ganz wichtiger Rückhalt werden sollte. Die Eispiraten verteidigten mit viel Leidenschaft, warfen sich in die Schüsse und versuchten, die Angriffsbemühungen des spielerisch überlegenen Gegners möglichst weit vom eigenen Tor fernzuhalten. Offensiv konnten die Hausherren zunächst nur wenige Akzente setzen, doch das Entscheidende war: Die Null blieb auf der Anzeigetafel. So ging es nach einem aus Crimmitschauer Sicht eher schwierigen ersten Drittel torlos in die Kabine. Kevin Reich und seine Vorderleute hatten dem Druck standgehalten – und damit die Grundlage für das geschaffen, was anschließend folgen sollte.
Noah Garthe und Stanislav Dietz lassen den Sahnpark explodieren
Analog des ersten Spieltags gegen Düsseldorf änderte sich mit Beginn des zweiten Abschnitts das Bild. Die Eispiraten wurden mutiger und vor allem in der Offensive aktiver und belohnten sich schließlich innerhalb von gerade einmal 85 Sekunden mit einem Doppelschlag. Zunächst arbeitete Denis Shevyrin die Scheibe mit großem Einsatz zurück. Louis Brune setzte sich anschließend stark durch, kurvte hinter das Tor und legte die Scheibe in den Slot. Dort lauerte Noah Garthe – und der Youngster musste nur bei seinem zweiter DEL2-Treffer nur noch einschieben und brachte den Sahnpark zum Beben. Und die Eispiraten legten sofort nach, die Gäste aus der sächsischen Landeshauptstadt waren noch am Nachdenken über die Führung des Underdogs, da fasste sich Stanislav Dietz ein Herz und hämmerte die Scheibe ins Kreuzeck, hierbei wurde Gästekeeper Schwendener durch Jarno Kärki zusätzlich irritiert. Plötzlich war der Sahnpark endgültig da. Nach dem Doppelschlag zogen sich die Eispiraten allerdings wieder etwas zurück und überließen den Gästen zunehmend die Initiative. Und auch hier stand die Defensive sicher, Kevin Reich war weiterhin aufmerksam und musste nicht mehr so häufig eingreifen wie noch im ersten Abschnitt und ging mit seinem Team und einer 2:0-Führung in die zweite Pause.
Aus 2:0 wird 2:2 – und dann schlägt der doppelte Sebastian Streu zu
Die Gäste aus dem Elbtal kamen mit ordentlich Druck aus der Kabine, die Eispiraten mussten nun Schwerstarbeit verrichten und Kevin Reich rückte wieder stärker in den Mittelpunkt. In der 45. Minute war dann auch er machtlos: Alec Ahlroth nutztenach viel Gewusel und Konfusion im Torraum einen Rebound und verkürzte auf 2:1. Als die Eispiraten zudem eine Unterzahl überstehen mussten unddabei Glück hatten, als die Scheibe von Suvanto am Lattenkreuz landete, schwante den Eispiraten-Fans bereits Schlimmes. Zwar bot sich für die Westsachsen die Chance zum 3:1, doch Tim Lutz konnte diese nach einem Konter nicht nutzen. Und dann kam es – wie schon so oft gegen dieses Team – wie es kommen musste: Bei angezeigter Strafe gegen Crimmitschau schlug ausgerechnet der letztjährige Eispirat Kreutzer zu und erzielte in der 52. Minute den 2:2-Ausgleich. Danach spielten die Gäste noch mehr auf, ließen Chancen aus und dies sollte sich glücklicherweise rächen. In der 57. Minute nahm Sebastian Streu nach kluger Vorarbeit von Jarno Kärki Maß und setzte die Scheibe traumhaft ins Kreuzeck und ließ den Sahnpark auf den Kopf stehen. Ein Abspielfehler ließ Gästegoalie Schwendener in der Schlussphase zu spät aus dem Kasten kommen, erneut war es Sebastian Streu, der einen Tick schneller an den Puck kam und den herausstürmenden Schlussmann klug umkurvte und die Scheibe zum 4:2 ins leere Tor schob. Damit war der Sieg war zum Greifen nah, aber wie auch schon oft gegen dieses Team musste es noch einmal spannend werden. 48 Sekunden vor Schluss verkürzten die Gäste mit einem holprgen Puck tatsächlich noch einmal auf 4:3 und ließ die Eispiraten nochmal zittern. Doch die warfen nun alles hinein, verteidigten die letzten Sekunden mit Mann und Maus und brachten den Vorsprung über die Zeit.
Ein Sieg, der zum Abend passte
Was für ein Abend im Sahnpark! Erst die große emotionale Ehrung von André Schietzold, dann ein intensives Spiel und am Ende drei Punkte gegen ein Team, das in den Augen der eigenen Fans eigentlich nicht zu schlagen sein kann. Die Eispiraten haben dabei nicht unbedingt ihr perfektestes Spiel gezeigt, aber sie haben gekämpft, verteidigt, Rückschläge weggesteckt und im entscheidenden Moment zugeschlagen. Vier Tore, drei Punkte, 4.082 Fans und eine Nummer 13, die für immer unter dem Sahnpark-Dach hängt. Auf der anderen Seite ein Team, dass nach drei Niederlagen als DEL-Absteiger und Tabellenletzter nun bewiesen bekam, dass die DEL 2 noch immer kein Selbstläufer ist und deren Umfeld hoffentlich nun wieder etwas mehr Bodenhaftung bekommt. Viel besser hätte dieser besondere Heimspielabend aus Sicht der Eispiraten-Fans kaum enden können.
TORE
1:0 (27:19) Noah Garthe (Louis Brune) – Überzahl
2:0 (28:45) Stanislav Dietz (Louis Brune, Jarno Kärki)
2:1 (44:10) Alec Ahlroth (Jan Nijenhuis)
2:2 (51:09) Gregory Kreutzer (Dane Fox)
3:2 (56:08) Sebastian Streu (Jarno Kärki)
4:2 (58:16) Sebastian Streu (Louis Brune)
4:3 (59:12) Tomas Andres (Alec Ahlroth, David Suvanto)
STRAFMINUTEN
Eispiraten Crimmitschau – 14 Minuten
02:36 – 2 Min. – Tim Lutz (Spielverzögerung)
08:11 – 2 Min. – Nikolas Biggins (Check gegen die Bande)
13:40 – 2 Min. – Leon Schulz (Stockschlag)
21:02 – 2 Min. – Sebastian Streu (Haken)
45:40 – 2 Min. – Johannes Schmid (Hoher Stock)
45:40 – 2 Min. – Johannes Schmid (Hoher Stock)
52:58 – 2 Min. – Denis Shevyrin (Spielverzögerung)
Dresdner Eislöwen – 22 Minuten
13:40 – 2 Min. – Tomas Andres (Check mit dem Stock)
21:12 – 2 Min. – Jan Nijenhuis (Behinderung)
25:29 – 2 Min. – Felix Krüger (Check gegen das Knie)
48:19 – 2 Min. – Tyson Spink (Stockschlag)
59:33 – 2 Min. – Tomas Andres (Behinderung)
59:33 – 2 Min. – Tomas Andres (Unsportliches Verhalten)
59:33 – 10 Min. – Tomas Andres (Unsportliches Verhalten, Disziplinarstrafe)
AUFSTELLUNG
Eispiraten Crimmitschau
Tor: Kevin Reich (Pascal Seidel) – Abwehr: Adam McCormick, Mirko Sacher, Emil Quaas, Stanislav Dietz, Finn Fuchs, Leon Schulz – Angriff: Dylan Wruck, Logan Will, Collin Adams, Tim Lutz, Denis Shevyrin, Noah Garthe, Sebastian Streu, Jarno Kärki, Louis Brune, Johannes Schmid, Leon Neiger, Nikolas Biggins
Dresdner Eislöwen
Tor: Janick Schwendener (Fabian Hegmann) – Abwehr: Bruno Riedl, Ryan MacKinnon, Gregory Kreutzer, Oliver Granz, David Suvanto, Jacob Ficenec, Felix Krüger – Angriff: Alec Ahlroth, Adam Helewka, Jan Nijenhuis, Dane Fox, Tomas Andres, Lukas Buschbeck, Tyson Spink, Tylor Spink, Andrew LeBlanc, Ricardo Hendreschke, Connor Korte, Tomas Sykora
ZUSCHAUER
4.082
SPECIAL TEAMS CRIMMITSCHAU
Überzahl: 25.00% (4 Überzahlsituationen / 1 Tore)
Unterzahl: 100.00% (6 Unterzahlsituationen / 0 Gegentore)
TORSCHÜSSE
26 : 49 (8:15, 7:13, 11:21)